
Mat Rebeaud (26) ist der FMXer des Jahres. Seit dem Eröffnungsevent in Mexico City dominiert er die Red Bull X-Fighters-Serie nahezu unbehelligt: Vier von fünf Wettkämpfen gewann er bisher, den letzten am 16. August.
Der Sieg in Wuppertal war für ihn besonders wertvoll: Am schwierigsten Kurs des Jahres triumphierte er vor 15.000 Zuschauern, darunter einer Handvoll seiner engsten Freunde - Rebeauds Schweizer Heimat liegt ja nur ein paar hundert Kilometer entfernt. Der Triumph bedeutete ihm aber auch noch aus einem anderen Grund besonders viel. Immerhin gelang ihm nur zwei Wochen nach den X Games die Revanche an dem dortigen FMX-Sieger Jeremy Lusk. Und auch in der Gesamtwertung beseitigte er alle Zweifel: Rebeaud ist der Titel nun auch theoretisch nicht mehr zu nehmen. „Eine großartige Saison" sei das für ihn gewesen, freut sich Rebeaud.
Showdown mit dem Vorjahrssieger. Abschließen würde er die „großartige Saison" am liebsten mit einem Sieg beim Finale in Warschau. Ein rüstiger Frühpensionist könnte ihm dort allerdings die Abschlussparty verpatzen: Denn Travis Pastrana legte seine Rücktrittserklärung in diesem Jahr zwar etwas konsequenter aus als 2007. Ganz wörtlich aber nun doch nicht: Am 6. September steigt Travis (24) bei der FMX Supersession noch einmal aufs Bike. Und macht das Finale der Red Bull X-Fighters-Serie zu einem Duell zwischen dem besten Fahrer des Jahres und dem besten der vergangenen Jahre.
Obwohl er sich 2008 voll aufs Rallyefahren konzentrierte - er liegt bei der Rally America-Wertung in Führung und gewann bei den X Games Rallye-Gold - ist Travis ein Sieg in Polen durchaus zuzutrauen. Rebeaud wie letztes Jahr den Gesamtsieg noch abzujagen, dürfte ihm allerdings schwer fallen: 480 Punkte müsste er egalisieren, was bei einer Maximalanzahl von 100 pro Event einem mathematischen Double Backflip gleichkommt.
Einen Travis, der ohne Siegesambitionen mitfährt, kann man sich aber schwer vorstellen. „Ich bin nur dabei, um Spaß zu haben", wiegelt er zwar ab. Aber wir wissen ja, auf welcher Stelle des Podests er den größten Spaß hat.