
Samstag: Ein winziger Ort mit schmuckem Yachthafen und einer alles andere als einfachen Anlegesituation. Aber unser Kapitän freute sich auf die Herausforderung. Bevor er zu Werk gehen konnte, mussten allerdings einige Boote und auch Anlegestege verschoben werden.
Um 16 Uhr lagen wir eingekeilt zwischen vielen kleinen Booten auf Showposition. Die Sache entbehrte nicht einer gewissen Absurdität. Ich kam mir vor wie Gulliver. Die Proportionen stimmten einfach nicht. Aber ich freute mich auf das Konzert hier. Ich stellte es mir auf jeden Fall schön vor.
Der nächste Morgen: Es ist ein regnerischer Sonntag. Wir liegen noch immer im kleinen Hafen von Wanssum. Das Konzert gestern empfand ich trotz des guten Besuchs als unbefriedigend.
Das lag nicht zuletzt an der eigentlich unmöglichen Spielsituation, die es nur einem Teil des Publikums erlaubte, einigermaßen Einblick auf die Bühne zu haben, während der Großteil der etwa tausend Leute versuchte, die Abgeschnittenheit vom Geschehen mit Alkoholika zu kompensieren.
Als unser lokaler Support Ondiep zu spielen begann, war das Wetter noch in Ordnung. Als wir gegen 21 Uhr die Bühne betraten, begann es leicht zu regnen und ich befürchtete das Schlimmste. Aber der Niederschlag hielt sich in Grenzen. Vor allem ließen sich die Niederländer nicht davon beeindrucken und schon gar nicht vertreiben.
Angesichts dessen habe ich keinen Grund mit dem Schicksal zu hadern. Und ich gebe zu, an der Situation auch Gefallen gehabt zu haben. Zwischen kleinen Hausbooten und Yachten einerseits und landwirtschaftlichen Fabriken andererseits.
An so einem winzigen Ort in den Niederlanden Station zu machen und ein Konzert zu spielen, hat schon was. Ich suche ja immer wieder das Ende der Welt. Das ist eines davon.