
Der Stadionsprecher in Kapfenberg hatte es schon minutenlang vor dem Ankick gepredigt. Von David gegen Goliath war da die Rede. Von übermächtigen Bullen, derer man nur durch Glück und Mithilfe aller 6.080 Zuschauer im Franz-Fekete-Stadion Herr werden könne.
Die Fans des Bundesliga-Aufsteigers nahmen sich die Aufforderung zu Herzen, nur die Spieler von Red Bull Salzburg schlüpften ganz und gar nicht in ihre Rolle des Favoriten. Die Bemühungen, ein ähnliche Offensivfeuerwerk wie in den letzten Spielen zu zünden, waren zwar da, doch die Abwehr des KSV war perfekt auf die Bullen eingestellt und erstickte das Salzburger Kombinationsspiel mit teils überharten Aktionen meist schon im Keim.
Aber auch in der Offensive zeigten die Kapfenberger, dass sie schon längst in der höchsten österreichischen Spielklasse angekommen sind. Schnelles Umschalten von der guten Defensive auf blitzschnelle Konter bereitete den Bullen höchste Probleme. Bereits nach sechs Minuten brannte es erstmals lichterloh im Bullenstadl. Lindl nahm sich aus 30 Metern ein Herz, der Ball schrammte nur haarscharf am Tor vorbei. In dieser Tonart ging es weiter.
In Minute 13 rettete Bodnar nach einer perfekten Hereingabe von Lienhart. Zehn Minuten später war es Goalie Ochs, der zwei Schüsse hintereinander von Sencar parierte. In Minute 35 tauchte erneut Sencar alleine vor Ochs auf, vergab aber aus elf Metern.
Sechs Minuten vor der Pause war es dann aber so weit. Nach einer weiteren guten Flanke von Lienhart versenkte Sencar den Ball volley - 1:0 für den Underdog. Erstmals in dieser Saison waren die Bullen im Rückstand.
Die Salzburger wirkten geschockt und kamen auch nach der Pause nicht viel besser ins Spiel. So war es wieder Sencar, der die erste gute Aktion in Hälfte 2 zeigte. Er überhob die ganze Bullen-Abwehr, doch auch Kozelsky (49.) schien von dem perfekten Heber ähnlich überrascht zu sein wie die Salzburger Verteidiger und vergab.
Co Adriaanse reagierte auf die Ohnmacht seines Teams und brachte mit Jezek, Vonlanthen und Janocko frische Offensivkäfte. Letzterer war es, der mit seiner ersten Ballberührung auch für die Salzburger Erlösung sorgte. Nach schöner Vorarbeit von Tchoyi schob der Slowake eiskalt zum Ausgleich ein (73.).
Für eine Draufgabe reichte es aber nicht mehr im Kapfenberger Falkenhorst. Die Salzburger müssen damit weiter auf ihren ersten Auswärtssieg in dieser Saison warten. Die Tabellenführung bleibt in Linz.
Kapfenberg - Red Bull Salzburg 1:1 (1:0).
Salzburg: Ochs - Gercaliu, Aufhauser, Sekagya, Bodnar - Öbster (45. Jezek), Leitgeb, Kovac (55. Vonlanthen), Tchoyi - Nelisse, Janko (71. Janocko).
Kapfenberg: Eisl - Schellander, Akoto, Rauscher, Taboga - Felfernig (77. Wieger), Siegl, Liendl (87. Erkinger), Lienhart - Kozelsky (68. Pejic), Sencar.
Tore: 1:0 Sencar (38.); 1:1 Janocko (73.).
Gelbe Karte: Kovac (37.).