
Umgeben von bewaldeten Bergen, so weit das Auge reicht, in einer Landschaft wie aus Grimms Märchen, findet heute Abend das nächste Konzert statt. Sesselreihen sind aufgebaut, und ich bin gespannt, ob sie sich füllen werden, hier an diesem idyllischen Ort im Niemandsland, wo Bayern, Baden-Württemberg und Hessen aneinanderstoßen.
Das Wetter ist im Gegensatz zu gestern schön: blassblauer Himmel über einem träge fließenden, olivgrünen Neckar. Wenige Häuser säumen die Ufer, da und dort steht einer mit einer Angel.
Beschaulichkeit. Nach und nach trudeln die Konzertgäste ein, und als Philipp Poisel wie schon beim ersten Stuttgart-Konzert den Abend eröffnet, ist das Gelände bereits voller Menschen. Die Stimmung ist großartig. Um 21 Uhr übernehme ich von Philipp, und es ist schon gegen Mitternacht, als die letzte Zugabe ertönt. Dann klatschen mich die Leute noch mal zurück auf die Bühne und ich singe zum Schluss „Wenn i durchgeh durchs Tal ...“.
Ein schöner Tag geht zu Ende, und das Schiff fährt weiter den Neckar hinunter, hinaus auf den Rhein und hinauf nach Karlsruhe, wo wir übermorgen jenes Konzert nachholen werden, das ich krankheitshalber absagen musste. Ich nehme die Gelegenheit wahr, mich vor der nächsten Schleusenorgie zu drücken, und gehe in Heidelberg von Bord, um den freien Tag dort zu verbringen.
(Logbucheintrag: 20. Juli, Hirschhorn am Neckar)