
Nach dem Grand Prix von Magny-Cours vor zwei Wochen, macht die Formel 1 dieses Wochenende im britischen Silverstone Station. Landschaftlich hat sich nicht viel verändert. Grüne Wiesen uns Schafe bestimmen das Bild. Doch rein historisch gesehen kehrt die Königsklasse des Motorsports hier an ihren Geburtsort zurück.
So fand in Silverstone am 13. Mai 1950 die Geburtsstunde der F1 statt. Nino Farina krönte sich zum ersten Sieger. Silverstone gilt auch als Heim-Grand-Prix der Formel 1, denn sechs der zehn Teams haben in der Nähe der Strecke ihre Fabriken.
Viele der Ingenieure und Mechaniker leben also in de Nähe des Rings, gemütlich zu Hause ausruhen gibt es aber nicht. Denn sie werden in Silverstone jedes Jahr aufs neue gefordert. Der Grund ist das Wetter. Von sommerlicher Hitze bis zum ausgeprägten Landregen kann in Northampshire alles passieren. Dazu kommt meistens noch eine ordentliche Brise Wind, die den Fahrern ausgerechnet auf der Start-Ziel-Geraden seitlich ins Cockpit bläst und das Anbremsen der Kurven erschwert.
Das Rennen in Silverstone markiert auch traditionell die Mitte der Saison, höchste Zeit also um bei Red Bull Racing und Toro Rosso ein paar Halbzeitbilanzen einzuholen.
Red Bull Teamchef Christian Horner: "Die erste Saisonhälfte verlief sehr gut für uns. Wir haben uns im Vergleich zum Vorjahr stark verbessert und jetzt schon so viele Punkte wie in der ganzen letzten Saison. Wir haben in sieben von acht Rennen gepunktet und bereits ein Podium eingefahren. Das ist wirklich ein positiver Start, und wir sind auf einem guten Weg unser Ziel - den vierten Rank in der Konstrukteurs-Wertung - zu erreichen."
Mark Webber: "Die Saison läuft für uns weit besser als erwartet. Nicht viele Teams konnten in fast allen Rennen punkten. Gut, wir haben nur ein Podium und fahren nicht um den Sieg mit, aber wir punkten und machen auf uns aufmerksam. Das Auto hat sich im Vergleich zum Vorjahr um eine Klasse verbessert und ich fühle mich sehr wohl in dem Wagen. Ich persönlich hoffe, dass ich mich in der zweiten Saisonhälfte noch steigern, und auch den einen oder anderen Stockerlplatz herausfahren kann."
David Coulthard: "Für das Team war es ein etwas komischer Mix aus meinen und Marks Resultaten. Ich hatte immer wieder Probleme im Qualifying und daher auch nicht die besten Ausgangspositionen in den Rennen. Dennoch will ich nicht jammern, denn so schlecht waren meine Rennen nicht. Da waren auch drei 9. Plätze, die zwar nicht sehr sexy klingen, aber ich war jedes Mal weniger als 10 Sekunden von Platz 7 entfernt. Rang 3 in Montreal war natürlich die positive Erscheinung dieser Saison und ich hoffe, dass in der zweiten Saisonhälfte wiederholen zu können."
Toro Rosso Teamchef Franz Tost: "Das Team hat sich heuer sehr gut entwickelt. Nicht nur die technische Seite ist besser geworden. Wegen der andauernden Gerüchte um den Verkauf des Teams sind alle näher zusammengerückt und leisten großartige Arbeit. Auf meine Fahrer bin ich stolz. Sie sind ja beide quasi neu in der Formel 1 und leisten einen großartigen Job. Ein Formel-1-Fahrer braucht drei Jahre um sich gut zu entwickeln. Er muss nicht nur auf der Strecke seine Leistung bringen, er muss auch die Technik, die Presse und das Marketing verstehen."
Sebastian Vettel: "Diese Saison hatte einige Up and Downs für mich. Ich hatte einen guten Start in Australien mit einem sehr guten Qualifying. Danach lief es nicht mehr so gut. Vier Rennen und nie bin ich über die erste Runde hinausgekommen. In der Türkei bin ich dann endlich wieder ins Ziel gekommen. Zwar als Letzter, aber es war dennoch ein Wendepunkt. In Monaco sind wir dann mit dem neuen Auto gefahren, und ich bin auch gleich in den Punkterängen gelandet. Wir haben uns seit dem ständig weiterentwickelt, und ich hoffe, dass das auch den Rest der Saison so weitergeht. Wir sind auf einem guten Weg."
Sebastien Bourdais: "Vor Monaco, im alten Auto, hatte ich ein paar Probleme und machte auch einige dumme Fehler, die mich Punkte kosteten. Das neue Auto ist gut und eine extreme Weiterentwicklung. Doch ich habe mich noch nicht ganz gefunden im neuen Wagen. Es sind noch einige Abstimmungen die es zu finden gilt um in die Punkteränge zu fahren. Für mich ist es nun wichtig mich im Auto wohl zu fühlen. Wenn das so ist, kommt der Erfolg ganz von alleine."