Samstag 22.November 2008 | 06:13
Sports / Formula 1

Von Alex Lisetz am 21.08.2008

Mark Webber im Valencia-Interview: Warum der Red Bull Racing-Pilot auf Safety-Zonen pfeift und wie er Sebastian Vettel, seinen Teamkollegen in spe, einschätzt.


In Monte Carlo bist du Vierter geworden, dein bisher bestes Saison-Ergebnis. Außerdem war es laut deiner BBC-Kolumne das Rennen, bei dem du am meisten Spaß hattest. Wie ähnlich sind sich die Strecken in Valencia und Monaco? So ähnlich, dass du dir wieder einen Spitzenplatz ausrechnest?
Abgesehen davon, dass es beide Stadt-Parcours sind, haben sie nicht viel gemeinsam. Natürlich, alle Strecken dieser Art mit engen Straßen und ohne Ausweichzonen bergen eine Menge Fehlerquellen, diese zu umgehen ist das Wichtigste. Aber vor allem freue ich mich darauf, die neue Strecke kennenzulernen.

Singapur, der zweite Lauf dieses Jahres, war auch ein Straßenrennen. Was ist besonders wichtig auf solchen Strecken ohne Safety-Zonen?

Ich mag es, wenn Fahrer für ihre Fehler bezahlen müssen. Deshalb mag ich auch Strecken ohne Safety-Zonen. Auf dem Asphalt zu bleiben, darauf kommt’s an!

David Coulthard geht in Pension, nächstes Jahr wird Sebastian Vettel dein neuer Teamkollege. Kennt ihr euch gut? Welchen Eindruck hast du von ihm?
Ja, Sebastian ist schon seit langer Zeit bei Red Bull, und er war die letzten zwei Saisonen bei Toro Rosso. Also kenne ich ihn und wir kommen sehr gut miteinander klar. Zweifelsohne ist er sehr talentiert, und es ist großartig zu sehen, dass Red Bull ihm die Chance gibt, nächstes Jahr zu Red Bull Racing zu wechseln.

Die erste Hälfte der Saison lief sehr gut für dich. In den ersten acht Rennen warst du sechs Mal in den Punkterängen. Die letzten drei Rennen funktionierten dann nicht mehr ganz so gut. Was muss sich ändern, dass du wieder punkten kannst?

Das Team muss noch mehr aus dem RB4 herausholen. Toyota und Renault haben in den letzten Rennen signifikante Zugewinne erzielt und holen regelmäßig mit jeweils beiden Fahrern Punkte. Wir müssen dasselbe tun, wenn wir den vierten Platz in der Konstrukteurs- Meisterschaft anfechten wollen.

Im Moment bist du Gesamt-Neunter. Was sind deine Ziele für die verbleibenden sieben Rennen?
Ich mache genau das, was ich auch schon den Rest der Saison gemacht habe: raus gehen und den besten Job für das Team machen.

Eine Woche vor Valencia hast du an einem etwas gemütlicheren Rennen teilgenommen: einem Charity-Rennen in der Nähe von London. „Just for fun“ oder hat ein Rennfahrer immer das Ehrgeiz zu gewinnen?
In London stand definitiv der Spaß im Vordergrund. Es waren ungefähr 150 Teilnehmer, alles war ziemlich lässig. Da ging’s auch mir nicht ums Gewinnen. Aber ich muss zugeben, dass ich mich sonst auch gerne abseits der Formel 1 in Bewerben messe: Duathlons, Cross-Country-Rennen und Mountainbike-Rennen.


Mark Webber nach dem Grand Prix in Großbritannien.
© Red Bull Photofiles


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