Samstag 22.November 2008 | 03:37
Culture / Music / Blog

Von Hubert von Goisern am 23.07.2008

Seine Beine schlottern noch, das Musiker-Herz aber ist wild entschlossen: Die Tour muss weitergehen! Hier Hubert von Goiserns neuer Logbuch-Eintrag.


16. Juli 2008, Stuttgart

Mit einem ungewissen Gefühl und einer guten Portion Misstrauen meinem eigenen Körper gegenüber sitze ich im Zug von Salzburg nach Stuttgart. Morgen findet dort das erste von vier aufeinander folgenden Konzerten statt. Ich habe keine Ahnung, ob und wie ich das bewältigen werde. Wohl bin ich geheilt, aber gesund fühlt sich anders an. Ich versuche, so wenig wie möglich daran zu denken.

Am Bahnhof holt mich Heijro ab und bringt mich zu einer der vielen Schleusen am Neckar, wo ich auf das Schiff warte. Es dauert nicht lange, da taucht es auf. Meine Freunde winken, als sie mich auf der Mauer stehen sehen, es ist ein herzlicher Empfang. Ich merke, wie sehr sie auf mich gewartet haben. Seit meinem Verlassen hatte es einige dramatische, nautische Situationen gegeben. Dass der Schiffsverband jetzt hier in Stuttgart einfährt, ist nicht weniger erfreulich als meine Rückkehr an Bord.

Mein erster Wunsch ist eine musikalische Probe. Ich möchte meine Instrumente in die Hand nehmen, möchte singen, möchte schauen wie’s mir geht, wenn ich musiziere. Eine halbe Stunde lang geht’s gut, dann werde ich müde und fange an zu frösteln, dann ist mir wieder zu heiß. Es ist 22 Uhr. Ich breche lieber ab und lege mich schlafen, der Tag war lang genug.


Beim Stuttgart-Konzert schlägt sich Hubert von Goisern trotz körperlicher Schwäche wacker.
© Petra Hinterberger


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