
Heute um 20 Uhr springen sie wieder die unglaublichsten Backflip-Combos und lassen sich von 15.000 Zusehern feiern.
Doch die FMX-Rider müssen auch einiges einstecken. Sie
verletzten sich, brechen sich Füße - und sind gleichzeitig Sammler von Medaillen
und Trophäen.
Die Stürze gehören einfach dazu, so wie am Donnerstag in Wuppertal:
Der Japaner Taka Higashino crashte beim Training im Steinbruch von Oetelshofen
bei Wuppertal schwer.
Back to Biz. Doch schon gestern kam Tako wieder zurück. Gut gelaunt sorgte er im Training - ganz nach seiner Art - für Spaß unter den Fahrern. „Gestern war es sehr rutschig. Der Sturz passierte aufgrund des weichen Bodens. Dafür war aber auch die Landung weicher," erzählte er in seinem gebrochenen Jäpanese-Englisch. Er war nach seinem missglückten Sprung auf dem sandigen Boden aufgeschlagen. „Mein Beinmuskel tut mir etwas weh," so Higashino auf die Frage, ob er noch Schmerzen habe. Und er grinste dabei.
Higashino befindet sich in bester Gesellschaft, denn er ist nicht der einzige, der in dieser Saison medizinische Hilfe in Anspruch nehmen musste: Jeremy Steinberg musste die diesjährige Saison aufgrund einer Handverletzung frühzeitig beenden. Sein amerikanischer Landsmann Dustin Miller konnte bislang ebenso nur zuschauen. Er hatte sich beide Handgelenke auf einmal gebrochen.
Hals und Beinbruch. Für die Fahrer gehören Verletzungen mittlerweile ganz einfach zu ihrem Sport. Dazu der Südafrikaner Nick De Wit: „Ich habe schon einige Brüche und Wehwehchen gehabt, aber ich mache meinen Job schon seit 15 Jahren. Daher wundert es mich auch gar nicht," so De Wit. „Wir hatten alle schon mit gesprengten Schultern oder kaputten Ellbogen zu tun. Na und?"
Für Mat Rebeaud, den aktuell Führenden der Red Bull X-Fighters World Series 2008, bedeutete ein Oberschenkelbruch im Oktober 2006 eine 6-monatige Pause. Fabian Bauersachs musste 8 Monate Geduld beweisen: Solange dauerte die Wiederherstellung seines zertrümmerten Knies.
Der Australier Robbie Maddison - momentan Dritter in der Gesamtwertung und einziger Fahrer mit realistischen Chancen, Mat Rebeaud einzuholen - hat seine Verletzungen ironisch genommen: Mit einer Packung Eis in der Hand und vor seinem Container sitzend, dachte er, ein Nervenleiden zu haben. „Das tut wirklich sehr weh," sagte er.
Lang und ausführlich ist die Liste der Kratzer und Schäden, die sich die X-Fighters zuziehen: ob gebrochene Gliedmaßen, Bewusstlosigkeit und alle Arten von Prellungen oder Quetschungen. Es ist überraschend, dass sie trotzdem immer wieder ihre Motorräder besteigen. Aber wie machen die das?
Die Sucht. Nick De Wit bringt es mit seiner Erklärung auf den Punkt: „Bei jedem Sturz sagst du dir, dass du es nie wieder machst. Aber wenn du eine Zeit lang pausierst und dich erholt hast, dann fehlt dir was. Nach und nach vergisst man die schlechten Erfahrungen und du denkst dir, dass es cool wäre, mal wieder über eine Rampe zu springen. Tja, und dann steigst du wieder aufs Motorrad. Dieser Sport macht einfach süchtig."