
Jetzt geht’s wieder den Neckar talwärts zurück Richtung Rhein. Unzählige Schleusen machen das Vorwärtskommen mühsam. Auch der gestrige Abend hat seinen Tribut gefordert. Den ganzen Tag hänge ich fröstelnd und mit Kopfweh herum. Gegen 14 Uhr treffen wir in Heilbronn ein. Wenig später treffe ich mich mit Klaus Doldinger. Er ist unser heutiger Gast und wird mit seiner Band Passport den Abend eröffnen.
Ich bin etwas nervös, meine Bewunderung für ihn ist riesig und eigentlich wollte ich mich richtig gut vorbereiten. Das hab ich aber aus bekannten Gründen leider nicht machen können. Er nimmt mir aber gleich die Scheu und wir verstehen uns prächtig, reden mehr übers Schifahren als über Musik und vereinbaren zwei Stücke, für die ich ihn auf die Bühne bitten werde.
Aufgrund des schlechten Wetters müssen wir auf jegliche Proben verzichten. Es schüttet in Strömen, eine Sturmfront nach der anderen rollt aus dem Westen über das Gelände, alles ist klamm und ungemütlich.
Gott sei Dank legt sich der Wind und so können wir rechtzeitig beginnen. Klaus Doldinger spielt mit seiner Band ein tolles, hochmusikalisches Einstunden-Set mit vielen neuen Kompositionen, aber auch seinen „Killern“ das Boot und die Tatort-Signation. Seine Beiträge zum „Kohler“ und „I bi ån“ sind große Klasse und ich bin stolz wie ein Osterhase mit ihm zusammen zu spielen. Irgendwann hört es sogar auf zu regnen und der Abend wird – zu mindest in den Herzen – noch richtig warm.
Heilbronn, was hab ich hier nicht schon alles erlebt. Die legendären Auftritte am Gaffenberg mit den Alpinkatzen oder 2001, jenes unvergessliche Konzert an dem Tag, an dem ich wenige Stunden zuvor vom Tod meiner Mutter erfahren habe, oder auch das berührende Abschlusskonzert mit Mohammed Mounir. Das alles, vor allem aber die spürbare Zuneigung der Menschen hier, macht Heilbronn stets zu etwas sehr Speziellen.