
Wasser, Beton, Schleusen, Treibstofftanks, Strommasten, Windräder. Der Himmel, monochromes Grau. Lesewetter. Ich beschäftige mich mit der Musik unserer kommenden Gäste. Kurz vor Lüttich taucht linker Hand eine Böschung auf. Die dritte Dimension hat uns wieder.
Dann fahren wir durch eine Art Hohlweg, Sandsteinklippen zu beiden Seiten, bis der Kanal schließlich in die Maas mündet. Erste Ausläufer der Ardennen werden sichtbar. Gegen Abend erreichen wir das Zentrum der wallonischen Region Belgiens: Lüttich.
Am nächsten Morgen wird die Wiese vor unserer Anlegestelle schnell zum Fußballplatz umfunktioniert. Nachmittags proben wir für zwei Stunden und schwärmen dann aus, um die Stadt zu erkunden.
Lüttich hat in etwa die Größe von Linz. Und ist ebenso wie die Kulturhauptstadt 2009 eine Arbeiterstadt: Kohle- und Stahlindustrie bestimmten hier bis zu ihrem Zusammenbruch das Leben der Menschen.
Luxus ist dieser Stadt fremd. Das macht sie sympathisch. Die Anbindung an die Nordsee via Albertkanal hat in Lüttich den drittgrößten Binnenhafen der Welt entstehen lassen. Die wichtigsten Güter, die hier erzeugt werden, sind Waffen und Bier.