Culture / Music / Art

Von Hubert von Goisern am 05.07.2008

Hubert von Goisern reist per Schiff an die Nordsee. Der Musiker im Blog über die Barge und sein Team. Außerdem gibt‘s Fotos von seinem Treffen mit Konstantin Wecker.


Die Vorbereitungen der zweiten Schiffsreise legen von Tag zu Tag an Tempo und Dichte zu. Nicht wenig wird umgestaltet am dichten Schiff, teils aus im Vorjahr gewonnenen Erkenntnissen, teils aus der Notwendigkeit den Schiffsverband an die westlichen Wasserstraßen anzupassen.

Das Schiff. In der Werft zu Linz liegt die große Barge im Trockendock und bekommt ein Bugstrahlruder mit dazugehöriger Steuereinheit eingebaut. Das ist Vorschrift und notwendig, um die engen Radien auf dem Main und Neckar navigieren zu können. Das nicht nur mir ans Herz gewachsene Wohnschiff, die „Georg Brandner“, muss zu Hause bleiben. Das bedeutet eine Neugestaltung des „Dorfes“ und eine intensivere Nutzung der Barge, vor allem ihres Unterdecks. Es wird enger werden dieses Jahr, noch dichter.

Das Team. Auch das eine und andere neue Gesicht wird es geben. Maria Craffonara ist seit Herbst nicht mehr in der Band. An Marlenes und Mariccis Seite singt und geigt nun Elisabeth Schuen, Marlenes Schwester. Darinka Tsekova wird uns den ganzen Sommer begleiten und die Reise des vergangenen Jahres musikalisch gegenwärtig machen.

Es gibt auch einen neuen Tour Manager, Stefan Schröder. Und dann gibt’s noch Gunnar Geiblinger, er hat die Umbauarbeiten koordiniert, nachdem Günter, mein langjähriger Freund, Mutmacher und Mitinitiator des Projektes, in der heißen Phase der Arbeit selber mit einer heißen, krankheitsbedingten Phase zu kämpfen hatte. Die aber dem Himmel sei Dank gut ausgegangen ist.

Die Helfer. In der Zeit unserer Winterpause gab es einige Kritik an unserem Projekt. Vor allem daran, dass wir von „Linz 09“ und damit aus öffentlicher Hand unterstützt werden. Es sei an dieser Stelle darauf verwiesen, dass das Projekt auch durch andere großartige Partner ermöglicht wird: Red Bull und Brandner Schifffahrt sowie etwa ein Drittel mit Eigenmitteln.

Abgesehen davon fließt ein beträchtlicher Anteil der Gelder nach Linz zurück. Wir haben ortsansässige Firmen mit den Auf- und Umbauten beauftragt (z.B. die „Messe Linz“ und die oben erwähnte Linzer werft), außerdem verweist der Schiffsverband allein schon durch die Namensgebung „Linz Europa Tour 2007-2009“ zwei Jahre lang auf seiner transeuropäischen Reise auf die Kulturhauptstadt 2009.

„Es gibt freilich sonderbare Menschen-Bienen, welche aus dem Kelche aller Dinge, immer nur das Bitterste und Ärgerlichste zu saugen verstehen; und in der Tat, alle Dinge enthalten etwas von diesem Nicht-Honig in sich. Diese mögen über das geschilderte Glück unseres Zeitalters in ihrer Art Empfinden und an ihrem Bienenkorb des Unbehagens weiterbauen.“

(Nietzsche; Menschliches Allzumenschliches, 2. Bnd.)





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