Fußballer weint

Die traurigsten Sport-Rekorde

Bild: VINCENZO PINTO/AFP/Getty Images

Der schlechteste Boxer, die meisten Platzverweise, der mieseste Formel-1-Fahrer. Diese Athleten schrieben Geschichte, wenn auch nicht ganz freiwillig.

Vor genau 60 Jahren erschien das Guinness Buch der Rekorde zum ersten Mal. Zu Ehren der „Bibel der Bestleistungen“ listen wir euch diesmal denkwürdige Performances aus der Welt des Sports auf. Und denkwürdig heißt dabei keineswegs großartig. Bühne frei für die traurigsten Sport-Rekorde.

 

DER SCHLECHTESTE BOXER
Reggie Strickland ging so oft zu Boden wie kein anderer – und stand immer wieder auf. Mit 276 Niederlagen hält der US-Amerikaner einen einsamen Rekord, allerdings hat er mit insgesamt 363 Kämpfen auch die zweitmeisten bestritten.

DIE MEISTEN PLATZVERWEISE
36 Rote Karten: So lautet die Bilanz eines Fußballspiels der Juniorenliga Paraguays. Nach einer Schlägerei sah der Schiedsrichter nur noch Rot. Ins Nachbarland Uruguay geht dagegen der Titel für den schnellsten Platzverweis bei einer WM: José Batista holte sich bei der Endrunde 1986 im Gruppenspiel gegen Schottland nach gerade einmal 56 Sekunden die Rote Karte.

Ein kleines Stück WM-Geschichte: Die Rote Karte von José Batista nach nur 56 Sekunden.

© Juan Pedro Acosta // YouTube

DER SCHLECHTESTE NASCAR-FAHRER
John Delphus McDuffie, Jr., kurz J. D. McDuffie, fuhr 27 Jahre lang, bestritt insgesamt 653 Rennen und gewann kein einziges davon. Dennoch oder eben gerade deshalb wurde er zum Publikumsliebling.
 

DAS SCHLECHTESTE NBA-TEAM
Nur 7 Siege in 66 Partien. Die Charlotte Bobcats brachen damit in der Saison 2011/12 einen knapp 40 Jahre alten Negativ-Rekord. Einziger Lichtblick: Die meisten Niederlagen stehen immer noch bei den Philadelphia 76ers zu Buche. Charlottes Team-Eigner und Basketball-Ikone Michael Jordan hat das aber auch nicht glücklicher gestimmt.

„Jeder will Geschichte schreiben - aber doch nicht so!“
Ex-Bobcats-Profi Matt Carroll


DER MIESESTE FORMEL-1-FAHRER
Schlechte Piloten gab es in der Königsklasse des Motorsports zu Genüge. Chanoch Nissany gilt jedoch unter vielen Experten als das Nonplusultra. Warum? Der Israeli fuhr seinen Minardi nur einmal beim Freitagstraining und setzte ihn nach kurzer Zeit schon ins Kiesbett. Dabei hatte sich der damals 42-Jährige (!) zuvor über zu viel Grip beschwert. Zum Drüberstreuen musste Nissany während der Bergung mit dem Kran im Boliden sitzen bleiben - er wusste nicht, wie man das Lenkrad entfernt.
 

DIE SCHLECHTESTEN OLYMPIONIKEN
Der Adler und der Aal haben ihren Platz in den Annalen der Olympischen Spiele sicher. Gemeint sind dabei Michael „Eddie The Eagle“ Edwards, ein weitsichtiger, britischer Skispringer, und Eric „The Eel“ Moussambani, ein glückloser Schwimmer aus Äquatorial-Guinea. Trotz inferiorer Leistungen war den beiden Exoten eines gemein: Jubelstürme der Fans und die Verkörperung des olympischen Mottos „Dabei sein ist alles“.

Magic Moment bei Olympia: Schwimmer Eric Moussambani quält sich sichtbar über die 100 Meter, hat am Ende über eine Minute Rückstand auf die Bestmarke und wird dafür mit Standing Ovations bedacht.

© TICE123 // Youtube

DIE HÖCHSTE NIEDERLAGE IM FUSSBALL
Australiens Nationalteam fertigte im Rahmen der Qualifikation zur WM 2002 den Inselstaat Amerikanisch-Samoa mit 31:0 vom Feld und hält seitdem die Bestmarke für offizielle Länderspiele. Noch drastischer fiel eine Niederlage allerdings in der Liga Madagaskars aus. Aufgrund des Protests gegen eine Schiedsrichter-Entscheidung schoss sich das Team SO l’Emyrne gegen AS Adema einhundertneunundvierzig Gegentore. Die Pleite in Zahlen ausgedrückt: 0:149!

 

DIE ERFOLGREICHSTE ERFOLGLOSE
Auch über 10 Jahre nach Beendigung ihrer aktiven Karriere verfügt Anna Kournikowa über einen Bekanntheitsgrad, der jenem von Popstars um nichts nachsteht. Ist es wegen ihrer Erfolge auf der WTA-Tour? Wohl kaum. In 9 Jahren im Profizirkus gewann die schöne Russin (im Einzel) kein einziges Turnier. Für die Nummer 1 der Welt reichte es trotzdem. Und für Enrique Iglesias sowieso.

DER EWIGE ZWEITE

Was ist Glück? Wenn man sich zu einem der besten Radfahrer der Welt entwickelt. Was ist Pech? Wenn zur gleichen Zeit noch bessere aktiv sind. So erging es Raymond Poulidor. Der Franzose gewann zwar einige Rennen, beim wichtigsten, der Tour de France, ging er allerdings bei 14 Antreten leer aus. Drei zweite und fünf dritte Plätze sorgten dafür, dass Poulidors Name in Frankreich zu einem Synonym für „Pechvogel“ wurde.

 

DAS SCHLECHTESTE EISHOCKEY-TEAM
Hast du dir Dschingis Kahn schon einmal auf Schlittschuhen vorgestellt? Sieht komisch aus. Kaum verwunderlich also, dass die Mongolei den letzten Platz im offiziellen Ranking des Eishockey-Weltverbands einnimmt. Auszug aus dem ersten WM-Auftritt 2007: 4 Spiele, 4 Niederlagen, Torverhältnis 3:45. Und das gegen die Gegner Irland, Südafrika, Neuseeland und Luxemburg.

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08 2015 The Red Bulletin

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