Weltall

5 vergessene Helden, denen wir viel zu verdanken haben

Geschichte ist nicht fair: Diese fünf Pioniere schufen Großes – und gingen am Ende fast leer aus.
1. Der Porno-­Pionier

Russ Meyer, Regisseur

Russ Meyer liebte alles in XXL - vor allem aber Brüste. Nachdem er im Zweiten Weltkrieg als Kriegsberichterstatter stationiert war, widmete er sich der Arbeit als Fotograf. Er schickte seine Fotos von nackten Frauen an Hugh Hefner, dem Gründer des „Playboy“. Dieser liebte seine Bilder.

Russ Meyer begann, Filme zu drehen, die dem Genre Sexploitation zuzuordnen sind. Früher als Schmuddelware verlacht, laufen Meyers Meisterwerke heute in Cinematheken auf der ganzen Welt. Auf seinem Grabstein liest man die Grabinschrift: „Ich habe nicht bereut, es getan zu haben.“

Blumen ohne Duft (1970) von Russ Meyer  

2. Der Kaffee-König

Eric Favre, Erfinder

Favre erfindet 1970 die Kaffeekapsel, Nestlé setzt aber weiterhin auf Instantkaffee. Er sagt: „Das Problem ist, dass […] man selbst weiß, was aus der Idee werden kann, aber niemand versteht was man meint, da das Ganze etwas Neues ist und es noch keine Wörter gibt, um es zu beschreiben.“

Die Kapsel gerät zum Flop. Heute ist sie ein Milliardenerfolg. Der Erfinder hat seine eigene Firma Monodor SA und erstellt nun Tee mit Tpresso.

nestle

© Nespresso

3. Das Low-Budget-Logo

Nike

© GETTY IMAGES


Carolyn Davidson, Designerin​ 

Im Jahr 1971 zahlt Nike der Studentin 35 US-Dollar für den Swoosh“, der damalige Spitzname des Markenlogos. Er soll den Eindruck von Bewegung hervorrufen und stellt auf stilistische Art und Weise den Flügel von Nike, der griechischen Göttin des Sieges, dar. Sie ist fähig, sich mit sehr großer Geschwindigkeit zu bewegen.

Jahre später bedankt sich Nike mit Aktien und einem goldenen Ring, der mit Diamanten in Form des Firmenlogos besetzt ist.

4. Der ein­same Fotograf​ 

Hercule Florence, Maler​ 

1833 erfindet Florence in Brasilien die Fotografie, erzählt aber keinem davon. Er gab seine Forschung auf, nachdem Louis Daguerre in Frankreich einen Weg gefunden hat, Bilder auf einer Kupferplatte darzustellen. Das war im Jahre 1839.

Florence bleibt jedoch mit seinem Bild „Rebecca“ der erste Fotograf in Lateinamerika.

Foto

© GETTY IMAGES

5. Der Weltenentdecker

Hugh Everett, Physiker

Als Everett 1956 seine Arbeit über Parallelwelten veröffentlichte, erklärten ihn die Kollegen schlicht für verrückt. Das war zu viel für ihn, er kehrte der Wissenschaft den Rücken. Heute sind Everetts Theorien anerkannt.

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06 2015 The Red Bulletin

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