Eiskalte Filme: The Day After Tomorrow und Co.

Filme weit unter dem Gefrierpunkt

Text: Marco Rauch, Christoph Stachowetz
Foto: 20th Century Fox Home Entertainment

Draußen ist es kalt, also lieber daheim bleiben und den Fernseher anmachen. Doch Vorsicht: Bei diesen Filmen gefriert dir schon beim Zusehen der Atem.

Der Sommer und die teils brütende Hitze sind längst Vergangenheit, und mit ihm auch die großen Kino-Blockbuster mit teilweise subtropischen Settings. Vor uns steht der Winter. Passend zum doch idealeren Kino-Klima - kalt, nass, düster - haben wir uns Gedanken zu Filmen gemacht, in denen die Spannung vom Kampf gegen die Kälte ausgeht oder in denen die Gefahr im frostigen Schnee lauert. Eiskalte Filme eben.

BLUTGLETSCHER

Nicht nur Touristen, schwindelerregende Abhänge und fröstelnde Kälte sind heutzutage auf den Bergen zu finden, nein auch der Klimawandel in gruseliger, monströser Form zeigt sich in diesem österreichischen Horrorstreifen. Ganz ehrlich, was erwartet man sich auch von einem Film mit dem Titel „Blutgletscher“? Und wenn mutierte Super-Tiere angreifen, dann sind Felswände und Kälte wahrlich die geringste Sorge der auf dem Berg festsitzenden Protagonisten. Marvin Kren beweist damit nach „Rammbock“ einmal mehr, dass auch deutschsprachige Horrorfilme ihren Reiz haben, ganz zu schweigen von praktischen Effekten und Monstern.

© YouTube // KochMediaFilmDE

Alive!

Eine Rugby-Mannschaft aus Uruguay stürzt in den Anden ab und ist auf einer Höhe von 3.800 Metern in der Einöde ohne Aussicht auf Rettung scheinbar hoffnungslos verloren. Klingt brisant, basiert zudem auch noch auf wahren Begebenheiten: Acht Tage nach dem Absturz hören die Überlebenden, dass die Suche nach ihnen aufgegeben wurde. Nicht nur die eisigen Temperaturen und die verlorene Hoffnung zehren Tag für Tag an den (anfangs noch) 33 Passagieren, auch der Mangel an Nahrung führt in weiterer Folge zu Verzweiflungstaten (man überlege mal schnell, wo man was zu Essen auftreiben könnte). Auch wenn Frank Marshalls Film vielleicht Probleme bei der Inszenierung vorweist, so kann wohl niemand bestreiten, dass das Szenario selbst kaum noch nervenzerreißender sein könnte.

© YouTube // prtxD

The Day After Tomorrow

Einen spannenden Wettlauf gegen die Klimaerwärmung kann wohl niemand anderes als Spektakelkönig Roland Emmerich („Godzilla“, „Independence Day“) so unterhaltsam inszenieren. Nun, vermutlich gibt es einige andere Regisseure, die es versuchen könnten, aber wohl keiner ist in der Lage, eine wortwörtliche Verfolgungsjagd gegen eine Kaltwetterfront dramaturgisch auf die Leinwand zu bannen („The Happening“ lassen wir mal aussen vor). Auf der Flucht ist übrigens Jake Gyllenhaal, der ja auch als Alpinist auf dem Everest im gleichnamigen Film ums Überleben bei Kälte kämpft. „The Day After Tomorrow“ (leider nicht mit der direkten Übersetzung “Übermorgen” im deutsche Sprachraum erschienen) ist ein Klassiker unter den So-Bad-it’s-Good-Filmen: Wenn er schon mal läuft, kann man getrost das Hirn ausschalten und sich dem Bombast an Spezialeffekten, der unkaschierten Meinungsmache des Regisseurs sowie fantastisch schlechten Dialogen hingeben.

© YouTube // 20th Century Fox 

The Thing

Ähnlich wie in „Blutgletscher“ ist es hier ein außerirdisches Wesen, das den Helden das Leben schwer macht. Mit den Temperaturen kommt das Team rund um Kurt Russell, das in der Antarktis forscht, ja klar, doch gegen ein Alien, welches die Kollegen zu tödlichen Gegnern macht, ist noch kein Mittel gewachsen. Eingeschlossen in schneidender Kälte, gilt es also, einen beinahe unsichtbaren Feind zu vernichten. Nicht nur die vollkommen berechtigte Angst vor dem Erfrieren und natürlich auch dem Außerirdischen ist damit vorprogrammiert, sondern auch die vor den eigenen Kollegen und teils guten Freunden. John Carpenter, der ja stets ein Meister darin ist, subversive Themen in seine Genrefilme mit einfließen zu lassen, bringt hier die Paranoia in die Berg- und Schneewelten.

© YouTube // ThrillerChillerFilms

Snowpiercer

Der Klimawandel und die verzweifelten Versuche, ihn aufzuhalten, gehören in „Snowpiercer“ längst der traurigen Vergangenheit an. Stattdessen sind die Überlebenden in einen sich ständig bewegenden und vor der eisigen Kälte fliehenden Zug eingepfercht, in dem ein brutales Klassensystem vorherrscht. So gefährlich der außen herrschende Schnee ist, und das wird eindrucksvoll in einer Szene dargestellt, wo ein Arbeiter der unteren Schicht bestraft wird, so befreiend kann er in letzter Instanz auch wirken (Genaueres soll hier nicht vorweggenommen werden). Überaus beeindruckend, was der Südkoreaner Joon-ho Bong in seinem englischsprachigen Debüt inszeniert und welch vielseitige Bedeutungen dem Schnee und der Kälte in dem passend betitelten Snowpiercer zukommen.

© YouTube // MFA+Filmdistribution

Pressplay

Dieser Artikel ist in Kooperation mit pressplay entstanden. Weitere Storys zu Film, Musik und Games gibt es hier: www.pressplay.at

 

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11 2015 Pressplay für The Red Bulletin

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