Cannes Festival

Cannes Film Festival - Live Fast, Die Old

Text: Rüdiger Sturm
Bild oben: Getty Images

Die 69. Auflage der Filmfestspiele von Cannes ist in vollem Gange, wir sind live dabei. Und das Highlight der Côte d’Azur lehrt uns wieder einmal: Länger ist besser.

Männer unter 40 sollten die erste Folge dieses Berichts nicht lesen. Oder vielleicht doch. Denn wenn das größte, glamour-, skandal- und kunstträchtigste Filmfestival der Welt eines für das maskuline Leben beweist, dann dies: Je länger, desto besser.

In Cannes scharen sich Babes wie Kirsten Dunst oder Vanessa Paradis um Jurypräsident George Miller, 71. Ein Woody Allen, stolze 80, verkündet mit lausbübischem Grinsen: „Ich fühle mich voller Energie. Ich kann endlos weitermachen“ und bringt wie als Beweis seine leicht bekleideten Hauptdarstellerinnen Blake Lively und Kristen Stewart mit. Zugegeben, er hat mit Jesse Eisenberg auch noch einen männlichen Hauptdarsteller dabei. Aber der weiß, was Sache ist: Zum Interview, bei dem er nervös auf seinem Stuhl hin und her rückt, kommt er mit Reisepass, weil er aus dem „Country of Old Men“ gleich wieder wegfliegen will.

Und das ist keine beliebige Momentaufnahme. Praktisch das ganze Festival wird von den reifen Herren geprägt – Regisseuren wie Ken Loach, 79, Sean Penn, 55 oder Paul Verhoeven, 77. Nicolas Winding Refn, 45, drehte gleich einen ganzen Film über junge Models. Am Donnerstag gehörten alle Schlagzeilen George Clooney, 55. Dass der in „Money Monster“ eine peinliche Tanzszene hinlegte – wen kümmert’s?​

Gut, ganz geschlagen geben sich die Youngsters doch nicht. Der Verfasser dieses Blogs bricht jetzt gleich zur Jachtparty eines 34-Jährigen auf. Allerdings sollte dessen Identität besser verschwiegen bleiben. Der ‚Claim to fame’ des Gastgebers – er ist Sänger mehrerer russischer Nr.-1-Hits, der sich jetzt als Schauspieler versucht. Doch wer weiß? Vielleicht reift in ihm ja ein neuer Clooney heran.

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05 2016 The Red Bulletin

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