best music of 2015

Die 10 besten Songs des Jahres …

Text: Florian Obkircher
Bild: Ian Witlen/Red Bull Content Pool

…, die du wahrscheinlich noch nicht gehört hast. Brutalo-Rock, Bunker-R&B, Roboter-Chormusik – mit diesen geheimen Hits kannst du deine Freunde beindrucken.

Dezember ist Bestenlistenzeit. Die großen Kracher des Jahres – von DrakesHotline Bling“ bis „I Can’t Feel My Face“ von The Weeknd – werden sich in den meisten der Musik-Jahresrückblicke wiederfinden. Hier wollen wir aber einen Blick auf die übersehenen Meisterwerke werfen. Auf die besten zehn Songs des Jahres, die viel zu wenige Menschen kennen.

1. Abra – „Roses“

© YouTube // Awful Records

Für Fans von: Aaliyah, Tinashe

Klingt nach: Dunklem Kellerclub, Schweiß tropft von der Betondecke

Info: Das R&B-Revival nimmt immer mehr an Fahrt auf, selbst experimentelle Künstler wie FKA Twigs und Kelela genießen derzeit breite Aufmerksamkeit. In der Reihe dahinter scharrt Abra in den Startlöchern. Ihr Debütalbum „Rose“ erschien beim angesagten Hip-Hop-Label Awful und ist das momentan beste Zwitteralben zwischen räudigem House und reizendem R&B.

2. Ash Koosha - „I Feel That“

© YouTube // Ash Koosha

Für Fans von: Björk, Aphex Twin

Klingt nach: Heulenden Computerchips

Info: Vor sechs Jahren spielte der Iraner in dem großartigen und herzerwärmenden Musikfilm „No One Knows About Persian Cats„ mit. Sein großer Traum in dem Streifen: mit seiner Rockband ein Konzert in London zu spielen. Heute lebt er an der Themse und macht Computermusik, die artifiziell und emotional gleichzeitig klingt. Anders gesagt: der perfekte Soundtrack für eine Romcom am Mars mit Hal3000 in der Hauptrolle.

3. Braids – „Taste“

© YouTube // braidsmusic

Für Fans von: Robyn, Little Dragon

Klingt nach: Waldluft nach dem Gewitter

Info: In einer besseren Welt würde dieses kanadische Trio die Heavy-Rotation-Charts sämtlicher Alternative-Radiostationen anführen. Stattdessen geht ihr wunderbar schwelgerisches Indie-Pop-Album „Deep In The Iris“ mit neun melancholischen Hymnen im Stil von „Taste“ wohl leider nur in die Annalen der übersehenen Meisterwerke von 2015 ein.

4. DJJ – „Just a Lil“

© YouTube // FACTmagazine

Für Fans von: Daft Punk

Klingt nach: Clubmusikvideos auf VHS-Kassette

Info: Viel weiß man über den walisischen Produzenten. Es gibt keine Fotos von ihm, niemand kennt seinen bürgerlichen Namen. Angesichts der Mächtigkeit seines Dancefloor-Killers „Just A Lil“ – der geheime Ibzia-Hit des Sommers – ist das aber ohnehin Nebensache. Wem Daft Punk schon immer zu poliert klang, wird hier sein Glück finden: Ein verzerrtes Soul-Sample eiert in der Endlosschleife, darüber poltert ein räudiger Beat. Mehr Elemente braucht dieser Geheimhit nicht, um jeden Club der Welt zu rocken.

5. D.R.A.M. – „$“

© YouTube // Does.Real. Ass.Music.

Für Fans von: Chance The Rapper, Drake

Klingt nach: Nachdenklichem Blättern im Fotoalbum

Info: Es hätte sein Jahr werden sollen: Mit „Cha Cha“ hatte der Rapper einen Szene-Hit am Start, der von Kollegen wie Beyoncé und Drake gefeiert wurde. Letzterem gefiel der Song wohl zu gut: Drake klaute das Grundmotiv für seinen eigenen Hit „Hotline Bling“ und stahl D.R.A.M. damit die Show. Vielleicht klingt D.R.A.M.s  Nachfolge-Single „$“ deshalb so traurig. Soll sein, denn mit dieser Extra-Portion Melancholie  – und dem Bläserarrangement des genialen Donnie Trumpet – gelingt D.R.A.M. seine wirklich große Hymne des Jahres.

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12 2015 Redbulletin.com

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