best music of 2015

Die 10 besten Songs des Jahres …

Text: Florian Obkircher
Bild: Pat Stevenson / Red Bull Content Pool

…, die du wahrscheinlich noch nicht gehört hast. Teil 2 unserer musikalischen Geheim-Hits.

Dezember ist Bestenlistenzeit. Die großen Kracher des Jahres – von Drakes “Hotline Bling“ bis „I Can’t Feel My Face“ von The Weeknd – werden sich in den meisten der Musik-Jahresrückblicke wiederfinden. Hier wollen wir aber einen Blick auf die übersehenen Meisterwerke werfen. Auf die besten zehn Songs des Jahres, die viel zu wenige Menschen kennen.

Hier geht es zu Teil 1 

6. Fantasma – „Shangrila“

© YouTube // Fantasma

Für Fans von: M.I.A.

Klingt nach: Cocktail-Party am Pool

Info: Als der südafrikanische Meister-Rapper Spoek Mathambo im Januar sein neues Bandprojekt Fantasma mit dem Album „Free Love“ ins Rennen schickte, stach vor allem dieses leichtfüßige Pop-Juwel hervor. High-Life-Gitarren, eine süßlich hypnotische Gesangsmelodie der Sängerin Moonchild, ein beschwingter Beat – fertig war der perfekte Sommerhit mitten im Winter, der an Faszination auch nun, fast ein Jahr später, nichts eingebüßt hat.

7. Jay Rock – „Traffic Jam“ (Easy Bake Remix)

© YouTube // Top Dawg Entertainment 

Für Fans von:  Dr. Dre, Kendrick Lamar

Klingt nach: Spritztour im Lowrider

Info: 2015 war das Jahr von Kendrick Lamar. Sein „To Pimp a Butterfly“ war so übermächtig, dass das exzellente „99059“-Album seines TDE-Crew-Kollegen Jay Rock daneben etwas unterging. Zu unrecht, was nicht zuletzt dieser Track beweist, bei dem Kendrick übrigens auch eine Strophe beisteuert: Entspannte Kopfnicker-Beats, die an Dr. Dre in Höchstform erinnern, dazu ein herrlich souliger Refrain von Durchstarterin SZA. Chilliger hat die Westküste schon lang nicht mehr geklungen.

7. Moses Sumney – „O Superman“

© YouTube // seannie

Für Fans von: James Blake, Bon Iver

Klingt nach: Cher im Kirchenchor

Info:  Man kann es niemandem verübeln, wenn er Autotune hasst. In den letzten Jahren wurde der Stimmeffekt über die Grenze des guten Geschmacks hinaus ausgereizt. Trotzdem zahlt es sich aus, diesem Kleinod des jungen, kalifornischen Songwriters eine Chance zu geben. Mit einem Chor aus Roboter-Engeln macht er sich diesen Klassiker von Laurie Anderson zu eigen. Er packt Elektronik dazu, Gospel und Psychedelic-Effekte. Ein heikler Balance-Akt, der Moses Sumney aber auf beeindruckende Weise gelingt.

9. Protomartyr - „Why Does It Shake?“

© YouTube // hardlyartrecords

Für Fans von: Nick Cave, Joy Division

Klingt nach: Dem bösen Ende einer durchzechten Nacht

Info: Zugegeben, dieser Geheimhit ist vielleicht nicht ganz so geheim. Aber weil es der vermutlich beste Rock-Song des Jahres ist, darf er hier nicht fehlen. Die Stücke dieser Band aus Detroit sind so kalt wie kraftvoll, die Texte von Sänger Joe Casey sind so poetisch wie angsteinflößend – und genau das macht Protomartyr so geil. Sie verstören, sie rütteln auf wie kaum eine andere Indie-Rock-Band momentan. Bester Musikmoment dieses Songs, ach was, dieses Jahres: Kurz nach dem Zwei-Minuten-Punkt, wenn die verzerrte Gitarre losbrettert und dir das Gehirn wegpustet.

10. Sheer Mag – „Button Up“

© YouTube // Ambient Light Music

Für Fans von: Thin Lizzy, The Strokes

Klingt nach: Erstem Tag der großen Ferien

Info: Kaum ein Song machte 2015 so viel Spaß wie dieser. Versteckt auf der B-Seite der zweiten, selbstbetitelten Single dieser Indie-Formation um Frontfrau Christina Halladay, mauserte sich „Button Up“ langsam zum Szene-Hit. Kratziger Gesang, verzerrte Gitarrenakkorde im Siebziger-Rock-Stil – und die Extra-Portion Lust am Leben, die in dem Song mitschwingt, wecken große Neugierde auf das demnächst anstehende Debütalbum dieses jungen Quartetts aus Philadelphia. 

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12 2015 Redbulletin.com

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