Deadpool

Die schrägsten Superhelden-Filme

Foto: Getty Images

Vergiss Batman, Superman oder die Avengers. Den etwas schrägen Superhelden gehört die Welt. Wir sagen dir, warum ihre Filme wirklich sehenswert sind.

Bis zum Kinostart von Deadpool, dem zweifellos sonderbarsten Superhelden der letzten Jahre, ist es noch ein Weilchen hin, aber zum Glück gibt es ja schon eine unüberschaubare Flut an Filmen, mit der man sich bis dahin beschäftigen kann. Grund genug eine kurze Gedächtnishilfe, sprich: Auflistung an Superhelden, zu erstellen, die zwar mit der Zeit ein wenig in Vergessenheit geraten sind, aber keinesfalls abzuschreiben sind. Nicht zuletzt weil die Filme von grandios bis zu herrlich bizarr und absurd trashig reichen, weswegen man sie einfach (wieder) sehen will. Denn alle sind in erster Linie eines: unterhaltsam. Jeder auf seiner Art.

Deadpool startet am 11. Februar in den Kinos: Schau dir den Film bei der CINEPLEXX MEN’S MOVIE NIGHT presented by The Red Bulletin an!

1. Hellboy

© YouTube // TrailerFreakGER

Basierend auf der Dark-Horse-Comicserie von Mike Mignola konnte „Hellboy“ im Jahr 2004 das Publikum und auch die internationale Kritik hellauf begeistern. Grund dafür war sicherlich zunächst der Regisseur: Guillermo del Toro, seines Zeichens mexikanischer Meister für oft düsteres sowie unglaublich kreatives Fantasy-Kino („The Devil’s Backbone“, „Cronos“, „Pan’s Labyrinth“) konnte mit der Umsetzung des schrägen Anti-Helden erneut beweisen, was in ihm steckt. Der Hellboy selbst wurde zudem perfekt besetzt: Schauspielveteran Ron Perlman verkörperte das bekehrte dämonische Wesen aus der Hölle mit schrägem Humor, wie es wohl kein Zweiter könnte. Auch seine langjährige Erfahrung mit starkem Make-Up und die herrlich dunkle Stimmlage waren wohl noch zusätzliche Boni. Wie in jedem seiner Filme schaffte es del Toro auch bei „Hellboy“, seinem Werk einen eigenen bizarren Stempel aufzudrücken und es damit vom Rest der Masse abzuheben. Angesichts der Flut an Comic-Verfilmungen und der damit einhergehenden Ermüdungserscheinungen des Publikums sollte man sich mal unbedingt beide Teile zu Gemüte führen - auch um dabei zu beobachten, wie man abseits von starren Schablonen der Marke „Thor“ oder „Green Lantern“ Figuren schaffen kann, die gleichermaßen faszinierend wie auch unterhaltsam sind.

2. Spawn

© YouTube // ReMastered by JDG

Wie schon der Hellboy zuvor ist auch der Spawn ein Abgesandter aus der Hölle, nur mit einem anderen Hintergrund - und dabei schon viele Jahre zuvor auf der Leinwand verewigt. Kaum zu glauben, aber schon 1997 wurden Filme mit tragischen Comic-Figuren und viel Effekt (wortwörtlich) produziert. Regisseur Mark A.Z. Dippé, erfahren auf dem Gebiet der Spezialeffekte mit Werken wie „Ghost“, „Jurassic Park“, „Terminator 2“ und „Back to the Future 2“, lieferte sein Debüt entsprechend pompös ab: Ein ehemaliger Spezialagent (als einer der ersten schwarzen Superhelden: Michael Jai White), von seinen Vorgesetzten verraten und dem Tod ausgeliefert, schließt in der Unterwelt angekommen einen Pakt mit dem dort vorherrschenden Dämonenkönig Malebolgia, um Rache üben zu können. Klingt imposant, war es dann auch, zumindest optisch. Schon allein das Make-Up des kaum zu erkennenden John Leguizamo sollte man gesehen haben, auch der herrlich überzeichnete Antagonist, dargestellt von niemand anderem als Michael Sheen, lädt zum Schmunzeln ein. Auch wenn der Film-Spawn vielleicht wenig mit dem Comic-Spawn zu tun hat, so finden sich vor allem in jüngerer Vergangenheit weitaus weniger ambitionierte und vor allem belanglosere Werke.

3. Darkman

© YouTube // Movieclips Trailer Vault

So kann man es auch machen. Anstatt sich die Rechte für ein Superhelden-Comic zu kaufen - denn das kann ja ganz schön in die Geldbörse gehen -, beschloss Sam Raimi Anfang 1990, einfach selbst einen Superhelden zu kreieren. Herausgekommen ist Darkman. Eine Mischung aus Phantom der Oper, Elefantenmensch und dem dunklen Ritter selbst, Batman. Ein Wissenschaftler wird von Gangstern gefoltert und dem sicheren Tod überlassen, doch anstatt wie von den Bösen geplant qualvoll zu verbrennen, überlebt Peyton Westlake (Liam Neeson) den Angriff. Fürchterlich entstellt, begibt er sich im Anschluss aber nicht in Therapie oder lässt sich gar wegen seiner Verbrennungen behandeln, nein, er tut das, was jeder vernünftige Wissenschaftler tut: er übt Rache, im (blutigen?) Superhelden-Stil.

4. Unbreakable

Der “Unzerstörbare” David Dunn verhindert eine Katastrophe und besiegt dadurch erneut den kürzlich aus der psychiatrischen Anstalt geflohenen “Glassman” Elijah Price - ist wohl keine Schlagzeile, die viele Zeitungen verkaufen wird. Und das nicht nur, weil sie einfach viel zu lange ist, sondern weil man sich wohl auch fragen wird, wer denn dieser Dunn (Bruce Willis, natürlich) und Elijah (Samuel L. Jackson, mal anders) sind? Dafür muss man sich M. Night Shyamalans „Unbreakable“ aus dem Jahr 2000 anschauen, also eine Zeit, in der Shyamalan noch gute Filme gemacht hat und es keine Schande oder Zeitverschwendung war, sie anzuschauen. Darin zeigt sich ein erfrischend reales Porträt über die Entstehungsgeschichte eines Superhelden, die Logik dahinter und auch der Grund, wieso er einen Antagonisten benötigt. Zugegeben: „Unbreakable“ ist im Vergleich zu gängiger Superheldenkost ruhig und langsam erzählt, aber gleichzeitig einer der klügsten und lohnenswertesten Superheldenfilme überhaupt.

5.Mystery Men

© YouTube // Movieclips Trailer Vault 

Hier die wahre Definition von einem Ersatzteam an Superhelden. Mr. Furious (nicht Vin Diesel, sondern Ben Stiller), The Blue Raja (Hank Azaria), Shoveler (William H. Macy) oder The Bowler (Janeane Garofalo) sind wirklich nicht die Helden, die man als erstes ruft, wenn es heißt, die Welt zu retten. Trotzdem gibt es wohl kein lustigeres und farbenprächtigeres Superheldenteam als die Mystery Men. Da können nicht mal die Avengers mit ihren im Vergleich fast hilflos nach Lachern bettelnden Dialogen mithalten. Und nachdem Captain Amazing (Greg Kinnear, der sicher in irgendeinem Universum in naher Verwandtschaft zu Captain America steht) von der Bildfläche verschwindet, wird es halt Zeit für die “Ersatzsuperhelden”, das Zepter - oder die Schaufel oder eine Bowlingkugel, je nachdem - in die Hand zu nehmen.

6. Constantine

© YouTube // Moviedinho

Regisseur Francis Lawrence (übrigens gebürtiger Wiener) hat 2005 mit seinem Kinodebüt den düsteren, kettenrauchenden Comic-Antihelden John Constantine der „Hellblazer“-Reihe auf die große Leinwand gebracht. Kritiker konnten wenig mit dem Film anfangen, in Sachen Einnahmen an der Kinokassa durfte jedoch ein kleiner Erfolg verzeichnet werden. Die Gründe liegen auf der Hand: Zum einen war etwa die gewisse Anziehungskraft einer (damals) ungewöhnlich starken Besetzung vorhanden, die mit aufstrebenden Stars wie Keanu Reeves und Rachel Weisz, aber auch weitaus interessanteren Schauspielern in Nebenrollen wie etwa Tilda Swinton, Shia LaBeouf (!), Peter Stormare und Djimon Hounsou einiges zu bieten hatte. Andererseits ergab die weniger comichaft überzeichnete, eher zynisch-unheimliche Erzählung zusammen mit sehr ansehnlichen Effekten eine gelungene Mischung, die nicht langweilig oder allzu vorhersehbar war. Nicht zu verwechseln übrigens mit der miserablen TV-Serie.

7. The Spirit

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Man kann getrost behaupten, dass Frank Miller Talent für Comics bzw. Graphic Novels hat (man denke nur an „Sin City“, „300“, „The Dark Knight Returns“ und ganz besonders „Ronin und Hard Boiled“). Man kann aber umgekehrt sagen, dass er sich besser nicht (im Alleingang) in den Regiestuhl setzen sollte. Beweisstücke A bis einschließlich Z in diesem Fall: „The Spirit“. Trotz allem hat dieses Konvolut an überstilisierter Gewalt, unverschämt hochkarätiger Besetzung und skurriler Handlung samt Nazi-Anspielungen, die in unheimlicher Weise ein wenig (aber wirklich nur Ansatzweise) auf die private Gesinnung Millers deuten, schon etwas unfreiwillig Komisches an sich. Ganz zu schweigen natürlich von den in Latex und anderen engen oder luftigen Kleidern gehüllten Schönheiten wie Scarlett Johansson, Eva Mendes und Jaime King. All das macht die Geschichte um einen von den Toten zurückgekehrten Polizisten (Gabriel Macht), der in Central City (nicht zu verwechseln mit der “Nachbarstadt” BaSin City) gegen das Böse in Form von Samuel L. Jackson kämpft - diesmal nicht als Glasmann sondern als “Octopus” - zu einem so kurios schlechten Film, dass er schon wieder sehenswert ist. 

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01 2016 Redbulletin.com

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