carice Van Houten

Game of Thrones: Carice van Houten verrät, warum das Leben nicht fair ist

Text: Rüdiger Sturm
Foto: HBO

Sie ist eines der größten Sexsymbole von „Game of Thrones“ – und Carice van Houten hat damit auch keine Schwierigkeit. Aber jetzt könnte sie noch eine andere Rolle spielen: die Retterin von Jon Snow. Die holländische Darstellerin erzählt, was wir von ihr erwarten können.

THE RED BULLETIN: Wie war es, die Szene zu drehen, in der Ihre Figur in „Game of Thrones“ Jon Snow wieder zum Leben erweckt?

CARICE VAN HOUTEN: Guter Scherz. Warum glaubt nur jeder, dass ich das kann? Macht mir nicht so viel Druck. Melisandre hat ein paar Zaubertränke zusammengemischt, und das war’s. Jemanden zum Leben erwecken, ist ein ganz anderes Kaliber. Ich verstehe, warum sich alle wünschen, dass Jon Snow zurückkehrt. In dieser verkorksten Welt brauchen wir gute Leute. Aber das gehört nun mal zur Serie. Die Guten sterben. Sie ist wie das Leben – nicht fair. Sorry, Leute, ich muss euch enttäuschen.

Aber wenn Sie die Wahl hätten, jemand von den toten Charakteren zurückzubringen – wen würden Sie wählen?

König Joffrey und Tywin Lannister.

Zwei der gewalttätigsten Figuren der Serie?

Aber es war doch wunderschön, Joffrey zu hassen. Außerdem gibt’s da noch andere Kriterien. Denn ich habe es geliebt, den beiden Schauspielern Jack Gleeson und Charles Dance zuzuschauen.

Der Trailer der sechsten Staffel von „Game of Thrones“

© ControvT // YouTube

Ihre Figur ist ja auch nicht die große Sympathieträgerin.  Können Sie es empfehlen, in die Haut so einer Person zu schlüpfen?

Nur insofern, als du dadurch lernst, dass nicht jeder ein geborener Bösewicht ist. Melisandre hat sehr grausame Methoden, aber letztlich will sie die Menschheit retten. Sie glaubt, sie gibt ihr Bestes.

Problematisch ist bei ihr nur, dass sie eine Fanatikerin ist, die alles unter Kontrolle hat und kaum Emotionen zeigt. Das ist sehr schwierig darzustellen, denn ich bin ein ganz anderer Mensch. Erst jetzt, am Ende der fünften Staffel, ist sie verwirrt, weil ihre Methoden nicht mehr funktionieren. Endlich kann ich die Risse in ihrem Charakter zeigen.

Wie oft passiert es Ihnen, dass Ihre eigenen Methoden nicht funktionieren?

Tausende Male. 

Und wie sind Sie damit fertig geworden?

Viele Therapiesitzungen (lacht).  Aber wir haben nicht die Zeit, das alles auszubreiten.

Andererseits müssen Sie ziemlich selbstbewusst sein, denn Sie haben keine Probleme, sich nackt vor der Kamera zu zeigen.

Ich liebe es! – Nein, im Ernst. Es ist nicht gerade das, was ich am liebsten mache. Aber es wäre merkwürdig, wenn ich mich da in bestimmten Szenen verhüllen würde. Das macht doch in Wirklichkeit niemand. Wir versuchen in der Serie so hart und realistisch wie möglich zu sein. Abgesehen davon mag ich diese ganze Scheinheiligkeit nicht.

Einerseits können wir zeigen, wie Leute abgeschlachtet werden, und wegen eines einzigen Nippels gibt es einen Riesenaufschrei. Wenn solche Szenen künstlerisch Sinn machen und nicht bloß dazu dienen, meine Titten und meinen Arsch zu zeigen, dann drehe ich sie auch.

„Einerseits können wir zeigen, wie Leute abgeschlachtet werden, und wegen eines einzigen Nippels gibt es einen Riesenaufschrei.“

Bei all Ihrer Coolness - gibt es mal Momente, die selbst Ihnen zu viel werden?

Beim Dreh zu „Game of Thrones“ gab es schon die ein oder andere Situation, die nicht gerade angenehm war. Die Szene, wo ich das Schattenmonster zur Welt bringe, war schon extrem. Ich liege halbnackt mit gespreizten Beinen auf einer Decke, mitten im Dreck, Leute blasen in Röhren, die auf meinem Bauch befestigt sind, andere malen meine Nippel an. Das nenne ich eine echte Herausforderung.

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04 2016 The Red Bulletin

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