Hardcore

„Hardcore“​: Kino, wie du es noch nie gesehen hast

Foto:  STX Entertainement

Neuartiges Kino: Dank der konsequenten Egoperspektive und einer geballten Ladung Action ist „Hardcore“ ein Muss für alle Gamer.

Alle Jahre wieder tritt ein Kinofilm ins Rampenlicht, der neue Maßstäbe setzt. „Jurassic Park“ begeisterte das Publikum mit aufwendigen Computeranimationen. „Avatar“ kam mit den brilliantesten 3-D-Effekten daher. Jetzt also bietet „Hardcore“ ein Abenteuer für die Generation Gamer.

Der Slogan lautet: „Erst haben sie ihn gefährlich gemacht. Dann haben sie ihn verrückt gemacht.“ Nur mit der Ausnahme, dass „ihn“ in diesem Fall irgendwie auch du bist. Angekündigt als der allererste Actionfilm, der vollständig aus der First-Person-Sicht des Helden gefilmt ist, nimmt dich „Hardcore“ mit auf einen echten Adrenalin-Rausch. 

Schon auf dem Toronto Film Festival 2015 wurde die Produktion, die im Original „Hardcore Henry” heißt, viel beachtet und erntete gute Kritiken, nun geht die Reise aber erst so richtig los. Es sieht vielleicht wie ein Videospiel aus, aber der Controller liegt in den Händen der Produzenten. Wir sitzen nur bequem in den Kinosesseln, angeschnallt für eine wilde Fahrt durch Moskau.

© YouTube // STX Entertainment

Wir sehen die Geschichte durch die Augen der Hauptfigur Henry, die wieder zum Leben erweckt wird, allerdings ihr Gedächtnis verloren hat. Daraufhin folgt ein Ritt, der es in sich hat – zum einen will der Protagonist seine Identität entdecken, zum anderen seine Frau Estelle (Haley Bennet) aus den Fängen des russischen Söldnerboss Akan (Danila Kozlovsky) retten. Unterstützung gibt es vom schrägen Jimmy (Sharlto Copley).

Trotz seiner kybernetischen Fähigkeiten muss Henry – halb Mensch, halb Maschine – dabei eine Menge einstecken. Er steht allerdings immer wieder auf, bis es dann zum letzten großen Kampf kommt.

Bisher wurde noch nie ein Kinofilm komplett in First-Person-Sicht gedreht. Immerhin, in der wenig anspruchsvollen Videospielverfilmung „Doom“ mit Dwayne „The Rock“ Johnson aus dem Jahr 2005 setzte Hollywood für einige Minuten auf die Gaming-Perspektive. Als Inspiration hat diese bei Fans so beliebte Sequenz sicherlich gedient.

© YouTube // Shadow Heart

Doch es gibt weitere Meilensteine der Filmgeschichte, an denen sich „Hardcore“ orientieren konnte. Im US-amerikanischen Horrofilm „Blair Witch Project“ bekamen die Zuschauer Filmmaterial von drei Studenten zu sehen, die mithilfe einer Videokamera und einer 16-mm-Kamera eine Dokumentation über die „Hexe von Blair“ drehen wollten.

Ihr Irren durch den Wald, in dem sie sich verlaufen haben, wird ebenfalls aus der Egoperspektive gezeigt. Verwackelte Aufnahmen und Close-ups verstärken die unheimliche Stimmung. In dem Gruselschocker wurde echte Pionierarbeit geleistet.

Solch einen Inside-Blick zu bekommen begeistert Kino-Fans seit vielen Jahren. Vor allem in Science-Fiction-Produktionen ist es ein beliebtes Stilmittel. Schon die Wärmesicht aus „Predator“ oder die Umgebung aus den Augen von Arnies Terminator zu sehen, begeisterte Massen auf der ganzen Welt. In „Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith“ erhaschte das Publikum sogar einen Blick unter Darth Vaders berühmte Maske:

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Auch in „Cloverfield“ oder „Being John Malkovich“ sind Elemente der First-Person-Sicht zu finden, doch „Hardcore“ bringt das Ganze auf eine neue und elektrisierende Ebene. Der Film hat alle Zutaten, die ein richtiges Action-Feuerwerk so braucht. Stunts? Check. Schießereien? Check. Explosionen? Check. Flammenwerfer? Check. Verfolgungsjagden? Check.

Aber es bietet eben auch dank der ungewohnten Ich-Perspektive ein einzigartig fesselndes  Kinoexperiment. Falls du jemals in einem Actionfilm die Hauptrolle spielen wolltest, ist „Hardcore“ wahrscheinlich die beste Gelegenheit, die du bekommen wirst:

Hardcore Henry | Facebook

Minute-for-minute, the most action-packed movie ever made! #HardcoreHenry - only in theaters April 8th.

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04 2016 The Red Bulletin 

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