Diese europäischen Filme bekamen ein Hollywood-Remake

Film-Remakes: Wenn Hollywood in Europa klaut

Foto: Facebook/ToniErdmannDE

Manche Filmkracher reichen den Amerikanern einfach nicht mit Untertiteln. Deshalb machen sie lieber gleich ein Hollywood-Remake daraus.

Doch, auch das kommt vor: Auf der Suche nach neuen Filmideen bedienen sich Hollywoods Produzenten gerne mal auf dem deutschen und europäischen Markt. Als neuestes Beispiel dient „Toni Erdmann“. Maren Ades nicht nur in Cannes gefeierte Tragikomödie erhält nun ein US-Remake.
 

Wir stellen euch dieses und andere Originale aus dem europäischen Raum vor, deren Hollywood-Adaptionen mal mehr, mal weniger gut angekommen sind:

  • Toni Erdmann
  • Das Experiment
  • Vanilla Sky
  • Verblendung
  • Funny Games
  • Bella Martha
  • City of Angels
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Toni Erdmann

Das Original: „Toni Erdmann“ (2016) von Maren Ade mit Peter Simonischek und Sandra Hüller.

Das Remake: Maren Ade wird als ausführende Produzentin beteiligt sein, für die Hauptrollen wurden Jack Nicholson und Kristen Wiig gecastet.

Worum es geht: Ein alternder Musiklehrer kostümiert sich mit großen Zähnen und schäbiger Perücke, um als Lifecoach Toni Erdmann seiner Tochter nahe zu sein.

Hat es sich gelohnt? Das bleibt abzuwarten. Die große Herausforderung wird es sein, den subtilen und tragischen Ton des Originals einzufangen. Wenn Nicholson und Wiig die volle Comedy-Schiene fahren, könnte das Remake albern und over-the-top ausfallen.

© Youtube // SonyPicturesClassics

Das Experiment

Das Original: „Das Experiment“ (2001) von Oliver Hirschbiegel mit Moritz Bleibtreu und Justus von Dohnányi.

Das Remake: „The Experiment“ (2010) mit Adrien Brody und Forest Whitaker.

Worum es geht: Für eine Sozialstudie schlüpfen normale Bürger in die Rollen von Gefängniswärtern und Häftlingen.

Hat es sich gelohnt? Leider nein: Wo das Original mit überraschender Brutalität und beklemmender Atmosphäre glänzt, verkommt das Remake zu einem Durchschnittsthriller ohne Tiefgang.

© Youtube // Kilkenny1978

Vanilla Sky

Das Original: „Virtual Nightmare – Open Your Eyes / Abre los ojos “ (1997) von Alejandro Amenábar mit Eduardo Noriega, Penélope Cruz, Chete Lera, Fele Martínez, Najwa Nimri und Gérard Barray.

Das Remake: „Vanilla Sky“ (2001) mit Tom Cruise, Penélope Cruz, Cameron Diaz und Kurt Russell.

Worum es geht: David Aames ist Millionär, Narzist und schläft mit einem Model. Also eigentlich beneidenswert, aber andererseits auch nicht. Seine innere Leere führt dazu, dass er sich unsterblich in Sofia verliebt, die seinen gelegentlichen Beischlaf nicht wirklich gutheißt. Deshalb stürzt sie sich gemeinsam mit David von einer Brücke - samt Auto. Er überlebt, sie nicht. Und das Drama beginnt…

Hat es sich gelohnt? Jein. Die Kritik für „Vanilla Sky“ viel weltweit eher mäßig aus, trotzdem spielte der Film 100 Millionen US-Dollar ein.

© Youtube // Movieclips Trailer Vault

Verblendung

Das Original: „Verblendung“ (2009) von Niels Arden Oplev mit mit Michael Nyqvist und Noomi Rapace.

Das Remake: „Verblendung“ (2011) von David Fincher mit Daniel Craig und Rooney Mara.

Worum es geht: Der Stockholmer Enthüllungsjournalist Mikael Blomkvist wird beauftragt das annoyme Briefrätsel um den Unternehmer Henrik Vanger zu lösen.

Hat es sich gelohnt? Durchaus - der Film erhielt den Oscar für den besten Schnitt (2011) und schaffte es auf die Liste der 10 besten Filme des Jahres 2011 des American Film Institutes.

© Youtube // Moviepilot Trailer

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Funny Games

Das Original:  „Funny Games“ (1997) von Michael Haneke mit Ulrich Mühe und Susanne Lothar.

Das Remake: „Funny Games U.S.“ (2007) von Michael Haneke mit Tim Roth und Naomi Watts.

Worum es geht: Ohne Grund foltern zwei junge Männer eine Familie mit sadistischen Spielchen.

Hat es sich gelohnt? Das Remake ist eine eins-zu-eins-Umsetzung der Vorlage, nicht zuletzt weil der österreichische Regisseur auch hier die Geschicke der Darsteller lenkt. Ein Fragezeichen bleibt daher hinter dem Sinn der Neuauflage.

© Youtube // GermanMovieClips

Bella Martha

Das Original: „Bella Martha“ (2002) von Sandra Nettelbeck mit Martina Gedeck.

Das Remake: „Rezept zum Verlieben“ (2007) mit Catherine Zeta-Jones und Aaron Eckhart.

Worum es geht: Eine ihrem Job völlig ergebene Köchin muss sich plötzlich um ihre kleine Nichte kümmern.

Hat es sich gelohnt? Das Remake schafft es zumindest annähernd, den eigenwilligen Charme von „Bella Martha“ beizubehalten – auch ohne die großartige Martina Gedeck.

© Youtube // prettyinpunk13

City of Angels

Das Original: „Der Himmel über Berlin“ (1987) von Wim Wenders mit Bruno Ganz, Solveig Dommartin, Otto Sander und Curt Bois.

Das Remake: „City of Angels“ (1998) mit Nicolas Cage und Meg Ryan.

Worum es geht: Einen Engel in Los Angeles, der wie ein Mensch aussieht und unter ihnen wandelt.

Hat es sich gelohnt? Finanziell gesehen, ja. Produktionskosten: 55 Millionen Dollar. Umsatz weltweit: 198 Millionen Dollar.

© Youtube // Warner Movies On Demand

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02 2017 The Red Bulletin

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