Esther Silex

Köln Calling: Esther Silex

Text: Florian Obkircher
Bilder: kamileonfilm

Esther Silex ist eine der spannendsten House-Produzentinnen der Stunde. Hier stellt sie die besten Ecken ihrer Heimatstadt Köln vor.

Sie hat erst eine Platte veröffentlicht – und gilt schon jetzt als eine der talentiertesten jungen Musikerinnen im Feld elektronischer Tanzmusik. Auf ihrer Debüt-EP „Pachamama“, der Titel ist eine Anspielung auf den Namen für die Erd-Göttin indigener Völker in den Anden, kombiniert Esther Silex atmosphärische wie funktionale House-Bretter mit euphorischen Synthesizer-Salven und Samples geheimer Lieblingssongs aus der Jugend.

An den Wochenenden, wenn Silex nicht mit ihrer Plattentasche durch die Welt reist und Clubs mit ihrem eklektischen Mix aus Techno, House, Soul, Funk und Disco beglückt, genießt sie die Freizeit in Köln. Welche Orte sie an ihrer Heimatstadt liebt und was sie Besuchern raten würde, verrät sie hier.

Esther Silexs neue Single „Oskar“

© Studio Barnhus // YouTube

THE RED BULLETIN: Wo gibt’s das beste Frühstück in Köln?

ESTHER SILEX: Mein liebstes Frühstückslokal ist ein kleines Bistro auf der Maastrichter Straße im Stadtzentrum. Das Lachen der Besitzerin Christiane ist so charmant wie ansteckend, ihre Pastrami-Sandwiches sind der Hammer. Mischpoke, so heißt der Laden, ist der beste Ort, um den Tag zu starten. Der Name kommt übrigens aus dem Hebräischen und bedeutet ‚Familie’. Und das passt: Denn egal, wann du dort bist, du wirst stets neue Freundschaften schließen.

„Man muss im Sommer nicht unbedingt raus aus der Stadt.“
Esther Silex, House-Produzentin

Ein Geheimtipp der Stadt, von dem nicht viele Leute wissen?

Man muss im Sommer nicht unbedingt raus aus der Stadt. Entlang des Rheins gibt’s lange Sandbänke, die einem das Gefühl geben, man sei in St. Tropez. Allerdings nur, wenn man die Klischee-Deutschen mit ihrer Socken-Sandalen-Kombi ausblendet. 

Ein Fun-Fact über Köln, den viele Einwohner nicht kennen?

In Köln gab’s einen der ersten Skateboard-Shops in Deutschland. Das weiß ich, weil mein Vater ihn eröffnete: 1979, der Laden hieß Blue Diamond. Später verkaufte er Rollschuhe, was ihm den Spitznamen „Roller-Papst von Köln“ einbrachte.

Esther Silex

An den Wochenenden, wenn Silex nicht mit ihrer Plattentasche durch die Welt reist, genießt sie die Freizeit in Köln.

Der beste Ort für einen Spaziergang in der Natur, um zu entspannen?

Ich liebe den Rosengarten im Fort X des Festungsrings Köln im Norden der Stadt. Seine 70 verschiedenen Rosensorten machen den Park so einzigartig wie wunderschön. Daneben sind es Spaziergänge am Flussufer, die mich erden. Der Rhein holt mich zurück auf den Boden in Situationen, wenn mir alles zu viel wird.

Der beste Club der Stadt?

Für mich ist es das Gewölbe am Hans-Böckler-Platz. In meinen Augen ist es einer der wenigen richtigen Tanzclubs der Stadt. Jeder der mit dem Laden zu tun hat, ist selbst Musiker oder im Kunstumfeld aktiv, was sich in den tollen Bookings, dem großartigen Sound-System und dem Interieur-Design des Clubs widerspiegelt. Egal wie spät es nachts ist, im Gewölbe ist es immer toll.

„In Köln gab’s einen der ersten Skateboard-Shops in Deutschland. Das weiß ich, weil mein Vater ihn eröffnete.“

Der beste Plattenladen?

Da gibt’s zwei, die ich gerne erwähnen würde. Kompakt und Groove Attack. Beides Institutionen hier in Köln, die über ein beeindruckendes wie inspirierendes Musiksortiment verfügen.

Das passendste Fortbewegungsmittel?

Per Fahrrad. Es gibt so viele Grünflächen in Köln, dass es ein Vergnügen ist, von einer zur nächsten zu fahren. Die Straßenbahn ist immer voll und nicht die gemütlichste Art, um die Stadt zu erkunden.

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03 2016 The Red Bulletin

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