Jack Black

Jack Black: Zwischen Gänsehaut, Lampenfieber und dem Teufel

Interview: Rüdiger Sturm
Foto: Getty Images

In seinem neuen Film „Gänsehaut“ wird Starkomiker Jack Black von Monstern gejagt. Grund für ein Red Bulletin-Gespräch über Angst-Therapien, das Umgehen mit der eigenen Feigheit und die Faszination des Teufels.

THE RED BULLETIN: Ihre aktuelle Horrorkomödie heißt „Gänsehaut“. Aber was macht Ihnen selbst eigentlich Angst?

JACK BLACK: Vor 10, 12 Jahren erlebte ich mal einen Hausbrand. Das war in der Wohnung des Ehegatten meiner Mutter. Ein richtiges Feuer mit allem Drum und Dran – schrillender Alarm, fliehende Leute. Und in mir steckt so ein Feigling, der gleich losgerannt ist. 

Sie geben ein schlechtes Beispiel ab.

Ich weiß, das war echt peinlich. Immerhin dachte ich mir damals: ‚Du darfst jetzt nicht abhauen, sondern musst den Menschen helfen.’ Und das habe ich dann auch tatsächlich noch gemacht. Aber mein erster Instinkt ist und bleibt die Flucht.

Eigentlich würden wir Sie gerne als Vorbild für heldenhaftes Verhalten präsentieren.

Das einzig Heldenhafte an mir ist, dass ich auf die Bühne oder vor die Kamera trete. Eigentlich hatte ich das Ziel, nie einen ernsthaften Job zu ergreifen, sondern mein Geld mit Filmen und Musik zu verdienen. Aber trotzdem kriege ich vor lauter Lampenfieber Magengeschwüre. Jedes Mal, wenn ich solche Auftritte habe, denke ich mir: Das wird schlecht laufen. Ich werde versagen und alle werden mich hassen.

Doch Sie überwinden das ja. Wie gelingt Ihnen das?

Ich rede auf meinen inneren Kritiker ein: ‚ruhig, ruhig, ruhig.’ Und gleichzeitig blase ich den Teil von mir auf, der sagt: ‚Das wird ein voller Erfolg. Die Leute werden sich schief lachen.’ Irgendwie versuche ich es hinzukriegen, dass sich beide Seiten die Waage halten. Ich muss glauben: Es gibt eine 50:50 Chance, dass es gut läuft. Wenn ich das hinbekommen habe, dann kann ich loslegen.

Gänsehaut läuft seit 4. Februar in den Kinos.

© YouTube // FilmSelect

Waren Sie eigentlich ein schreckhaftes Kind?

Nein, denn ich hatte eine Schwäche für die dunkle Seite. Alle mögen doch Heavy Metal Bands wie Black Sabbath. Da dreht sich alles nur um den Teufel.

„Der Satan ist der ultimative Schurke – so wie Darth Vader, nur besser“
Jack Black glaubte an den Teufel

Haben Sie an den Teufel geglaubt?

Natürlich! Ein bisschen schon. Aber das hat Spaß gemacht. Jede gute Geschichte braucht einen Bösewicht. Und der Satan ist der ultimative Schurke – so wie Darth Vader, nur besser.

Und Ihre Kinder empfinden ähnlich?

Sie mögen es, sich zu gruseln, aber ich lasse sie nicht an die harten Sachen ran. Ein „Shining“ kriegen sie nicht zu sehen – aber einen „Frankenstein“. Die ganzen Schwarzweißfilme sind harmlos, teilweise sogar unfreiwillig komisch, abgesehen mal von „Psycho“. Auch der ist für meine Kids tabu.

Frankenstein trifft US-Präsidentschaftskandidaten

Was macht Ihnen mehr Angst? Reale Gefahren oder die Schrecken, die Sie sich einbilden?

Ersteres – besonders die globale Erwärmung. Wobei es eine Reihe von amerikanischen Präsidentschaftskandidaten gibt, die behaupten, diese würde nur in meiner Fantasie existieren.

Sie waren im letzten Jahr auf einem humanitären Trip in einem Krisenland wie Uganda. Haben Sie sich da gefürchtet?

Nein, ich war eher traurig, denn es war ziemlich schmerzvoll zu sehen, wie es den Straßenkindern dort geht. Ich war mit der Organisation Red Nose vor Ort, um zu überprüfen, ob die Spendengelder richtig investiert werden. Aber ich war dann echt bewegt, mit wie viel Humor diese Kids mit ihrer Situation fertig werden. Wir konnten uns zwar nicht verständigen, weil ich die Sprache nicht beherrsche, aber wir haben uns auch so zum Lachen gebracht. Du musst immer versuchen, selbst in einer trostlosen Situation einen Silberstreif an den Horizont zu malen.

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02 2015 Redbulletin.com

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