Kampftraining mit John Wick: So wirst du Gun-Fu-Fighter

Training mit John Wick:
So wirst du zum Gun-Fu-Kämpfer

Foto: Getty Images

Tanz mit Fäusten und Kugeln: Die Kampfchoreographen aus „John Wick 2“ haben aus dem Nähkästchen geplaudert. Achtung, Spoiler!

2014 erblickte John Wick das Licht der Kinowelt. Der eiskalte Auftragskiller – gespielt von Martial-Arts-Experte Keanu Reeves – eroberte die Herzen der Zuschauer so stürmisch, wie er während seines Rachefeldzuges über seine Gegner herfiel.

Seit 16. Februar ist der Einzelkämpfer in „John Wick: Kapitel 2“ aufgrund eines Schwures ein weiteres Mal aus dem Ruhestand zurück und stellt sich tödlichen Kontrahenten.

„John Wick: Kapitel 2“ - geballte Action im Kino

© YouTube // Lionsgate Movies

Wick lässt es dabei erneut in etlichen, ausgefeilten Kampfszenen nur so krachen. Die Köpfe hinter den spektakulären Fights, Regisseur Chad Stahelski und Stuntkoordinator J. J. Perry, haben einen Blick hinter die Kulissen des Films gewährt. In diversen Interviews schildern sie, wie sie auf die Idee für ihren „Gun-Fu“-Kampfstil kamen, wie die Vorbereitungen abliefen und wie sie die durchchoreografierten Sequenzen trainierten.

Wenn sich Schauspieler für ihre Rollen richtig ins Zeug legen

Wenn ein Schauspieler weiß, wie man sich für eine Rolle in Form bringt, dann ist es Daniel Day-Lewis nach seiner Vorbereitung auf dieses Historien-Drama. Der passionierte Method-­Actor lebte vor Drehbeginn einige ­Monate in der Wildnis, eignete sich Überlebens-Skills an und aß nur Tiere, die er selbst erlegt hatte.

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Grundidee

Dank „Matrix“ und Co. hatte Keanu Reeves bereits im Vorfeld ein ordentliches Kampf-Repertoire. Doch Wick sollte laut Perry ein Alleskönner sein, also bekam die Killermaschine ein Sammelsurium an Martial-Arts-Techniken, unter anderem Jiu-Jitsu, Sambo oder Judo. Diese Mischung aus etlichen Kampfstilen in Verbindung mit Wicks tödlichem Waffeneinsatz nannten die Filmemacher dann schlicht und einfach „Gun-Fu“.

„Autos, Knarren, Messer … nur das normale Zeug!“

© YouTube // Lionsgate Movies

Inspiration

„Der Spiegelraum-Fight war eine meiner ersten Ideen. Ich dachte mir: Ja, wir drehen Bruce Lees ‚Der Mann mit der Todeskralle‘ neu. Aber ich überlegte: Wie können wir das besser machen?“, erklärt Regisseur Stahelksi im Gespräch mit „The Verge“. Ausgehend von dieser Idee entwickelte er den Fight.

Training

So ein Dreh muss von langer Hand geplant werden. Monate bevor die erste Kamera etwas aufnahm, begannen die Vorbereitungen. „In der Vorproduktion dachten wir uns rund 30 Moves aus, die uns gefielen. Kleine Elemente, die großartige Würfe sind, die in einen anderen Move übergehen, die wir im Film haben wollen und die zuvor kein anderer gemacht hat“, erklärt Perry. 

 

Round 2 is bigger and badder than the first. See why everyone's getting action from #JohnWick2, NOW PLAYING!

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Reeves trainierte dreieinhalb Monate mit den Stuntleuten, wurde einer von ihnen. Die Vorbereitungen erfolgten nach dem „Plug and Play“-Prinzip, wie Stahelski und Perry es nennen. Der Superstar erlernte etliche Bewegungen. Die jeweils endgültige Choreografie entstand allerdings erst, als der passende Drehort gefunden war. Vor Ort brauchte Reeves dann dank „Plug and Play” nicht viel Anlaufzeit, um den Kampf perfekt durchzuführen.

Location

Für die Szene im Spiegelkabinett schob das Team stundenlang Spiegel durch die Gegend. „Wir mussten rausfinden, wie wir die Waffen halten, und welche Gags wir einbauen könnten“, erzählt Stahelski. „Wir mussten stundenlang Winkel austüfteln, um zu sehen, wo Reflektionen auftreten“, schildert Stuntkoordinator Perry.

Plug and Play

An der jeweiligen Location überlegten sich Stahelski und Perry, was visuell am besten rüberkommt, wie viele Gegner Wick umlegen soll und welche Moves er dabei einbaut. „Wir wussten, dass der Kampf damit endet, dass Common ein Messer in seine Aorta bekommt. Also entwickelten wir einen Fight drum herum und nutzten Keanus Judo- und Jiu-Jitsu-Kenntnisse sowie etwas Messerarbeit“, erklärt Perry den Kampfaufbau von Reeves Duell mit seinem Gegenspiler in einem U-Bahn-Wagen.

In Kämpfen mit mehreren Gegnern übten die Stuntmen zunächst ohne den Hauptdarsteller. Dieser kam jeweils später hinzu und durchlief ein paar Proben. Dabei kam dann die „Plug and Play“-Methode zum Einsatz. Reeves‘ Fähigkeiten in Kombination mit einigen Schießerei-Elementen und einem der 30 speziellen Kampftechniken – fertig ist die „John Wick“-Action-Szene.

© YouTube // Cherries

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02 2017 The Red Bulletin

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