Harrison Ford in Star Wars VII

Kino-Vorschau:
Diese Filme laufen im Dezember

Text: Christoph Stachowetz/Marco Rauch
Bild: Walt Disney

Ein neuer Sherlock-Holmes-Film, die Peanuts auf der großen Leinwand und allen voran der lange erwartete 7. Teil der Star-Wars-Saga. Der Dezember hat für Kino-Fans wieder jede Menge Highlights zu bieten.

Große Überraschung bei dem Kinostarts im Dezember: Neben dem alles rund um sich herum in den Schatten stellenden neuen Star Wars-Teil, „Das Erwachen der Macht“, gibt es tatsächlich noch andere Filme, die auf den heimischen Kinoleinwänden laufen. Und sogar eine richtig vielfältige Auswahl wird hier geboten. Neben von der internationalen Kritik gefeierten Indie-Hits wie der amüsanten Coming-of-Age-Geschichte „Ich und Earl und das Mädchen“ oder Noah Baumbachs neuem „Mistress America“ dürfen auch renommierte Schauspieler wie Cate Blanchett und Ian McKellen in eindruckvollen Charakter-Dramen wie „Carol“ bzw. „Mr. Holmes“ ihr Handwerk unter Beweis stellen. Ebenfalls erwähnenswert: Die legendären Peanuts feiern trotz 3D-Technik eine gelungene Rückkehr und Keanu Reeves darf unter der Regie eines Torture-Porn-Filmemachers ordentlich leiden.

„Im Herzen der See“ - ab 4. Dezember im Kino

© YouTube // Warner Bros. DE 

Im Herzen der See (Start: 4.12.)

Im Jahr 1820 wurde der US-Walfänger Essex versenkt und acht Männer, darunter Chris Hemsworth, Cillian Murphy und Brendan Gleeson, kämpften monatelang auf hoher See ums Überleben. Ironischerweise wurde der Walfänger gerade von jenem Tier zum Kentern gebracht, das es die ganze Zeit versucht hat zu fangen, nämlich von einem riesigen Pottwal. Dass das ganze stark nach den Anfängen von Herman Melvilles legendärem Roman „Moby Dick“ klingt, ist kein Wunder, war diese wahre Geschichte doch eine der Hauptinspirationsquellen des Schriftstellers. Spannendes Hochseeabenteuer und Kampf ums Überleben.

„Ich und Earl und das Mädchen“ gibt es auch ab 4. Dezember im Kino zu sehen.

© YouTube // FoxKino 

Ich und Earl und das Mädchen (Start: 4.12.)

Der schüchterne Schüler Greg (bzw. das titelgebende “Ich”) verbringt seine Zeit am liebsten damit, Parodien bekannter Filmklassiker mit seinem Freund Earl zu drehen. Doch sein Leben ändert sich drastisch, als er den gravierenden Fehler begeht, sich mit einem Mädchen aus seiner Schule anzufreunden. Das Problem ist weniger, dass er sich Hals über Kopf in selbiges verliebt, sondern dass bei der jungen Frau erst vor kurzem Krebs diagnostiziert wurde. (Sie ist, wer hätte das gedacht, das im Titel erwähnte “Mädchen” bzw. wie es im Originaltitel weitaus treffender auf den Punkt gebracht wird: Me and Earl and the Dying Girl). Bereits ein gefeierter Independent-Hit in Amerika, ist das humorvolle Drama eine Coming-of-Age-Geschichte der etwas anderen Art.

„Mistress America“ kommt am 11. Dezember in die Kinos.

© YouTube // FoxKino 

Mistress America (Start: 11.12.)

Woody Allen hat erst kürzlich seinen 80er gefeiert und macht immer noch Filme, trotzdem gilt Noah Baumbach bereits als neurotischer Nachfolger des Altmeisters. Nach „Frances Ha“ und „Gefühlt Mitte Zwanzig“ erkundet er erneut das Erwachsenwerden verschrobener Großstädter. Diesmal im Rahmen einer Studien-Anfängerin (Greta Gerwig), die ihre großen Erwartungen an ein aufregendes Uni-Leben schnell enttäuscht sieht und erkennen muss, dass es in der Realität völlig anders läuft und die Banalität des Alltags selbst an so hochspannenden Orten wie einer Universität Einzug hält. Ja, wer hätte sich gedacht, dass Studieren so unaufregend sein kann?

„Star Wars VII - Das Erwachen der Macht“ gibt es ab 17. Dezember in den Kinos zu sehen.

© YouTube // Star Wars 

Star Wars VII - Das Erwachen der Macht (Start: 17.12.)

Das lange Warten hat ein Ende, der nunmehr siebte Teil der Star Wars-Saga („Ewoks: The Battle for Endor“ und „The Star Wars Holiday Special“ sind da natürlich nicht mitgerechnet) kommt endlich in die Kinos. Die (An)Spannung ist groß, die Erwartungshaltung des Publikums natürlich kaum messbar. Wie wird sich „Das Erwachen der Macht“ im direkten Vergleich zur originalen Trilogie schlagen, kann der neue Film die miserable Prequel-Trilogie vergessen lassen? Hat Regisseur J.J. Abrams aus seinen Fehlern beim Star Trek-Reboot (Stichwort: Lens Flare) gelernt? Wie werden sich legendäre Figuren wie Han Solo, Prinzessin Leia, Chewbacca oder Luke Skywalker neben neuen Charakteren behaupten? Fragen über Fragen, die auch die diversen Trailer, Teaser und bisher bekannt gegebenen Einblicke in die Rahmenhandlung noch nicht beantworten konnten - was vielleicht auch in Sachen Vorfreude und Überraschung doch als Bonus zu werten ist. Sicherlich das passende Ende und in jedem Fall eine Pflichtsichtung des auslaufenden Kinojahres.

Ab 18. Dezember ist „Carol“ auf den Leinwänden zu sehen.

© YouTube // Filmladen Filmverleih

Carol (Start: 18.12.)

Der Eröffnungsfilm der diesjährigen Viennale kommt nun auch regulär ins Kino und das eindringliche Drama um eine lesbische Liebesbeziehung zwischen Cate Blanchett und Rooney Mara im Amerika der 50er Jahre lohnt einen Kinobesuch alle mal. Treffend zusammengefasst in unserem Fazit: “Carol hat nicht umsonst bislang so gute internationale Kritiken erhalten: Sowohl die Besetzung, die unaufdringliche Kameraführung von Edward Lachman („I’m not there“, „Erin Brockovich“, Ulrich Seidls „Paradies“-Trilogie) als auch das umwerfende Design sprechen für sich.”

Ab 24. Dezember läuft „Die Peanuts - Der Filmin den Kinos.

© YouTube // FoxKino 

Die Peanuts - Der Film (Start: 24.12.)

Neben Star Wars feiert auch eine andere legendäre Rasselbande ihre (vermeintlich) triumphale Rückkehr: die allseits beliebten Peanuts aus der Feder von Charles M. Schulz. Unglücks-Magnet und Pechvogel par exellence Charlie Brown darf nun wieder auf der großen Leinwand sein (Liebes-)Leid klagen, während Beagle Snoopy abermals in imaginierte abenteuerliche Luftschlachten verwickelt wird - wenn dessen literarische Ambitionen dies zeitlich zulassen. Tomboy Peppermint Patty, der mit Schmusedecke ausgestattete Linus, Klavierfanatiker Schröder sowie die Hobby-Psychologin Lucy sind auch mit an Bord und erstrahlen dabei allesamt in einem neuen, computergenerierten 3D-Look, der glücklicherweise den charmanten Stil des Originals nicht allzu sehr entfremdet. Perfektes Kino für alle Altersgruppen und zur besten Kinojahreszeit noch dazu.

„Mr. Holmes“ ist ab 25. Dezember in den Kinos zu sehen.

© YouTube // Thimfilm Filmverleih

Mr. Holmes (Start: 25.12.)

Seit Guy Ritchies erfolgreichen „Sherlock Holmes“-Filmen mit Robert Downey Jr. als Meisterdetektiv (der ihn jedoch als weitaus schlagkräftiger und vor allem drogenabhängiger schildert, als man es von bisherigen Verfilmungen gewohnt war) hat sich das Bild des berühmtesten Schnüfflers stark verändert. Regisseur Bill Condon kehrt mit seinem neuen Drama jedoch zu den ruhigeren (filmischen) Anfängen des Ermittlers zurück und stellt ihn wieder als scharfsinnigen Detektiv dar, der sich längst im Ruhestand befindet (schon die Besetzung mit Ian McKellen als Sherlock Holmes deutet darauf hin, dass es hier keine großen Schlägerein und Actionszenen geben wird) und sich seinen Lebensabend als entspannte Idylle ausmalt. Doch sein einziger ungelöster Fall lässt ihn dann doch noch mal aktiv werden.

„Knock Knock“ kommt am 31. Dezember in die Kinos.

© YouTube // Universum Film

Knock Knock (Start: 31.12.)

Zwei attraktive, leicht bekleidete und zudem völlig durchnässte Frauen stehen eines Nachts vor dem eleganten Haus eines virilen Architekten, dessen Frau und Kinder gerade auf einem Wochenendtrip in weite Ferne gereist sind. Hilfsbereit lässt der Alt-Hipster die beiden in sein Heim und wird nach anfänglicher Zurückhaltung und Widerwillen schließlich vor wortwörtlich nackte Tatsachen gestellt. Als sich Tags drauf sein Gewissen wieder zu Wort meldet und sich die sexuellen Ausschweifungen der Vornacht wie ein dunkler Schleier auf die geradezu unerträglich erscheinende perfekte Welt des Familienvaters legen, wird zudem schnell klar, dass dieser One-Night-Stand schwerwiegende Folgen haben wird. Was sich wohl auf den ersten Blick wie ein x-beliebiges Drama inmitten einer prototypischen US-Kleinstadt anhört, entpuppt sich nach kurzer Zeit bzw. nach der Sichtung des verantwortlichen Regisseurs als Psycho-Thriller mit dezentem Horror-Element. „Cabin Fever“- und „Hostel“-Regisseur Eli Roth hat hier nämlich gewerkt, mit tatkräftiger Unterstützung seiner Ehefrau, dem chilenischen Model Lorenza Izzo (die auch in seinem kommenden Werk „Green Inferno“ die Hauptrolle übernehmen darf) sowie einem ungewohnt expressiven Keanu Reeves. Heraus gekommen ist eine an den falschen Stellen lustige, zumindest zeitweise unterhaltsame Satire, die von einem spannungsgeladenen Thriller ebenso weit entfernt ist wie von Roths gerne aufgegriffenen Torture-Porn-Horror-Subgenre. Netter Ansatz, weniger bewegende Umsetzung.

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12 2015 Pressplay für The Red Bulletin

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