Zoolander 2

Kino-Vorschau:
Diese Filme laufen im Februar

Text: Christoph Stachowetz
Bild: Paramount Pictures

Vom Comeback des großen Derek Zoolander über den neuen Film der Coen-Brüder bis zur ersten Comic-Verfilmung des Jahres. Der Februar hat für Kino-Liebhaber wieder einiges zu bieten.

Mit „Deadpool“ steht im Februar die erste große Superhelden-Comicverfilmung des Jahres vor der Tür und mit „Zoolander 2“ eine Fortsetzung, die dem ersten Teil hoffentlich das Wasser reichen kann. Damit nicht genug, gibt es auch Neues von den Kult-Filmemachern Joel und Ethan Coen, die mit „Hail, Caesar!“ wieder in komödiantische Gefilde eintauchen. Auch Michael Moore sorgt mit „Where to Invade Next“ mal wieder mit einem Film für Aufregung und versucht diesmal, den USA europäische Vorbilder zu liefern. Und bevor Will Smith mit der Suicide Squad auf Verbrecherjagd geht, lässt er in „Erschütternde Wahrheit“ noch schnell mal seine dramatischen Muskeln spielen. Was der Kinomonat sonst noch bietet? Einiges.

„Suffragette“ läuft ab 5. Februar in den Kinos.

© YouTube // Filmladen Filmverleih

Suffragette (Start: 5.2.)

Obwohl man vielleicht glaubt, in einer aufgeschlossenen Gesellschaft zu leben, zeigen linguistische Ausrutscher und Versprecher heimischer und internationaler Politiker und Personen des öffentlichen Lebens immer wieder, dass die Frage der Gleichberechtigung noch lange nicht beantwortet ist. Ja, Frauen sind auch nur Menschen. „Suffragette - Taten statt Worte“ zeigt die frühe Zeit, man könnte auch sagen, den Anfang dieses immer noch schwelenden Kampfes um Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau. Mit Carey Mulligan, Helena Bonham Carter und Meryl Streep ist der Film zudem hochkarätig besetzt. Eigentlich ein Pflichtfilm, vor allem für jene, die sich noch immer solche verbalen und geistigen Ausrutscher leisten und für die die Frage der Gleichberechtigung offensichtlich noch nicht beantwortet ist.

„Sisters“ ist ab 11. Februar im Kino zu sehen.

© YouTube // Universal Pictures Germany 

Sisters (Start: 11.2.)

Partyfeiern, die Erste: Das Elternhaus der ungleichen Schwestern Maura (Amy Poehler) und Kate (Tina Fey) soll verkauft werden. Was macht man in so einer Situation? Klar, man schmeißt eine gigantische Hausparty, quasi die Mutter aller Hausparties, die alle bisherigen in den Schatten stellen wird. Aber die Schwestern veranstalten die Feier wohlgemerkt mit einem ausgeklügelten Hintergedanken. Es soll nämlich so abartig heftig werden, sodass jedem zukünftigen Käufer gehörig die Lust darauf vergehen soll, das Haus zu kaufen. Denn in Wahrheit - und nein, das ist kein Spoiler, sondern gehört zur Inhaltsangabe - wollen sie das Elternhaus gar nicht loswerden. Na, wie wird der Film wohl ausgehen?

„Zoolander 2“ kann man ab 11. Februar in den Kinos bewundern.

© YouTube // ParamountPicturesGER

Zoolander 2 (Start: 11.2.)

Derek Zoolander wandelt wieder über den Laufsteg. Nach dem Tod von Justin Bieber (keine Sorge Fans, das ist nur Fiktion, keine Doku, Bieber lebt noch), dessen letzter Selfie den legendären “Blue-Steel”-Blick (mittlerweile sollte ja jeder den ersten Teil gesehen haben) zeigt, werden die nicht so sehr in Würde gealterten Fashion-Stars Zoolander (Ben Stiller) und Hansel (Owen Wilson) um Rat gebeten. Die beiden heften sich sofort an die Fersen des Täters. Nun, normalerweise sind Fortsetzungen, vor allem nach so vielen Jahren (man denke nur an „Dumm und Dümmehr“ - oder, lieber nicht daran denken!), zum Scheitern verurteilt. Selten erreichen sie Witz und Charme des Vorgängers. Doch man muss sagen, der Trailer zu „Zoolander 2“ schaut einfach verdammt witzig aus und lässt hoffen, dass das Top-Model und seine hirnverbrannten Kollegen den Fluch schlechter Fortsetzungen bannen.

Ab 11. Februar ist „Dirty Grandpa“ auf den Leinwänden zu sehen.

© YouTube // Constantin Film 

Dirty Grandpa (Start: 11.2.)

Partyfeiern, die Zweite: Ist doch logisch, dass man nach jahrzehntelanger Ehe als frischgebackener Witwer mal wieder so richtig die Sau rauslassen und das frischgewonnene Junggesellendasein gleich wieder in vollen Zügen genießen will. So geht es auch Rentner Dick (Robert De Niro), der sich auf den Weg nach Florida zum Springbreak macht. Als Aufpasser nimmt er seinen verklemmten Enkelsohn Jason (Zac Efron) mit, der wiederum kurz vor seiner eigenen Hochzeit steht. Doch die Verlobte ist dem Großvater schon lange ein Dorn im Auge und nun will er seinem Enkel mal zeigen, was ihm alles entgeht, wenn er heiratet. Jedenfalls dauert es nicht lange und die beiden hauen ordentlichen auf den Putz. Und wer weiß, vielleicht stellt sich ja heraus, dass Party machen wie Fahrradfahren ist und man es nie verlernt. Sprich, dass der Großvater mit seiner langen Lebenserfahrung dem jungen Enkel noch so einiges in Sachen Saufen, Feiern, Tanzen und vor allem Frauen aufreißen beibringt.

Auch „Deadpool“ gibt es ab 12. Februar in den Kinos zu sehen.

© YouTube // FoxKino 

Deadpool (Start: 12.2.)

Also gut, Ryan Reynolds hatte bisher ja kein allzu glückliches Händchen bei Comicverfilmungen. Da wäre „Green Lantern“, „Blade: Trinity“, „X-Men Origins: Wolverine“ oder auch „R.I.P.D.“ An keinen davon erinnert man sich gerne. Mit „Deadpool“ versucht er seine bisherigen Ausrutscher endgültig wieder gut zu machen. Man darf aber nicht vergessen, dass er die Figur sogar schon einmal gespielt hat („X-Men Origins: Wolverine“) und es außerdem keine leichte Aufgabe ist, die kultige Marvel-Figur zur Zufriedenheit auf die Leinwand zu bringen. Sein schelmischer, nihilistischer Ruf eilt ihm ein wenig voraus und Nihilismus ist nicht unbedingt Hollywoods Stärke. Doch wer weiß, der Trailer wirkt überraschend vielversprechend, auch wenn es inhaltlich scheinbar wieder die typische Helden-Entstehungsgeschichte sein dürfte. Zudem ist Reynolds eigentlich eine gute Wahl als Hauptdarsteller, hat er doch erst kürzlich mit „The Voices“ bewiesen, dass er durchaus in der Lage ist, eigenwillige Figuren zu verkörpern.

Ab 12. Februar läuft „The Lobsterin den Kinos.

© YouTube // PicturehouseCinemas

The Lobster (Start: 12.2.)

Er ist der Star des neuen griechischen Independent-Kinos: Giorgos Lanthimos. Bereits mit seinem dritten Spielfilm „Dogtooth“ hat der Filmemacher 2009 bei den Filmfestspielen von Cannes den begehrten Prix Un Certain Regard (der Preis für junge Talente und ihre innovativen bzw. gewagten Werke) verdient gewonnen. Auch sein neuester Film, „The Lobster“, wurde im letzten Jahr ausgezeichnet, diesmal mit dem großen Preis der Jury. Bei seinem englischsprachigen Debüt hat sich der Grieche dann auch gleich hochkarätige Besetzung zugelegt, um die notwendige Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen: Neben Colin Farrell und Rachel Weisz in den Hauptrollen findet man so etwa auch die mittlerweile vielbeschäftigte Léa Seydoux (das neue Bond-Girl in „Spectre“, „Blue Is the Warmest Colour“), Ben Whishaw und den immer gern gesehenen John C. Reilly. Worum geht es also in „The Lobster“? Schwierige Frage: In einer in Ansätzen dystopischen Zukunft ist das Single-Dasein per Gesetz verboten und partnerlose Menschen werden in ein Hotel geschickt, um dort binnen 45 Tagen noch eine Beziehung eingehen zu können. Nach Überschreitung dieser Frist wird ein hoffnungsloser Single in ein Tier seiner Wahl verwandelt und in die Wildnis entlassen. Klingt schräg. Wer die bisherigen Filme von Lanthimos kennt oder sich gern auf eine bizarre, schwarzhumorige und gesellschaftskritische Komödie einlässt, wird jedoch nicht enttäuscht werden.

„Hail, Caesar!“ ist ab 18. Februar in den Kinos zu sehen.

© YouTube // Universal Pictures Germany 

Hail, Caesar! (Start: 18.2.)

Endlich wieder eine neuer Coen-Film auf der Leinwand: Das seit mehreren Jahrzehnten erfolgreiche Brüderpaar liefert, mit ganz wenigen und zumindest streitbaren Ausnahmen („The Ladykillers“), beständig Großartiges und Kultiges. Denkt man etwa an Werke wie „Fargo“, „Miller’s Crossing“, „The Big Lebowski“, „True Grit“ und auch an ihren bis dato letzten Film, den 2013 veröffentlichten „Inside Llewyn Davis“, so kann man nur mit vorbehaltloser Vorfreude auf „Hail, Caesar!“ blicken. In dieser gewohnt bitterbösen Komödie darf sich Josh Brolin als “Fixer” hinter den Kulissen der Hollywood-Maschinerie der 1950er Jahre mit den Auswüchsen und Fehltritten der dort agierenden Stars und Sternchen herumschlagen. Haufenweise Referenzen quer durch die Filmgeschichte lassen Cineastenherzen jetzt schon höher schlagen, aber auch die breite Masse an Blockbuster-Fans dürfte genügend Anreize haben, einen Blick auf das sicher komplexe Werk voll schräger Persönlichkeiten zu werfen. Denn die Stars geben sich - natürlich, immerhin geht es ja um einen Joel und Ethan Coen-Film - die Klinke in die Hand: Neben Brolin finden sich unter anderem auch George Clooney, Ralph Fiennes, Jonah Hill, Scarlett Johansson, Tilda Swinton, Channing Tatum, Clancy Brown, Christopher Lambert, Dolph Lundgren und natürlich auch Frances McDormand auf der Besetzungsliste wieder. Trailer ansehen und Karten reservieren, oder?

„Erschütternde Wahrheit“ kommt am 19. Februar in die Kinos.

© YouTube // SonyPicturesGermany

Erschütternde Wahrheit (Start: 19.2.)

Und nochmal Will Smith in diesem Jahr: Als wortwörtlicher Antiheld darf er demnächst in „Suicide Squad“ als Schwerverbrecher auf die Jagd nach Superbösewichten gehen, im biographischen Sportlerdrama „Erschütternde Wahrheit“ (Originaltitel: „Concussion“) legt er sich mit einem noch größeren Schwergewicht an, nämlich der amerikanischen Profi-Footballliga NFL. Hier mimt er den nigerianisch-amerikanischen Pathologen Bennet Omalu, der per Zufall Zusammenhänge zwischen Sportverletzungen (die, im Original titelgebenden Gehirnerschütterungen) und eben jenem Vollkontaktsport aufdeckt. Oder vielmehr aufzudecken versucht, denn die Liga spricht sich natürlich mit allen ihr vorhandenen Mitteln gegen seine Theorie der Schädel-Hirn-Traumata aus. Auch die zahlreich vorhandenen NFL-Fans sehen Kritik an der beliebtesten US-Sportart nicht gerade gerne. Eine klassische David gegen Goliath-Handlung im Sportmilieu, die vor allem von der überraschend mitreißenden Performance von Smith (inklusive gut einstudiertem Dialekt) eine Sichtung empfehlenswert erscheinen lässt.

„Where to invade next“ gibt es ab 25. Februar im Kino zu sehen.

© YouTube // falcommedia

Where to invade next (Start: 25.2.)

Michael Moore begibt sich in seiner neuen Dokumentation nicht so richtig auf Wahrheitssuche, sondern geht vielmehr auf einen großen Ideen-Raubzug. Der Dokumentarfilmer sucht in Europa nach Verbesserungsvorschlägen für die Probleme in seiner Heimat. Dabei stellt er die Frage, wieso solch “nebensächliche Annehmlichkeiten” wie freie Bildung, gute Ernährung und sozialer Strafvollzug in anderen Ländern funktionieren und wieso gerade die glorreichen USA, das Land der unbegrenzten Freiheiten, damit solche Probleme hat. Von daher ist vor allem der Titel grandios passend. Bleibt nur zu hoffen, dass die Amis da nicht auf dumme Gedanken kommen. 

„Spotlight“ startet am 26. Februar in den Kinos.

© YouTube // ParamountPicturesGER

Spotlight (Start: 26.2.)

Ein Drama rund um die Sex-Skandale der Kirche in Boston und Umgebung: Nicht gerade leichter Stoff für eine filmische Umsetzung. Und zudem wohl weniger interessant für die konstant von bombastischen Actionfilmen benommenen Kinobesucher, möchte man bei dieser ersten Betrachtung annehmen. Doch Hollywood schafft es immer wieder, Zuseher, Kritiker und vermutlich auch sich selbst zu überraschen, denn Tom McCarthys „Spotlight“ hat seit seiner Veröffentlichung beständig Lob eingefahren. Statt bieder mit allerlei moralistischem Kitsch und stereotypen Charakteren ein zahmes Handlungsgerüst rund um das Thema aufzubauen, legt der Regisseur zusammen mit seinem Co-Autor Josh Singer den Fokus auf die Tätigkeit des titelgebenden Teams innerhalb des „The Boston Globe“, das aus erfahrenen Investigativ-Journalisten besteht. So verfolgt der Zuseher die Recherchearbeit der einzelnen Mitglieder, die sich durch ein Dickicht aus Falschinformationen, formellen Hürden, unwilligen Gesprächspartnern und schockierenden Tatsachen kämpfen - mit dem hehren Ziel, der Öffentlichkeit die ganze Wahrheit zu präsentieren. Die mittlerweile beständig verschwindende Kraft des Journalismus und deren Wichtigkeit innerhalb der öffentlichen Wahrnehmung steht hier im Vordergrund, meisterhaft mit einem engagierten Schauspielensemble (Mark Ruffalo, Michael Keaton, Rachel McAdams, Liev Schreiber) auf der Leinwand verewigt. Nicht ohne Grund für mehrere Academy Awards nominiert.

„Bella e perduta“ läuft am 26.2. in den Kinos an.

© YouTube // Stadtkino Filmverleih

Bella e perduta (Start: 26.2.)

Wie spannend kann denn ein Film, der von der Beziehung zwischen einem mysteriösen italienischen Clown und einem Büffel handelt, schon sein? Der Clown Pucinella erfüllt den letzten Wunsch eines armen Schäfers und nimmt sich der Rettung des jungen Büffels vor den Menschen an. Wer das Glück hatte und den Film schon auf der Viennale 2015 gesehen hat, und wer bereit ist sich aufgeschlossen der Geschichte zu nähern, der wird mit einem emotionalen und poetischen Kino-Highlight belohnt. Am besten nichts erwarten und sich einfach auf diesen kleinen, feinen italienischen Film einlassen. Und wer weiß, manch einer wird von der Geschichte von Pucinella und dem Büffel vielleicht so be- und gerührt sein, dass er den Film nie mehr vergisst.

Pressplay Logo
Klicken zum Weiterlesen
02 2016 Pressplay für The Red Bulletin

Nächste Story