Gerald Butler in London has fallen

Kino-Vorschau:
Diese Filme laufen im März

Text: Christoph Stachowetz und Marco Rauch
Bild: Universum Film

Die Konfrontation zweier Giganten der Superhelden-Szene, ein neuer Angriff auf den US-Präsidenten und eine Vielzahl an wahren Geschichten. Der Kino-März lockt mit einem wilden Mix aus Action, Drama und Komik. 

Man könnte ja leicht der Annahme verfallen, dass „Batman v Superman: Dawn of Justice“diesen Monat über jeglicher Konkurrenz steht. Weit gefehlt. Neben einer regelrechten Flut an Filmen, die auf wahren Geschichten basieren („13 Hours: The Secret Soldiers of Benghazi“, „Trumbo“, „Raum“ und „The Finest Hour“), hält das Zweiter-Weltkriegs-Epos „Son of Saul“ großes Drama bereit. Die Komödien „Der Spion und sein Bruder“ sowie „Rock the Kasbah“ bieten humorvolle bis satirische Unterhaltung, die Fortsetzung „London Has Fallen“ noch mehr Action und das große Fragezeichen „10 Cloverfield Lane“ hat vielleicht etwas von allem - vorwiegend aber Mystery und Horror. Man sieht, es steht wieder ein abwechslungsreicher Kinomonat bevor.

„13 Hours: The Secret Soldiers of Benghazi“ läuft ab 3. März in den Kinos.

© YouTube // ParamountPicturesGER

13 Hours: The Secret Soldiers of Benghazi (Start: 3.3.)

Wahre Geschichte eins: Michael Bay, der schon mit „neorealistischen“, quasi „dokumentarischen“ Werken wie „Armageddon“ und „Transformers“ die Zuschauer im wahrsten Sinne des Wortes erschüttert hat, widmet sich in seinem neuen Film einer Geschichte, die auf tatsächlichen Begebenheiten beruht. Im Zentrum steht das Sicherheitsteam eines Ex-Navy-Seal, das am elften Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September den US-Diplomatensitz in Lybien verteidigen muss. Hoffentlich gelingt Bay damit ein ähnlich gelungener Film wie „Pain & Gain“. Zumindest der Trailer deutet daraufhin, dass jemand aus dem Sicherheitsteam (oder dem Filmteam) wohl einen ziemlichen Flaggen-Fetisch haben dürfte, so oft wie die US-Fahne zu sehen ist.

„Der Spion und sein Bruder“ ist ab 10. März im Kino zu sehen.

© YouTube // SonyPicturesGermany

Der Spion und sein Bruder (Start: 10.3.)

Nachdem James Bond mit dem neuesten Ableger der Filmreihe, „Spectre“, einen recht gravierenden Sprung zurück in die Vergangenheit absolviert hat (sprich: wie vor dem Reboot „Casino Royale“ dominieren wieder schmerzhaft-lachhafte One-Liner, eindimensionale Frauenfiguren und eine kaum nachvollziehbare Storyline), finden sich nun wieder vermehrt Spion-Thriller-Abwandlungen in den Ärmeln der Filmproduzenten. Nach erfolgreichen Stunt-Vehikeln wie „Mission Impossible“, überstilisierten Kinokassen-Flops wie „Codename U.N.C.L.E“, komödiantischen Unternehmungen der Marke „Spy“ sowie Comic-Action-Hybride a la „Kingsman“ folgt nun mit „Der Spion und sein Bruder“ der nächste Ausflug im breitgefächerten Agenten-Genre. Fremdschämen muss man sich natürlich wieder einmal für den absurd eingedeutschten Titel (im Original: „Grimsby“ bzw. „The Brothers Grimsby“). Regisseur Louis Leterrier („Now you see me“, „The Transporter“) schickt in der Agentenkomödie ein ungleiches Paar, bestehend aus einem internationalen Superspion und einem einfach gestrickten Fußball-Hooligan, auf eine Weltrettungsmission. Warum auch nicht. Die Hauptrollen übernehmen dabei Mark Strong und Sacha Baron Cohen („Borat“, „Brüno“) - wer welche Rolle des ungleichen Brüderpaares inne hat und in welche Richtung der Humor des Films dann gehen wird, dürfte schnell erraten sein.

„London Has Fallen“ kann man ab 11. März in den Kinos bewundern.

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London Has Fallen (Start: 11.3.)

Nachdem das weiße Haus schon gefallen ist, soll nun auch London endlich fallen. So oder so ähnlich dürfte die Grundidee zur Fortsetzung von „Olympus Has Fallen“ (auch bekannt als „White House Down“) gelautet haben. Aber um London geht es ja gar nicht, denn was wie immer in solchen Filmen im Zentrum steht, sind natürlich die über alles dominierenden USA, als „Repräsentant der ganzen Welt“. Der Präsident (Aaron Eckhart) besucht mit seinem besten Bodyguard (Gerard Butler) London. Der perfekte Zeitpunkt für Terroristen, dem Herrscher der Welt endlich den Garaus zu machen. Um das zu erreichen, kann auch ruhig ganz London in Schutt und Asche gelegt werden. Weil, klar, kein Leben ist so wichtig wie das des US-Präsidenten.

Ab 11. März ist „Trumbo“ auf den Leinwänden zu sehen.

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Trumbo (Start: 11.3.)

Wahre Geschichte zwei: Wer hätte das denn für möglich gehalten? Filme brauchen tatsächlich so etwas wie Drehbücher. Nein, der Regisseur denkt sich nicht während den Dreharbeiten die Handlung und Bilder aus. Auch die Schauspieler erfinden nicht einfach so ihre Figuren und Dialoge. Was für eine erschütternde Wahrheit. Schade nur, dass „Trumbo“, das Biopic eines der erfolgreichsten Drehbuchautoren Hollywoods, gerade am Drehbuch schwächelt. Bryan Cranston als schreibendes Genie mit Prinzipien, das sich der ganzen Kommunisten-Hetze im Amerika der vierziger und fünfziger Jahre entgegenstellt, wird von tollen Nebendarstellern unterstützt. Wer also einen Einblick in das Zusammenspiel von Hollywood und Politik sehen möchte, ist bei „Trumbo“ gut aufgehoben. Wer ein gutes Drehbuch verfilmt sehen will …  naja, der sollte sich lieber die Filme von Dalton Trumbo ansehen.

„Raum“ gibt es ab 17. März in den Kinos zu sehen.

© YouTube // Universal Pictures Germany

Raum (Start: 17.3.)

Wahre Geschichte drei: Der Fall Fritzl hat auch international für große Aufmerksamkeit gesorgt und ist wohl eine Thematik, die bei genauer Überlegung noch heute erschüttert. Der Roman „Raum“ von Emma Donoghue war eines der ersten Bücher (zwar in Form eines „fiktionalen“ Romans, doch die Anleihen an die Wirklichkeit sind nur allzu deutlich zu fühlen), die sich dieser Geschichte angenommen haben. Sie hat ihr Werk auch gleich höchst selbst für die Leinwand adaptiert. Brie Larson und ihr Filmsohn Jacob Tremblay brillieren in dieser düsteren, verstörenden Geschichte um eine Frau, die in einem Kellerverlies eingesperrt ist, und ihren Sohn, der noch nie die Außenwelt gesehen hat. Harter Stoff und vielleicht weniger geeignet für einen romantischen Kinoabend oder lustig-unterhaltsamen Eskapismus, aber nicht minder fesselnd und heftig.

Ab 18. März läuft „Son of Saulin den Kinos.

© YouTube // SonyPicturesClassics

Son of Saul (Start: 18.3.)

Kriegs- und Antikriegsdramen gibt es ja schon zahlreiche, trotzdem ist die Thematik noch lange nicht wirklich aufgearbeitet (und angesichts der damaligen Schrecken ist das auch verständlich). „Son of Saul“ von Laszlo Nemes versucht einen recht ungewöhnlichen, aber durchaus interessanten Zugang zur Thematik zu finden. Erzählt wird die Geschichte eines KZ-Häftlings, der die Aufgabe hat, die toten Körper seiner Mithäftlinge zu verbrennen. Unter diesen Leichen bildet er sich ein, seinen Sohn zu sehen und setzt fortan alles daran, seinem Kind ein würdiges Begräbnis inmitten dieser unwürdigen Umgebung zu verschaffen. Gerade durch die komplexe Figur des Protagonisten, der praktisch in einem Zwischenreich innerhalb der KZ-Hierarchie lebt, kann der Film neue Blickwinkel auf das damalige Geschehen werfen.

„Batman v Superman: Dawn of Justice“ ist ab 25. März in den Kinos zu sehen.

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Batman v Superman: Dawn of Justice (Start: 25.3.)

Also wenn das kein Duell der Giganten ist, dann gibt es wohl auch keines. Zum ersten Mal treffen Batman (Ben Affleck) und Superman (Henry Cavill) in einem großen Kinofilm aufeinander, noch dazu stehen sie auf gegenüberliegenden Seiten. Wer hier „gut“ und wer „böse“ ist, lassen die Trailer noch offen. Vielleicht werden diese beiden Kategorien aber gar nicht zwingend von den beiden Helden besetzt. An Schurken mangelt es dank Lex Luthor (Jesse Eisenberg) und Doomsday jedenfalls nicht. Visuell kann man Regisseur Zack Snyder nichts vorwerfen, er hat wahrlich ein Auge für düstere Bilder. Inhaltlich hingegen, vor allem was Geschichte und Figurenzeichnung betrifft, hat Snyder nicht unbedingt das sicherste Händchen. Aber gut, wer schert sich schon darum, wenn zwei ikonische Superhelden wie Batman und Superman sich endlich mal ordentlich die Fresse polieren. Mit zweieinhalb Stunden Laufzeit wird im Übrigen auch vom Zuschauer einiges an heroischem Sitzfleisch abverlangt. Macht wohl nix, so lange die Action stimmt.

„Rock the Kasbah“ kommt am 25. März in die Kinos.

© YouTube // SplendidFilm

Rock the Kasbah (Start: 25.3.)

Ein abgebrannter Musik-Manager (Bill Murray) reist nach Afghanistan, weil er dort den nächsten großen Musikstar wittert. Daraus resultiert ein irrwitziger, satirischer Kulturclash, der das Showgeschäft gehörig auf’s Korn nimmt. Gerade bei der Kombination Barry Levinson („Wag the Dog“) und Bill Murray (der Mann wird einfach immer besser und besser, sofern das überhaupt möglich ist) ist ja an sich schon verlockend, wenn dann aber auch noch ein Action-Raubein wie Bruce Willis mal wieder aus der Lethargie seiner letzten Jahre erwacht und tatsächlich in einer originellen Komödie mitwirkt, ist das als bereichernde Zugabe zu verstehen. 

„The Finest Hours“ gibt es ab 31. März im Kino zu sehen.

© YouTube // Disney UK

The Finest Hours (Start: 31.3.)

Wahre Geschichte vier: Im Jahr 1952 geraten nicht nur ein Öltanker, was alleine schon schlimm genug wäre, sondern gleich zwei von den Dingern in Seenot. Dies führt dazu, dass eine riskante Rettungsaktion eingeleitet werden muss, um den Besatzungen zu Hilfe zu kommen. Mit Casey Affleck (der März scheint wohl das Monat der Affleck-Brüder zu sein), Eric Bana und Ben Foster sind hier gleich drei potenziell großartige Schauspieler am Start. Chris Pine darf auch mitmachen und schafft es sogar, im Dunstkreis der talentierteren Kollegen ein wenig zu glänzen. Natürlich darf man Hollywood-Versionen von wahren Geschichten nie für bare Münze nehmen, aber zum Glück ist das ja kein Geschichtsunterricht.

„10 Cloverfield Lane“ startet am 31. März in den Kinos.

© YouTube // ParamountPicturesGER

10 Cloverfield Lane (Start: 31.3.)

Je weniger man über den Film weiß, umso besser. J.J. Abrams hat es zu einem Merkmal gemacht, über seinen jeweils aktuellen Film strikte Verschwiegenheit zu wahren und gleichzeitig die Medien und das potenzielle Publikum mit wenig bis nichtssagenden Trailern auf die Folter zu spannen. So auch bei „10 Cloverfield Lane“. Ist das eine Fortsetzung von „Cloverfield“? Oder so etwas wie ein Tie-In, spielen sich die Ereignisse des Streifens also praktisch zur selben Zeit ab, wie jene in „Cloverfield“? Oder ist der Name überhaupt nur Arbeitstitel für einen komplett anderen Film? So oder so, lange muss man auf „10 Cloverfield Lane“ ohnehin nicht mehr warten. Man kann sich im Übrigen auch ruhig den Trailer anschauen, denn der verrät ohnehin nichts. Im Gegenteil. Er verstärkt das Mysterium nur noch weiter.

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03 2016 Pressplay für The Red Bulletin

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