Der Marsianer

Kino-Vorschau:
Das läuft im Oktober

Text: Marco Rauch/Christoph Stachowetz
Bild: 20th Century Fox

Matt Damon wird auf dem Mars vergessen, Johnny Depp brilliert als irischer Killer und Joseph Gordon-Levitt balanciert in über 400 Metern Höhe. Das sind nur drei Highlights, die der Oktober für Kino-Fans zu bieten hat.

Das zunehmend kalte Wetter eignet sich perfekt für die Flucht ins Kino - und was für ein Monat steht uns bevor: Die Vorgeschichte von Peter Pan und die “Hirngespinste” eines kleinen Mädchens. Matt Damon strandet in auf dem roten Planeten und Joseph Gordon-Levitt vollführt einen waghalsigen Drahtseilakt. Dazu noch Ben Foster als Lance Armstrong, Johnny Depp als Gangsterboss, Jesse Eisenberg als bekiffter Superagent und Michael Fassbender als Macbeth.

„Alles steht Kopf“ - ab 1. Oktober im Kino.

© YouTube // Disney Deutschland 

Alles steht Kopf (Start: 1.10.)

Wieder einmal ein genialer Animationsfilm aus dem Hause Pixar. Nach einem gefühlvollen Blick in die Zukunft (Wall-E) und einem sentimentalen Höhenflug (Up) geht es in „Alles steht Kopf“ um das geistige Innenleben eines kleinen Mädchens. Ihre verschiedenen Gefühle wie Freude, Angst und Trauer kämpfen wortwörtlich um die Vorherrschaft im Kopf der kleinen Riley. Wer also jemals meint, dass man das Innenleben eines Menschen nicht filmen und in bewegte Bilder verwandeln kann, hier ist der wohl endgültige Beweis, dass es durchaus möglich ist. Man muss nur wissen wie.

Am 1. Oktober läuft „Sicario“ an.

© YouTube // STUDIOCANAL Germany 

Sicario (Start: 1.10.)

Denis Villeneuve hat mit „Prisoners“ und „Enemy“ zwei großartige Filme gedreht und angeblich soll er auch bei der „Blade Runner“-Fortsetzung Regie führen. In Sicario widmet er sich der absolut “heiteren” Thematik des eskalierenden Drogenkrieges an der amerikanisch-mexikanischen Grenze. Emily Blunt als idealistische FBI-Agentin sowie Benicio Del Toro und Josh Brolin als hartgesottene Jungs räumen in diesem Action-Thriller mächtig auf. Der Titel Sicario hat übrigens nichts mit krank (weil englisch: sick) zu tun, sondern bezeichnet die Auftragskiller oder auch “Vollstrecker”, die von den mexikanischen Kartellen für ihre schmutzigen Angelegenheiten angeheuert werden. Ein spannendes und vor allem aktuelles Thema in den Händen eines begabten Regisseurs, der bei Auswahl sowie Einsatz seiner Schauspieler immer wieder Gespür und Feingefühl zeigt: Kann eigentlich kaum was schiefgehen.

„Pan“ kommt am 9. Oktober in die Kinos.

© YouTube // Warner Bros. DE 

Pan (Start: 9.10.)

Als der 12-jährige Waisenknabe Peter in das magische Neverland transportiert wird, weiß er noch nicht, welchen Weg das Schicksal für ihn auserkoren hat. Im Kampf gegen Blackbeard und an der Seite von Feen und Kindern, die nicht erwachsen werden wollen, wird aus dem Protagonisten der legendäre Peter Pan. Also quasi „Pan Begins“, die Vorgeschichte, wie aus dem unscheinbaren Peter eine grandiose Märchenfigur wird. Übrigens mit dabei: Hugh Jackman und eine fantastische Haartracht, die fast ihren eigenen Filmcredit verdient.

„It Follows“ gibt es ab 9. Oktober in den Kinos zu sehen.

© YouTube // Filmladen Filmverleih

It Follows  (Start: 9.10.)

Regisseur David Robert Mitchell mag vielleicht in Hinsicht auf seine bisherige Filmographie unerfahren wirken, doch sein Überraschungserfolg mit dem Indie-Horror-Schmankerl „It Follows“ spricht Bände. Ein subtiles, vielschichtiges, psychologisches und überaus atmosphärisches Werk liegt hier vor, das die internationale Presse gleich mal in die Nähe von Großmeister Hitchcocks Filmen stellte. Und das zu Recht: Die Geschichte rund um das Erwachsenwerden und Promiskuität strotzt nur so vor eindrucksvollen Bildern, die mit einem großartigen Score ein durchwegs spannendes Erlebnis samt Gänsehaut beim Zuseher hervorrufen, ohne dabei auf banalen Gore und billige Schockelemente zu setzen. Ein perfekter Horror-Thriller für die Herbst/Winter-Saison.

Ab 9. Oktober läuft „Der Marsianer“ auf den Leinwänden.

© YouTube // FoxKino 

Der Marsianer (Start: 9.10.)

Ridley Scott schießt Matt Damon auf den Mars. Basierend auf Andy Weirs großartigem Debütroman erzählt Der Marsianer praktisch eine moderne Robinson Crusoe-Geschichte. Mark Watney (Matt Damon) wird auf dem roten Planeten zurückgelassen, ist aber nicht der Typ, der einfach resigniert oder deswegen gar verzweifelt, nein, er beschließt, so lange zu überleben, bis die nächste Mission ihn rettet. Nur wie soll das gelingen - auf einem Planeten, der nicht gerade für seine üppige Vegetation bekannt ist?

Ab 9. Oktober läuft „Selfless“ in den Kinos.

© YouTube // Concorde Movie Lounge

Selfless (Start: 9.10.)

Selfmade-Man Damian (Ben Kingsley) hat alles: Geld, Macht, Ansehen, eine exklusive Penthouse-Wohnung mit bestem Fernblick über den Central Park. Doch nicht nur die Entfremdung von seiner Tochter macht ihm zu schaffen, sondern auch eine unheilbare Krankheit. Um seinem baldigen Ableben zu entkommen, entschließt er sich, einen experimentellen Körpertausch vorzunehmen. Nach einiger Zeit in seiner neuen, verjüngten Gestalt (Ryan Reynolds) dringen merkwürdige, fremde Erinnerungen in sein Bewusstsein. Auch wenn die Prämisse von Tarsem Singhs (The Cell, The Fall) Sci-Fi-Thriller etwas abgenutzt klingen mag, so kann zumindest die Performance von Reynolds über weite Strecken hin überzeugen - was den Film dann doch sehenswerter macht als erwartet.

Auch „The Program“ ist ab 9. Oktober in den Kinos zu sehen.

© YouTube // STUDIOCANAL Germany 

The Program (Start: 9.10.)

Lange Zeit galt Lance Armstrong nicht nur als einer der besten Radrennsportler der Welt, sondern auch als einer der populärsten Stars seiner Profession. Natürlich müssen sich heutzutage die meisten erfolgreichen Profisportler früher oder später mit dem Vorwurf des Dopings plagen (man denke nur an all die aufgepumpten Wrestler), so auch Armstrong. Als publik wurde, dass er tatsächlich mit - sagen wir mal - unsauberen Mitteln so manch einen seiner Triumphe eingefahren hat, wurde aus dem berühmten Sportler schnell ein verschmähter Lügner und Betrüger. Ben Foster macht jedenfalls auch ohne leistungssteigernde Mittelchen als Rad-Superstar eine gute Figur.

„Crimson Peak“ ist ab 15. Oktober zu bewundern.

© YouTube // Universal Pictures Germany 

Crimson Peak (Start: 15.10.)

Der mexikanische Meister des fantastischen Kinos meldet sich zurück: „Crimson Peak“ nennt sich der neueste Film von Guillermo del Toro und die Labels Fantasy und Horror dürfen nun auch wieder ausgepackt werden. Die Geschichte dreht sich dabei rund um die Vorgänge im titelgebenden Anwesen, welches nicht nur mit seinem unheimlichen Äußeren schon erste Anzeichen auf das vermeintlich schockierende Innere vorweg nimmt, sondern dort (natürlich) auch einige düstere Geheimnisse birgt, die von den alten bzw. neuen Bewohnern einerseits versteckt und andererseits entdeckt werden wollen. Eine hochkarätige Besetzung rund um Jessica Chastain, Mia Wasikowska und Tom Hiddleston macht da gleich nochmal mehr Lust auf einen Besuch in diesem mexikanischen Horrorhaus.

„Black Mass“ kommt am 16. Oktober in die Kinos.

© YouTube // Warner Bros. DE 

Black Mass (Start: 16.10.)

„Crazy Heart“-Regisseur Scott Cooper wandelt auf den Spuren von Martin Scorsese: In „Black Mass“ lässt der Filmemacher niemand anderen als Johnny Depp in die Rolle des berühmt-berüchtigten Mafiabosses James Joseph „Whitey“ Bulger schlüpfen, den aufmerksame Kinobesucher in adaptierter Form schon durch Jack Nicholsons Frank Costello in „The Departed“ kennengelernt haben. Mit Halbglatze, blassblauen Augen und desolatem Gebiss hat man Depp ja noch nicht gesehen - doch anders als in den eher humoristisch-exzentrischen Auftritten der letzten Jahre scheint der US-Schauspieler nun zu seinen dramatischen Wurzeln zurückzukehren. Logisch, als skrupelloser irischer Killer mitten im Kampf gegen die italienische Mafia kann er auch kaum auf Disney-Humor zurückgreifen. Weitere Rollen übernehmen übrigens Joel Edgerton, Benedict Cumberbatch, Dakota Johnson, Kevin Bacon sowie Peter Sarsgaard.

„American Ultra“ kommt am 16. Oktober in die Kinos.

© YouTube // Concorde Movie Lounge

American Ultra (Start: 16.10.)

Was wäre, wenn Jason Bourne irgendwann genug von der ganzen Spionage-Kampfmaschine-Geschichte hätte und beschließen würde, ein fauler, dauerkiffender “Dude” Lebowski zu werden? Die Antwort darauf gibt „American Ultra“, wo es um einen ehemaligen Top-Agenten geht, der nun einem lockeren, relaxten Lebenstil nachgeht, doch dann von seiner Regierung als Ziel zur Eliminierung ausgewählt wird. Da kann er gar nicht bekifft genug sein, um so eine Beleidigung auf sein Leben durchgehen zu lassen und wehrt sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen. Von allen möglichen Schauspielern, denen man so eine Figur und vor allem die damit verbundene Action zutrauen würde, ist ja wohl Jesse Eisenberg in der Hauptrolle die logische und absolut sinnvollste Wahl. In etwa so wie Adrien Brody als Spargel-Schwarzenegger in „Predators“.

„The Walk“ begeistert die Kinobesucher ab 23. Oktober.

© YouTube // SonyPicturesGermany

The Walk (Start: 23.10.)

Wir schreiben das Jahr 1974. Der zierliche Franzose Philippe Petit hat einen Traum: Zwischen den Türmen des World Trade Centers zu spazieren. Verweis eins: Petit ist ein Hochseilartist. Verweis zwei: Petit würde seinen Spaziergang dann doch gerne in 417 Metern Höhe absolvieren. Wenn einem das doch irgendwie bekannt vorkommt, so liegt das sicherlich am guten Gedächtnis, denn nicht nur, dass es sich hier um eine wahre Begebenheit handelt, nein, im Jahr 2008 wurde die Dokumentation „Man on Wire“, die eben diesen waghalsigen Akt in den Fokus rückte, mit einem Oscar prämiert. Wie dem auch sei: Regisseur Robert Zemeckis („Zurück in die Zukunft“, „Forrest Gump“, „Flight“) lässt in seiner dramaturgischen Aufarbeitung der Ereignisse Joseph Gordon-Levitt in luftigen Höhen spazieren und schildert hier überaus geschickt die Probleme, die entstehen können, wenn man so etwas - Illegales, wohlgemerkt - plant und durchführt.

„Macbeth“ kommt am 30. Oktober in die Kinos.

© YouTube // STUDIOCANAL Germany 

MacBeth (Start: 30.10.)

Man kann wohl mit Fug und Recht behaupten, dass William Shakespeare der bekannteste Autor überhaupt ist. Verfilmungen seiner Stücke gibt es zahlreiche und sie reichen von extrem originell („Hamlet goes Business“ von Aki Kaurismäki) über modern („Romeo & Julia“ mit Leo DiCaprio) bis hin zu klassisch (wie z.B. Laurence Oliviers Verfilmungen), haben diverse Regietitanen angezogen (Akira Kurosawa, Orson Welles oder - nicht unbedingt ein Titan aber immerhin - Kenneth Branagh) und führen laut Imdb zu einem Resümee von über 1.000 Filmen, TV-Filmen, Kurzfilmen, etc. Es wird also höchste Zeit, dass die Schauspielkaliber Michael Fassbender und Marion Cottilard sich auch mal an einem Shakespeare-Stoff versuchen dürfen. Wie es halt gerade modern ist, kommt die Geschichte um einen besessenen Möchtegern-König, der für seinen Thron über Leichen geht und dabei langsam den Verstand verliert, entsprechend düster und brutal daher. Das passt aber auch irgendwie zu diesem Stück.  

pressplay

Dieser Artikel ist in Kooperation mit pressplay entstanden. Weitere Storys zu Film, Musik und Games gibt es hier: www.press-play.at

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10 2015 Pressplay für The Red Bulletin

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