Kinovorschau für Juni

Kinovorschau Juni

Text: Marco Rauch
Bild: Thimfilm

Diese 11 Filme sollten alle Cineasten im Juni auf ihrer Liste haben.

Im Juni bekommen die Kinos durch Pools, Open-Air-Festivals und Grillgelage große Konkurrenz. Gründe, sich dennoch in Ruhe einen Film anzusehen gibt es genug. Beispiele gefällig?

  • Punks kämpfen gegen Nazis
  • Russell Crowe und Ryan Gosling harmonieren perfekt
  • Josef Hader brilliert als Stefan Zweig
  • Die „Säuberung“ erreicht den US-Wahlkampf
  • Jake Gyllenhaal zerstört sein Leben
  • Zombies zeigen überraschenderweise Stolz und Vorurteile

Die Red-Bulletin-Kinovorschau powered by pressplay.

„Green Room“ kann ab 3. Juni in den Kinos bewundert werden.

© Universum Film // YouTube

Green Room (Start: 3.6.)

Eine Anti-Nazi-Punk-Band bestreitet ihren letzten Tour-Auftritt just in einem Club voller Skinheads. Als sie dann auch noch einen Mord miterleben, ist für den Anführer der Skinheads, niemand geringeren als Legende Patrick Stewart, klar: die Band muss weg. Es entwickelt sich ein brutales Katz-und-Maus-Spiel. Regisseur Jeremy Saulnier hat schon mit „Blue Ruin“ gezeigt, dass er ein Händchen für existenzielle und psychologisch dichte Thriller hat. Und im gleichen Sinne wird wohl auch „Green Room“ kein typisches Feel-Good-Movie sein.

„The Nice Guys“ läuft ab 3. Juni im Kino.

© Concorde Movie Lounge // YouTube

The Nice Guys (Start: 3.6.)

Shane Black, quasi der Begründer des Buddy-Action-Movies, hat er doch immerhin „Lethal Weapon“ geschrieben, versucht nun mit „The Nice Guys“ das ultimative Buddy-Action-Movie auf die Leinwand zu bringen. Russell Crowe und Ryan Gosling wirken im Trailer wie das perfekte ungleiche Paar und die Action scheint herrlich selbstironisch. Also wenn der Film halbwegs das halten kann, was der spaßige Trailer zeigt (und da nicht schon die besten Szenen drinnen sind), dann könnte „The Nice Guys“ der heimliche große Hit des Frühsommers werden. Zu wünschen wäre es den Beteiligten.

„Der Moment der Wahrheit“ - ab 3. Juni in den Kinos.

© Universum Film // YouTube

Der Moment der Wahrheit (Start: 3.6.)

Die besten Geschichten schreibt das Leben. Und Filme über Enthüllungsjournalismus bzw. Medienkontroversen sind ohnehin gerade in Mode, siehe zum Beispiel den Oscargewinner „Spotlight“. Im Jahr 2004 berichtet der renommierte Journalist Dan Rather in seiner TV-Nachrichtensendung „60 Minutes“ über eine Reihe von Notizen, die den damaligen Präsidenten George W. Bush schwer belasten. Die Dokumente stellen sich jedoch als gefälscht heraus. Der Moment der Wahrheit basiert übrigens auf dem Buch der ehemaligen „60 Minutes“-Produzentin Mary Mapes, die im Film von Cate Blanchett verkörpert wird.

Ab 3. Juni ist „Vor der Morgenröte“ auf den Leinwänden zu sehen.

© xverleih // YouTube

Vor der Morgenröte (Start: 3.6.)

Josef Hader spielt mal nicht sich selbst oder den Brenner (was irgendwie eh fast dasselbe ist), sondern niemand anderen als den großen österreichischen Schriftsteller Stefan Zweig. Also eine dramatische Rolle. Was man so hört, soll Hader großartig spielen. Alleine das ist ja schon einen Kinobesuch wert. Wenn es einem Film dann aber gelingt, eine gegenwärtige soziale Thematik im Zuge einer Biografie eines Künstlers aufzuarbeiten, umso sehenswerter. Immerhin geht es in „Vor der Morgenröte“ nicht nur um Zweigs Alltag im Exil, sondern auch um den Blick auf die ursprüngliche Heimat und was es bedeutet, im Exil zu leben.

„Stolz und Vorurteil und Zombies“ gibt es ab 10. Juni in den Kinos zu sehen.

© Universum Film // YouTube

Stolz und Vorurteil und Zombies (Start: 10.6.)

Also gut, dass die heutige Jugend lesefaul ist, ist ja wohl kein Geheimnis. Muss man aber deshalb laufend Klassiker der Literatur filmisch verunstalten, indem man Zombies, Vampire oder sonst welche Kreaturen oder haarsträubende Begebenheiten hinzudichtet? Der Titel „Stolz und Vorurteil und Zombies“ sagt ja eh schon alles. Wobei, den meisten wird es wohl nur um die Zombies gehen. Es steht doch zu bezweifeln, dass Jane Austen-Fans sich in diesen Film verirren werden. Wer weiß, was als nächstes kommt. Vielleicht eine Verfilmung von Ernest Hemingways „Der alte Mann und das Meer und die Werwölfe“ oder John Steinbecks Klassiker „Von Mäusen und Menschen und Frankensteins Monster“!

Ab 17. Juni läuft „The Conjuring 2in den Kinos.

© Universal Pictures Germany // YouTube

The Conjuring 2 (Start: 17.6.)

Kein Monat ohne einem Film “auf wahren Begebenheiten”. Diesmal sogar ein Horrorfilm und noch dazu von Genre-Spezialist James Wan („Saw“, „Insidious“) inszeniert. Die Fortsetzung des erfolgreichen ersten Teils führen Patrick Wilson und Vera Farmiga als, ja, sagen wir mal “Geisterjäger” diesmal in einen Gebäudekomplex, in dem es offensichtlich einen oder mehrere Poltergeister gibt. Nun, Hauptsache für Spannung und Gänsehaut wird gesorgt, dann spielt es auch keine Rolle, wie weit der Begriff “auf wahren Begebenheiten” dehnbar ist.

„Demolition - Lieben und Leben“ ist ab 17. Juni in den Kinos zu sehen.

© FoxKino // YouTube

Demolition - Lieben und Leben (Start: 17.6.)

Nein, hierbei handelt es sich nicht um ein Prequel zum Stallone-Klassiker „Demolition Man“, sondern um ein Drama von Jean-Marc Vallée, dem Regisseur von „Wild“ und „Dallas Buyers Club“. Im Zentrum steht Jake Gyllenhaal, der nach dem Tod seiner Frau sein Leben neu in den Griff kriegen muss. Um das zu schaffen, muss er aber erst mal sein bisheriges Leben komplett einreißen und zerstören. Naomi Watts steht ihm dabei zur Seite. Angeblich soll der Handlungsverlauf etwas wirr, die schauspielerischen Leistungen dafür top sein. 

„The Neon Demon“ startet am 23. Juni in den Kinos.

© Thimfilm Filmverleih // YouTube

The Neon Demon (Start: 23.6.)

Nicolas Winding Refn versteht es, nicht nur mit seinen Filmen, sondern auch mit seinen Aussagen die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Dabei kann man ihm sein filmisches Talent kaum absprechen, Werke wie „Walhalla Rising“, „Bronson“, „Drive“ und „Only God Forgives“ haben es schon bewiesen, dass dieser Mann seine eigene Handschrift hat und ein das Handwerk durchaus versteht. Inhaltlich kann man geteilter Meinung sein und das ist ja auch gut so, denn die wirklich guten Filme polarisieren. Genauso dürfte es nun auch mit seinem neuen Film „The Neon Demon“ sein, einer Abrechnung mit der Oberflächlichkeit und dem Wahn nach Schönheit und Perfektion. Ob nun im Guten oder Schlechten, die Filme von Refn muss man sich einfach anschauen.

Pressplay Logo

„Bastille Day“ kommt am 24. Juni in die Kinos.

© Studiocanal Germany // YouTube

Bastille Day (Start: 24.6.)

Der neue James Bond wird er wohl nicht werden (ganz entgegen unserer persönlichen Bond-Besetzungsliste - aber immerhin ist mit Tom Hiddleston ein anderer stark im Gespräch der ja auch oben war), trotzdem darf sich der charismatische Idris Elba nun mal in der Hauptrolle eines großen Actionfilms probieren. Hoffentlich ergeht es ihm da nicht wie manch anderen talentierten Kollegen, die aus dieser Genreecke gar nicht mehr rauskommen (Liam Neeson, wir blicken in deine Richtung) oder nur Müll produzieren (Aaron Eckhart, Gerard Butler). So oder so, in „Bastille Day“ darf er gemeinsam mit einem Dieb (Richard Madden aus Game of Thrones) eine große Verschwörung aufdecken und die Schuldigen zur Rechenschaft ziehen.

Ab 24. Juni läuft „Ein ganzes halbes Jahr“ in den Kinos.

© Warner Bros. DE // YouTube

Ein ganzes halbes Jahr (Start: 24.6.)

Wie oft wird sich Emilia Clarke noch im Kino versuchen, ehe sie oder die Produzenten - je nachdem - erkennen, dass sie für dieses Format wohl nicht geeignet ist. Nach dem, na, sagen wir mal durchwachsenen „Terminator Genisys“ und ihrer mehr als schwachen Leistung als Sarah Connor, wechselt sie nun von Action auf romantische Komödie. Ob das besser ist, wird sich zeigen. In „Ein ganzes halbes Jahr“ darf sie die lebenslustige Pflegerin eines depressiven Querschnittsgelähmten spielen. „Pretty Woman“ unserer Generation oder doch eher Katherine-Heigl-Abstieg? Wer weiß. im Notfall bleibt ihr immer noch „Game of Thrones“. Ist ja auch nicht schlecht, oder?

„The Purge: Election Year“ ist ab 30. Juni im Kino zu sehen.

© Universal Pictures Germany // YouTube

The Purge: Election Year (Start: 30.6.)

Noch ist die alljährliche Purge-Nacht kein offizieller Feiertag und wenn man die Filme so sieht, sollte man auch schwer hoffen, dass es nie so weit kommt. Trotzdem gelingt es James DeMonaco mit jedem Teil seiner Purge-Reihe, die Filme weiter zu verfeinern und besser zu machen. Damit hat er eines der interessantesten gegenwärtigen filmischen Universen geschaffen. Auch der mittlerweile dritte Teil spielt wieder zu jener Zeit, wo eine ganze Nacht lang alle Gesetze aufgehoben sind und man mit jeder Straftat ungeschoren davon kommt. Die perfekte Gelegenheit für die US-Präsidentschaftskandidatin ihre unliebsame Gegenspielerin aus dem Weg zu räumen. Wer also den tatsächlichen US-Wahlkampf schon für wahnsinnig hält, der kann sich in „The Purge: Election Year“ auf etwas gefasst machen.

Klicken zum Weiterlesen
06 2016 Pressplay für The Red Bulletin

Nächste Story