Lennie James im interview über "The Walking Dead"

TWD-Star Lennie James: „Rick hat mehr Killer-Instinkt als Morgan!“

Interview: Holger Potye
Foto: Getty Images / Maarten de Boer / Contributor

Anlässlich des Bildschirm-Comebacks von „The Walking Dead“ haben wir uns mit Lennie James aka Morgan getroffen, um mit ihm zu besprechen, worauf sich die Fans in der zweiten Hälfte von Staffel 7 freuen dürfen.

Lennie James ist Fans der Hit-Serie “The Walking Dead natürlich ein Begriff. James spielt Morgan Jones, einen „alten Freund“ von Rick Grimes, der aber nicht unbedingt stets einer Meinung mit ihm ist. In der ersten Hälfte von Staffel 7 wurden Rick (Andrew Lincoln) und seine Gruppe von Oberbösewicht Negan (Jeffrey Dean Morgan) brutal fertig gemacht und dazu gezwungen, für ihn zu arbeiten. In der zweiten Hälfte sinnt Ricks Truppe auf Rache. Sie bereitet sich auf einen Krieg vor.

Lennie hat dem The Red Bulletin verraten, mit wem er am Set am liebsten abhängt und worauf sich die Fans in der zweiten Hälfte der Staffel freuen können. Zudem ließ er sich einige Details zum „Blade Runner“-Sequel entlocken.

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THE RED BULLETIN: Welcher Morgan steht Ihnen näher: der ruhige ‘Zen-Morgan’ oder der ‘Lasst-uns-alle-Zombies-killen-Morgan’?

LENNIE JAMES: Ehrlich gesagt, bin ich wahrscheinlich für beide Varianten nicht mutig genug. Aber wenn ich die Wahl hätte, wäre ich wohl der Morgan, der den Weg des friedlichen Kriegers geht. Morgan wird oft falsch verstanden. Er ist nicht ängstlich. Er hat nur Angst davor, was aus ihm wird, wenn er Menschen tötet. Wie sehr verändert ihn das? Das ist eigentlich ein mutiger Zugang. Alle in der Gruppe, die bis jetzt überlebt haben, müssen sich dieser Frage stellen. Wie leben wir eigentlich in dieser Welt?

Die wahre Frage lautet also: Wie wollen wir leben?

Genau. Bisher lautete das Motto für Ricks Gruppe in etwa: „Töte zuerst und stelle dann die Fragen“. Morgan sieht die Sache anders. Er meint, dass wir anderen Menschen vertrauen und sie mit offenen Armen empfangen sollten. Nur so kann man sehen, wohin das führen würde. Es ist ein gefährlicher Zugang, ich weiß. Aber Menschen sterben ohnehin - egal, ob wir die Sache wie Rick angehen, oder wie Morgan. 

Ich persönlich, also Lennie James, wäre für Morgans Vorschlag nicht tapfer genug. Ich würde auch zuerst schießen und dann Fragen stellen. Wenn ich die Sache allerdings ganz realistisch betrachte, wäre ich wohl der Erste, der an Tag 1, an dem sich die Toten aus ihren Gräbern erheben und rummarschieren, wie ein 6-jähriger Junge herumlaufen und hysterisch schreien würde: „Die Toten marschieren! Die Toten marschieren!“ Danach würde ich schnurstracks gegen eine Mauer laufen und mich selbst KO schlagen. Das wäre ich. (Lacht.)

Lennie James Interview The Walking Dead

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Was können Sie uns über die zweite Hälfte von Staffel 7 verraten?
 
Wer die Comics kennt, weiß, dass uns ein jahrelanger Krieg bevorsteht. Ich weiß allerdings nicht, wie lange er sich in der Serie hinziehen wird. Er wird aber definitiv eine Weile dauern. Wir bereiten uns also auf einen Krieg vor und werden alle wichtigen Charaktere auf beiden Seiten nochmals genauer vorstellen. Außerdem werden Dinge passieren, die einge unserer Protagonisten dazu bewegen werden, die Seiten zu wechseln.   

Wird sich Ricks Gruppe auflösen?

Es gibt keine klare Gut/Böse-, Schwarz/Weiß-Trennung mehr. Einige Helden werden auf die dunkle Seite wechseln und einige vermeintliche Bösewichte könnten uns überraschen und nach dem Licht am Ende des Tunnels suchen. Letztendlich ist alles eine Frage der Perspektive. Oder anders formuliert: Nur eines ist gewiss - es gibt Krieg!

Was wäre wohl passiert, wenn Morgan statt Rick die Gruppe auf dem Weg nach Atlanta angeführt hätte? Wo wäre die Gruppe heute?

Andy [Lincoln] würde wohl sagen, dass mittlerweile alle tot wären (Lacht.). Die Sache ist die: Morgan musste niemals eine Gruppe anführen. Seit dem Tod seines Sohnes hatte er keine Verantwortung für jemanden anderen mehr. Rick wiederum wacht jeden Morgen auf und sein erster Gedanke ist: ‚Was kann ich für meine Gruppe tun?‘ Das macht einen großen Unterschied. Morgan kann sich die „Jedes Leben ist wertvoll“-Philosophie leisten, weil er für niemanden anderen Verantwortung trägt, außer für sich selbst. Wenn er dies aber plötzlich tun müsste, wäre er Rick sehr ähnlich. Morgan würde aber weniger Leute killen als Rick. Das steht für mich fest.

They are everything good and pure in this world. #MelissaMcbride #LennieJames

Ein von The Walking Dead (@twdcast) gepostetes Foto am

Mit welchem Charakter aus „The Walking Dead“ würden Sie am liebsten im Pub einen Drink nehmen?

Da gibt es zwei: Einer ist Jerry, er ist King Ezekiel’s rechte Hand und wird von Cooper Andrews gespielt. Mit ihm würde ich jederzeit abhängen und da er ein echt großer Kerl ist, würden wir auch garantiert von niemandem angepöbelt werden. Der andere ist Josh McDermitt, der in der Serie Eugene spielt. Josh schafft es, mich rund um die Uhr zum Lachen zu bringen. Außerdem ist er ein Whiskey-Mann, wie übrigens auch Michael Cudlitz - und ich schätze Männer, die guten Whiskey mögen.

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Lennie James über den kommenden Blockbuster „Blade Runner“

„Blade Runner“ feiert dieses Jahr sein Kino-Comeback.

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Sie spielen in „Blade Runner 2049“ mit. Können Sie uns darüber etwas erzählen?

Ich dachte immer, es gibt auf keinem Set mehr Geheimniskrämerei als bei „The Walking Dead“, bis ich auf dem Set von „Blade Runner 2049“ gelandet bin. Als ich mein Skript bekam, war es auf einer Art App, die man nur auf einem Gerät öffnen konnte. Ich konnte keine Screenshots machen. Ich konnte nichts abspeichern. Und neun Stunden nach Drehschluss löschte es sich dann automatisch. Es war verrückt.

Was macht „Blade Runner 2049“-Regisseur Denis Villeneuve für Sie so besonders?

Er ist ein Tausendsassa. Er ist ein toller Filmemacher, ein großartiger Geschichtenerzähler und ein echter Visionär. Obwohl ich nur eine kleine Rolle hatte, verbrachte er viel Zeit mit mir und wir änderten gemeinsam einiges an meinem Charakter. Es war eine phantastische Erfahrung. Dasselbe gilt für Ryan Gosling. Er ist ein wunderbarer Schauspieler. Und unser Kamera-Guru Roger Deacon hat sensationelle Aufnahmen abgeliefert. Ganz ehrlich: Niemand dürfte auf einem Set so viel Spaß haben, wie das bei beim Blade Runner-Sequel der Fall war.

Hinweis: Der zweite Teil der 7. Staffel von „The Walking Dead“ ist ab 13. Februar 2017 immer montags ab 21 Uhr auf Fox und Sky zu sehen.

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02 2017 The Red Bulletin

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