Maisie Williams

Maisie Williams: „Das Ende von ‚Game of Thrones’ ist in Sicht“

Text: Rüdiger Sturm
Foto: Getty Images

Schauspielerin Maisie Williams über ihre Gemeinsamkeiten mit Arya Stark, die Macht des Internets und die Zukunft von „Game of Thrones“. 

THE RED BULLETIN: Sie haben sich mit Kit Harington sicher darüber unterhalten, wie es wäre, wenn Arya und Jon Snow sich in Staffel sechs von „Game of Thrones„ begegnen …

MAISIE WILLIAMS: Nein, über so ein Thema haben wir nie gesprochen, als er noch bei der Serie mitgemacht hat. Aber er wurde doch umgebracht, wissen Sie das nicht? (lacht)

Okay, keine Jon-Snow-Frage. Zum Glück geht es in der Serie ja mit Arya Stark weiter. Wie war es, mit ihr erwachsen zu werden?

Es gab da interessante Gemeinsamkeiten. Sie hat immer gedacht: Wenn ich ehrlich und loyal bin, dann passiert mir nur Gutes. Und dann wird sie in eine Welt voller Lügen, Verrat und Betrug hineingestoßen, an die sie sich schnellstmöglich anpassen muss. Und ich fühle mich ganz ähnlich.

Sieh dir den Trailer zur 6. Staffel an.

© Entertainment TV-ONE // YouTube

Sie leben also auch in einer Welt aus Lüge und Betrug?

Na ja, ich habe jedenfalls gelernt, dass die Leute nicht immer nur mein Bestes im Sinn haben. Ich dachte, jeder würde verstehen, was ich sagen will, aber es gibt Menschen, die wollen mich nur schlecht aussehen lassen. Da werden Sätze, die ich von mir gegeben habe, verdreht und auf den Kopf gestellt, dass ich total unsympathisch wirke. Mich daran zu gewöhnen, war echt hart. 

Trotzdem geben Sie ja hier ein Interview.

Das ist eben der Preis, den ich zahlen muss, wenn ich mit diesem Job meinen Lebensunterhalt verdienen will. Und ich würde trotzdem kein anderes Leben haben wollen.

„Da werden Sätze, die ich von mir gegeben habe, verdreht und auf den Kopf gestellt, dass ich total unsympathisch wirke.“
Maisie Williams, 18

Wie ist es mit sozialen Medien? Schränken Sie sich bei denen ein?

Nein, denn die gehören zu meiner Generation. Ich hatte mal Probleme mit Cyberbullies, aber dank der Hilfe meiner Familie kam ich damit klar. Manche Leute meinen: Du sollst eben nicht dein Leben ins Internet stellen. Klar, im Netz geschehen schreckliche Sachen, und da ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen, aber wir sollten nicht nur die Horrorstories erzählen. 

Es gibt so viel mehr positive Beispiele. Das Netz ist ein mächtiges Instrument, und ich fühle mich da echt glücklich, ob ich jetzt Videos mit meiner Games-Kollegin Sophie Turner mache oder Bilder meines Hundes über Instagram verbreite. Denn ich kann mit so vielen Kids kommunizieren. Das Netz ist eben die Zukunft.

Wie sehen Sie eigentlich die Zukunft der Serie?

Wir hatten eine gemeinsame Lese-Sitzung mit den Drehbüchern für die neue Staffel. Am Schluss dachte ich mir: ‚Oh mein Gott, jetzt wird alles für das große Finale vorbereitet. Ich kann es schon sehen.’ Bislang haben wir einfach von Staffel zu Staffel weitergemacht. Das war so, als würdest du einfach einen Hügel hochklettern. Aber jetzt fühlt es sich an, als seien wir oben angekommen und wir sehen nun den Rest des Wegs vor uns. 

Das heißt, Sie wissen wie die Serie ausgeht?

Nein, nein. Das ist alles noch total unvorhersehbar. Aber die Perspektive ‚Es geht langsam zu Ende’ ist total aufregend. 

„Bislang haben wir einfach von Staffel zu Staffel weitergemacht. Das war so, als würdest du einfach einen Hügel hochklettern.“
Maisie Williams, 18

Aber wie sieht dann Ihre Zukunft nach dem Ende von „Game of Thrones“ aus?

Ich habe dank der Serie viele Angebote bekommen. Ursprünglich dachte ich mir: Ich will einfach nur große Filme drehen, bei denen ich mein Gesicht auf den Werbe-Plakaten sehen kann. Aber inzwischen habe ich begriffen: Ich will nur gute Projekte machen, bei denen ich Spaß haben kann. Ob ein Film Erfolg hat, ob er Preise bekommt, darauf hast du keinen Einfluss. Die Erfahrung selbst zählt. Wenn du also immer nur an das Endresultat denkst, dann kann es passieren, dass du mit deinem Job nie glücklich wirst.

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04 2016 The Red Bulletin

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