Fit wie Boxer Miles Teller in Bleed For This

Miles Tellers Workout-Plan für „Bleed For This“

Text: James Luxford
Foto: Open road films

Im Boxer-Biopic „Bleed for This“ spielt Miles Teller den Champ Vinny Pazienza. Trainer Darrell Foster verpasste ihm den Boxer-Spirit.

THE RED BULLETIN: Wie schafft man eine überzeugende Boxszene?

DARRELL FOSTER: Wir zeigen echte Kämpfe, keine „Film-Kämpfe“. Wenn die Schauspieler ans Set kommen, wissen sie, dass sie fighten können. Denn der Regisseur möchte oft direkt einen Take filmen und nicht groß proben. Die Schlagabfolgen müssen hundertprozentig sitzen, dann wirken die Kämpfe am Schirm echt.

Für Teller ist die Rolle ungewohnt. Wie haben Sie ihm beigebracht, wie ein Champ zu boxen?

Wir begannen mit der richtigen Ring-Einstellung – wer bist du im Ring, wie schaffst du es, dass der Ring dir gehört? Das Erste, was ich ihm sagte, war: „Wir machen Vinny Pazienza aus dir. Du brauchst seine Einstellung. Die Einstellung ‚Das ist mein Revier, und du hast hier nichts zu suchen‘.“ Die Entwicklung vom ersten Training bis zum Shoot war unglaublich.

Schau dir den Trailer von „Bleed For This“ an

© Youtube // Movieclips Trailers

Sie haben auch mit Will Smith für „Ali“ trainiert.

„Es zählen aber auch psychologische Aspekte: wie gehst du, wie hältst du deine Hände, wie zeigst du dich dem Publikum? Vieles davon war Charakterentwicklung.“  
Darrell Foster

Will musste von 83 auf knapp 100 Kilo kommen, das Training war eine Ganzkörper-Transformation. Er trainierte wie ein professioneller Boxer. Um sechs Uhr früh fünf Meilen laufen, dann intensives Boxtraining. Ich holte echte Schwergewichtsboxer für das Training mit ihm. Als die Dreharbeiten begannen, konnte es Will mit jedem von ihnen aufnehmen. Er lernte die Feinheiten von Ali, seine Körpersprache und kämpfte wie ein Besessener. Es zählen aber auch psychologische Aspekte, die einen zum echten Fighter machen – wie gehst du, wie hältst du deine Hände, wie zeigst du dich dem Publikum? – vieles davon war Charakterentwicklung.

Training for “Bleed For This“

Training mit Will Smith für die Rolle in „Ali

© Darrell Foster

Fragt man die Leute nach Boxfilmen, dann sagen sie „Rocky“. Ihre Meinung?

In den „Rocky“-Filmen geht es um die Story, wie der Underdog sich durchs Leben boxt. Was die Kampfszenen angeht, die sind übertrieben, so boxt niemand. Ich meine, die sind dermaßen lächerlich, die kann man nicht ernst nehmen.

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Drei Schauspieler, die für eine Box-Rolle bis an ihre Grenzen gingen

Robert De Niro, „Wie ein wilder Stier“ (1980)
Es gibt viele Geschichten über De Niros Vorbereitung für seine Meisterperformance als Jake LaMotta. Die wildeste: Er trat zu drei echten Kämpfen in Brooklyn an, von denen er zwei gewann, mit dem echten LaMotta als Trainer.

Daniel Day-Lewis, „Der Boxer“ (1997) 
„Daniel Day-Lewis zeigt in ,The Boxer‘ die beste Box-Performance, die ich kenne“, ist Darrell Foster des Lobes voll. Der Star trainierte 18 Monate mit Barry McGuigan, dem Weltmeister im Federgewicht 1985 und ’86 .

Jake Gyllenhaal, „Southpaw“ (2015)
Für „Nightcrawler“ hungerte er, nur um dann in einem brutalen Trainingsregime (2000 Liegestütze pro Tag!) wieder ordentlich Masse zuzulegen. Die Vorbereitung machte er an der Seite echter Kämpfer in Floyd Mayweathers Fitnessstudio.

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11 2016 The Red Bulletin

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