Róisín Murphy

Róisín Murphy: „Keine Angst vor dem leeren Blatt“

Foto: Mark Farrow

Róisín Murphy ist Lady Gagas geistige Mutter. Sie weiß, wie man Kreativität erzwingt.

THE RED BULLETIN: Für Ihr neues Album „Hairless Toys“ haben Sie in nur einem Monat dreißig komplette Songs ­geschrieben. Woher nehmen Sie so viel Inspiration?

RÓISÍN MURPHY: Jeder Moment des Lebens ist voller Inspira­tion. Du musst dir dessen nur bewusst sein. An einem Tag ­während der Aufnahmen fühlte ich mich richtig ausgebrannt. Und am nächsten schrieb ich genau darüber einen Song. 

Die erste Single „Exploitation“ aus ihrem dritten Album „Hairless Toys“.

Verstehe, aber kann man Kreativität wirklich erzwingen? 

Nach zwanzig Jahren im Musikgeschäft habe ich die Angst vor dem leeren Blatt verloren. Denn das leere Blatt gibt es nicht. Nur das Blatt, das darauf brennt, beschrieben zu werden. Wenn man’s so sieht, wird alles viel leichter.

Sie haben sich eine achtjährige Auszeit vom Musikgeschäft genommen. Was hat sich in Ihrer Abwesenheit verändert?

Kritiker feierten meine letzte Platte als Meisterwerk. Trotzdem meinten sie: „Popstar wird keiner aus ihr, sie ist zu schräg.“ Heute zeigt Lady Gaga, dass beides geht. Das finde ich toll.

Klicken zum Weiterlesen
06 2015 The Red Bulletin

Nächste Story