seth Troxler

In 7 Schritten zum DJ-Weltstar

Text: Florian Obkircher 
Foto: Carlo Cruz/Red Bull Content Pool

Die Leser von Resident Advisor, einer Webseite für elektronische Musik, haben Seth Troxler zum siebtbesten DJ des Jahres 2015 gewählt. Hier sind seine sieben goldenen Regeln für Erfolg …

1. Keine halben Sachen

„Es ist wirklich wichtig, eines zu wissen: Wenn man diesen Beruf ausüben und dieses Leben führen möchte, muss man auf fast alles andere verzichten. Man muss es bedingungslos akzeptieren. Da gibt es keine halben Sachen wie ‚Ach, Ich mach das jetzt so nebenher und geb mich mit dem zufrieden‘ oder zu versuchen, bestimmte Bereiche seines Lebens normal beizubehalten. Um an diesem Traum weiter festzuhalten und dabei richtig gut zu sein, muss man aufs Ganze gehen, 100 Millionen Prozent, oder man schafft es nicht.”

2. Sei kein Arschloch

„Verarsche nicht deine alten Freunde oder deine Geschäftspartner, denn das könnte sich irgendwann rächen. Behandle jeden mit Respekt und sei immer korrekt. Sei kein Arschloch. Das ist wirklich wichtig, weil es so einfach ist, sich zu sehr von dem Rummel einnehmen zu lassen. In sich selber die Ruhe zu finden, dies einzusehen und auch die Meinungen anderer zu akzeptieren, ist, was dich als Künstler weiterbringen wird.”

seth Troxler

Jackmaster (links) and Seth Troxler performen auf der „Breakfast Party“ im Red Bull Guest House in Miami

© Robert Snow/Red Bull Content Pool

3. Lies das Kleingedruckte

„Akzeptiere Ratschläge von anderen Leuten – oft möchten sie dir helfen, nur um dir behilflich zu sein. Gib aber gleichzeitig Acht, denn wie A Tribe Called Quest schon sagte, ‚Yo, die Musikindustrie ist ein zwielichtiges Geschäft, pass auf, was hinter deinem Rücken passiert.‘ Schau dir die Verträge gut an und lies das Kleingedruckte. Das ist am Ende alles mega-wichtig, weil viele in Deals verstrickt werden, die auf Papier gut klingen, es aber letztendlich überhaupt nicht sind. So ist es Prince gegangen – er musste seinen Namen ändern. Es ist wichtig, immer und bei allem aufmerksam zu sein.”

4. Personalisiere deine Arbeit

„Wenn du Musik verschickst, gib nicht einfach einen Link zu deiner Soundcloud an. Mach es persönlicher. Mach etwas Spezielles für das Label. Treffe zuerst Leute des Labels. Finde gemeinsame Interessen, sodass ihr erst mal locker redet und dann kannst du sowas sagen wie ‚Hey, ich mach gerade was für euch, auch wenn es vielleicht nicht ganz passt.‘ Wir haben Künstler, die uns zwei Jahre lang ihre Musik geschickt haben, bis wir irgendwann gesagt haben, ‚Ja, das ist genau das Richtige.‘ Und so sind sie Teil der Familie geworden.“

Seth Troxler

Seth Troxler bei einem Auftritt der Veranstaltungsreihe ‚This City Belongs To Me‘ der Red Bull Music Academy im The Belasco Theater in Los Angeles

© Carlo Cruz/Red Bull Content Pool

5. Halte zu deinem Team

„Einen Fehler, den viele Künstler machen, ist dass sie sagen ‚OK, ich veröffentliche eine Menge Musik mit einer Menge verschiedener Labels und das ist cool, weil all diese Labels gerade total angesagt sind.‘ Das bringt dich als Künstler nicht wirklich weiter. Es ist besser, man sucht sich, sagen wir mal, zwei Teams, mit denen man gut zurecht kommt, oder idealerweise sogar nur eins, man bleibt bei ihnen und baut gemeinsam etwas auf, entwirft einen Plan.”

6. Geh sparsam mit deiner Musik um

„Man sollte wirklich nicht mehr als vier, fünf Singles pro Jahr rausbringen. Fünf ist schon viel. Alle Vierteljahre ist OK, aber meiner Ansicht nach sind drei gute Platten im Jahr genug, plus vielleicht noch ein paar Remixes. In der Presse zu sein ist gut, aber nicht zu viel. Es gibt Leute, die bringen alle paar Wochen bei unterschiedlichen Labels eine neue Platte raus, aber das ist für deine Diskografie nicht wirklich gut und auch die Qualität leidet darunter. Qualitätskontrolle ist wichtig. Brüte so lange auf deiner Musik, bis sie gut genug ist.”

7. Beziehungen sind wichtig

„Geh raus und misch dich unter die Leute. Es ist superwichtig, dass man sich in der Szene engagiert und Leute trifft. Als ich anfing, war ich überall dabei, ohne wirklich über mich selbst zu sprechen, einfach nur um mit den Leuten abzuhängen. Dann trifft man Leute und sie sagen so was wie ‚Du bist es wieder - was geht?‘ Man kommt ins Gespräch und dann entwickelt sich alles auf natürliche Weise. Es geht nicht darum, was du machst, sondern wen du kennst. Du kannst einen Abschluss einer guten Uni haben, aber wenn du nicht gut im Networking bist, kann es ein, dass es nicht so toll für dich laufen wird.”

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02 2016 redbulletin.com

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