Stegmann und Grissemann

„Wir decken alle schlechten Eigenschaften der Menschheit gemeinsam ab!“

Interview: Holger Potye
Fotos: ORF, Hans Leitner

Dirk Stermann und Christoph Grissemann, die bösen Herren der Latenight, über Männerfreundschaften, unerträglich fröhliche Radio-Moderatoren und die Kunst des Gebrochenen.

Mit ihrem Fun-Talk in „Willkommen Österreich“ sind sie seit Jahren die einsamen Helden des alpenländischen Latenight-Formats. Begonnen hat die Karriere von Christoph Grissemann und Dirk Stermann allerdings beim Hörfunk. Beim österreichischen Kultsender FM4 eroberten sie in den 90er-Jahren freitagabends mit ihrer Comedy-Show „Salon Helga“ die Herzen tausender Radiohörer. Seit 10. Februar kann man die schrägsten Entertainer zwischen Zwettl und Seattle nun auch wieder live genießen. Und zwar im Stück „Sonny Boys“ im Rabenhof Theater in Wien. Das Stück erzählt von einem in die Jahre gekommenen Entertainer-Duo. Passt ganz gut, finden wir. 

The Red Bulletin hat sich daher mit den stets leicht grießgrämig wirkenden Comedians zum Talk über Karriere, Freundschaft, Leidenschaftslosigkeit, schlechte Ehen und Hass/Liebe getroffen. Vorhang auf für Stermann und Grissemann. Von hier aus gibt es kein Zurück mehr …

„Sonny Boys“ läuft seit 10. Februar im Theater Rabenhof in Wien.

© TheaterRabenhof // YouTube

THE RED BULLETIN: In „Sonny Boys“ geht es um eine exzentrische Männerfreundschaft. Das Thema ist nah an Ihrem persönlichen Leben dran. Mussten Sie lange überlegen, bevor Sie sich für das Projekt entschieden haben?

CHRISTOPH GRISSEMANN: Wir haben lange überlegt, aber es passt genau. Wir wussten immer, dass es passt, haben aber lange überlegt, weil wir keine Boulevardschauspieler sind. Es ist ein Wagnis, ins schauspielerische Fach zu wechseln. Zudem ist das Stück schon 43 Jahre alt. Das merkt man ihm auch an. Die Pointen und Witze haben etwas von Altherrenhumor - was einerseits charmant ist, andererseits aber auch ein bisschen fad. Es ist eigentlich nichts für ein klassisches FM4-Publikum.

Haben Sie es aufgepeppt, um es zeitgemäßer zu machen?

CG: Wir haben es überarbeitet, aber die Grundstruktur des Stückes ist geblieben.

DIRK STERMANN: Es passt perfekt zu uns, auch wenn die Typen im Stück wesentlich älter sind als wir. So um die 70 nämlich. Wir sind deutlich zu jung, obwohl wir schon so alt sind. Aber die Konstellation stimmt: Zwei Typen, die ewig als Komikerduo zusammenarbeiten, sich dann im Hass trennen, gleichzeitig aber noch Liebe füreinander verspüren und nach zehn Jahren Pause nochmals miteinander arbeiten müssen. Alles, was sich da aufgestaut hat, zeigt sich jetzt nochmals auf der Bühne. Das Stück ist perfekt für uns.

Das Redaktionsteam von „Willkommen Österreich“ twittert regelmäßig über seine Chefs. Stermann & Grissemann haben ebenfalls einen Twitter-Account, diesen aber noch nie genutzt. Angesichts dieser Tatsache sind Grissemanns rund 4000 Twitter-Follower beachtlich. 

Das erinnert mich an 80er-Jahre-Bands, die auf Comeback-Touren gehen, obwohl sie einander hassen, weil sie das Geld brauchen …

DS: Die sich hassen, aber - weil sie vier Mal geschieden sind - das Geld brauchen und dann doch noch einmal die letzte Welttournee machen, im Hass vereint. Genauso ist es! (Lacht.)

Sie sind schon lange beruflich gemeinsam unterwegs. Da entsteht zwangsweise eine Art Männerfreundschaft. Wie hält man die über so viele Jahre am Leben?

CG: Wir sind ganz gut im Dinge leblos am Leben halten. Wir haben keine große gepflegte Kultur des Zusammenseins. Wir machen unseren Job. Wir fahren zusammen im Zug. Wir sitzen nach dem Auftritt an der Hotelbar – und das alles ohne große Aufregung. Dann geht jeder in sein Zimmer und am nächsten Tag ist es wieder das Gleiche.

„Wir sind ganz gut im Dinge leblos am Leben erhalten.“
Christoph Grissemann

Die Zeiten sind also vorbei, als Sie bis 2 Uhr in der Früh an der Hotelbar lehnten und betrunken vor sich hin philosophierten?

CG:  Das kommt auch immer wieder vor. Hängt vom Grad der Betrunkenheit ab. Ich würde unser Verhältnis als ganz normale, schlechte Ehe bezeichnen. Man denkt nicht dran, sich scheiden zu lassen, weil nichts Besseres nachkommt. Aber man vermisst natürlich die Leidenschaft.

DS: Und man kann sich die Scheidung nicht leisten!

CG: Das Interessante daran: Anders als in der Ehe, ist in einer satirischen Gemeinschaft die Leidenschaftslosigkeit aber oft ein guter Nährboden für depressive Witze. Das können wir dann auf der Bühne ausbeuten. Eheleute hingegen müssen zum Therapeuten gehen. Wir können unsere eigene Verkommenheit ganz gut auf der Bühne umsetzen. 

Was schätzen Sie aneinander am meisten?

CG: Am meisten schätze ich wahrscheinlich Stermanns Gelassenheit und seine Ruhe den Dingen gegenüber. Er ist schwer aus dem Konzept zu bringen, was oft hilfreich ist, weil ich sehr nervös bin und wir einmal pro Woche vor einer Premiere stehen, wenn man die Fernsehsendung dazuzählt. Da ist es schon gut, dass Stermann nicht so ein Louis-de-Funès-Typ ist wie ich. Mit jemandem wie mir zusammenzuarbeiten, wäre für mich grässlich. Gleichzeitig stört mich genau das an Stermann sehr, weil seine Ruhe und Gelassenheit manchmal so weit geht, dass er zur Wachsfigur wird. Also gar nicht mehr reagiert.

DS: Bei mir ist es ungefähr genauso. Ich glaube zwar, ich könnte auch gut mit jemandem zusammenarbeiten, der so wie ich wäre. Für mich ist es aber trotzdem angenehmer, dass Grissemann so eine Grundnervosität hat.

Grissemann & Stermann

It’s Showtime: Am Set von „Willkommen Österreich“

War die Dynamik zwischen Ihnen immer schon so - schon seit „Salon Helga“-Zeiten?

CG: In Ansätzen ja. Ich glaube, es hat sich aber verhärtet, wie alles im Alter. Die Anlagen, die man hat, werden übertrieben. (Zu Stermann) Du warst früher schon der ruhige Typ, aber noch ein bisschen lebendiger. Jetzt bist du mehr oder weniger tot, versteinert, vergletschert. Bei mir ist es so, dass ich eine Altersbosheit, gemischt mit Altersnervosität bekomme. Das ist insgesamt eigentlich eine ganz gute Kombination. Wir decken alle schlechten Eigenschaften, die Menschen haben können, gemeinsam ab.

DS: Ganz am Anfang wäre es austauschbarer gewesen, wer was sagt. Inzwischen haben sich Rollen rauskristallisiert.

Sie sind in Archetypen erstarrt …

DS: Genau, Archetypen. Das führt zu größeren Konflikten, weil man diese Rolle – ob man es will oder nicht - immer mehr annimmt. Man leidet auch unter dieser Rolle, kommt aber nicht mehr raus.

Welche österreichische Eigenschaften schätzen Sie an Grissemann, Herr Stermann?

DS: Wenn man es klischeehaft benennen will, ist es seine zur Schau getragene Wurstigkeit, sein Hass auf alles Glatte. Er braucht halt mehr Brüche. Mein Problem ist, ich bin schon so lange in Österreich – ich brauch‘ sie mittlerweile auch. Ich verstehe oft nicht, wie in Deutschland gearbeitet wird. Ein Beispiel: Vor Jahren hatte (Josef, Anm.) Hader in Berlin eine Nightshow. Da sind Dieter Nuhr, ein deutscher Kabarettist, und wir aufgetreten. Nuhr war nach uns dran. Hader hat uns angekündigt mit: „Da sind zwei Typen, ich finde sie nicht gut. Schauen sie sich das selber an. Ich weiß nicht, was das soll!“ Wir sind aufgetreten, danach hat er den Nuhr so ähnlich angekündigt. Nach der Show kam Nuhr zu mir und beschwerte sich über die Anmoderation von Josef Hader. Ich hab‘ aber nicht verstanden, was er meinte, weil ich kenn‘ das nur so aus Österreich: dieses eher klein und schlecht machen.

Ich verstehe jetzt, dass das einen Reiz hat. Das machen die Deutschen nicht so. Und die Schweizer – da gibt es ja überhaupt nichts. Ich muss ehrlich sagen, dass die Schweiz ein humoristisches Problem hat. Weil die so zwänglerisch sind, so geldfixiert. Ich glaube, wenn’s immer nur um Geld geht, und die Miete 6000 Franken im Monat ausmacht, dann bleibt kaum Zeit für Witze.

„Die Schweiz hat ein humoristisches Problem.“
Dirk Stermann über den Schmäh der Eigenossen

Eine deutsche Eigenschaft, Herr Grissemann, die Sie an Stermann schätzen?

CG: Ich habe gerade gegrübelt, was die deutschen Eigenschaften bei ihm sein könnten. Pünktlich ist er nicht! Ich kreide ihm seit 30 Jahren an, dass er praktisch zu jedem Termin zu spät kommt. 

Ist das für Sie wichtig? 

CG: Unpünktlichkeit ist die unhöflichste Eigenschaft, die ich kenne. Man nimmt sich die Zeit, ist als erster da und dann kommt der andere nicht.

DS: Die Zier der Könige.

CG: Stermann ist auch noch so unangenehm unpünktlich! Nie sehr unpünktlich, immer so 18-20 Minuten. Das macht mich wahnsinnig! Wenn er wenigstens zwei Stunden später kommen würde - aber immer genau diese 20 Minuten, in denen man nicht weiß, was man tun soll. Vollkommen verlorene, leere Zeit! Zusammengerechnet sind das Jahre, die ich auf Stermann gewartet habe. Unerträglich! Den Deutschen sagt man Pünktlichkeit nach, insofern ist Stermann sehr undeutsch.

Sie sind beide nicht „Roman-Rafreider-schön“, haben aber trotzdem Karriere im Fernsehen gemacht. Was ist Ihr Geheimnis?

CG: Das Geheimnis unserer ORF-Karriere ist relativ einfach: Wir machen eine Fernsehsendung, die ohne die übliche Verkrampftheiten des Fernsehens auskommt. Man hat keinen Stock im Arsch und sagt: „Guten Abend, meine Damen und Herren! Heute sind meine Gäste, blablabla …“ Wir trinken, wir rauchen, wir beleidigen, wir loben. Wir versuchen in unserer Sendung das Medium auszublenden. Ich glaube, das sehen die Leute ganz gern. Man versucht eine gute Zeit zu haben und denkt nicht über die Konventionen oder Gepflogenheiten nach, die das Medium sonst so schwer machen.

DS: Man freut sich eher über Dinge, die aus dem Rahmen fallen, die nicht funktionieren. Der Fehler ist kein Feind, sondern eher ein Freund.

Grissemann und Stermann in "Sonny Boys"

„Wir sind ganz gut darin, Dinge leblos am Leben zu erhalten.“

Hat sich dieser Ansatz über die Jahre entwickelt?

DS: Nee, im Radio war das von Anfang an so. Wir gegen das, was auf Ö3 so üblich war. Es ging darum, das Bild von Moderatoren, das sie während des Moderierens von sich selbst haben, zu brechen. Die Idee, das Glatte, Professionelle wegzuschieben zugunsten von etwas Gebrochenerem.

CG: Obwohl es ja eigentlich gar nicht gebrochen ist. Ich finde eher, dass das Ö3-Radio gebrochen und künstlich ist. Diese künstliche gute Laune im Ö3-Wecker geht mir wahnsinnig auf die Nerven. Die meisten Menschen sind schlecht gelaunt in der Früh. Ich will mich nicht in der Früh von einem gut gelaunten Moderator vollbrüllen lassen. Mir wäre ein schlecht gelaunter Morgenmoderator sehr recht. Den gibt es aber noch nicht. Das haben wir halt immer zugelassen – die eigenen Befindlichkeiten. Nicht zu professionell agieren als Fernsehmann, sondern die eigene Biographie, die eigene Gestörtheit im Medium zulassen.

Da braucht man aber auch jemanden, der einen schützt und stützt.

CG: Man braucht starke Sendungsverantwortliche, und da kann man Kathi Zechner nicht genug loben.

In Deutschland würde das wohl nur schwer gelingen. Joko und Klaas versuchen auf einer anderen Ebene etwas in dieser Richtung zu machen.

DS: Genau, aber die funktionieren halt dann wiederum in sich auch wieder in diesen professionellen Gegebenheiten in Deutschland. Das ist nicht wirklich gebrochen, sondern …

Professionell gebrochen?

DS: Genau. Sie schauen halt zumindest immer gut aus dabei!

CG: Die sind aber auch 20 Jahre jünger! (Beide lachen.)

„Stermann ist so unangenehm unpünktlich. Zusammengerechnet sind das Jahre, die ich auf ihn gewartet habe.“
Christoph Grissemann über eine deutsche Tugend, die er bei Stermann vermisst.

Wenn Sie Ihre Karriere von „Salon Helga“ bis „Danke, Wasserkraft“ betrachten, wo finden Sie Ihre persönlichen Highlights?

DS: Meine Lieblingsmomente waren, wenn ich ehrlich bin, ganz frühe Radiotage. Dieser Tag, wo man etwas geschrieben hat, und nicht weiß, was man machen soll. Aber die Uhr tickt und das Rotlicht beginnt zu leuchten. In diesem Stress produktiv zu werden. Die Momente, wenn dir dann etwas eingefallen ist, die waren großartig. Das hat Spaß gemacht. Wir haben damals noch zu zweit an der Schreibmaschine gesessen und Gags geschrieben. Das fand ich geil, dass etwas Gutes unter Zeitdruck entstehen kann. 

Das schweißt dann auch zusammen …

DS: Damals kurz, ja. 

CG: Die Radio-Anfangszeit war schon die aufregendste Zeit. Überhaupt zu begreifen, dass das tatsächlich gesendet wird. Heute geht man ins Fernsehen, macht routiniert sein Ding und geht danach wieder nach Hause. Aber damals, als die erste Sendung im Radio ausgestrahlte wurde, dachten wir, das kann doch nicht wahr sein.

Grissemann und Stermann: "Willkommen Österreich"

Gags, Gags,  Gags: Bei „Willkommen Österreich“ wird jede Chance genutzt, um einen Lacher zu bekommen.

Gibt es Gags, die Sie im Latenight-Format „Willkommen Österreich“ nicht machen könnten. Gibt es ein No-Go?

DS: Ich würde gerne bessere Witze machen. Aber die wären kein No-Go. Inzwischen würde ich die Sachen, die nicht gesendet werden, auch nicht mehr sagen.

CG: Es gibt keine Vorgaben. Es gibt niemanden, der uns sagt, dass wir keine Witze gegen die Kirche oder Politik machen dürfen.

DS: Wir dürfen nur keine Politiker einladen. Denn wenn wir einen einladen, müssen wir alle einladen. Es gab vor kurzem eine ORF-Idee: Wir könnten doch die Landeshauptleute einladen. Aber alleine die Vorstellung, dass wir jeden Landeshauptmann einladen müssen, und dann die Landeshauptmänner vom Burgenland und der Steiermark da sitzen haben, da war unser Wunsch das umzusetzen endenwollend.

Werden Sie jemals wieder den Songcontest moderieren? Die Moderationen hatten Kultstatus.

DS: Die Antwort ist nein! 

Motto: Gut, aber abgeschlossen?

CG: Genau. Es ist doch schön, wenn man etwas Gutes abschließt. Normalerweise beendet man Dinge, weil sie schlecht geworden sind. Wir haben den Songcontest zu einem Zeitpunkt beendet, als die Sendung sehr geschätzt war. Es ist schön, so abzutreten. 

DS: Thomas Muster hätte seine Karriere auch nicht nochmals starten sollen. 

„Mir wäre ein schlechtgelaunter Morgenmoderator im Radio recht.“
Christoph Grissemann kann mit der künstlichen Fröhlichkeit bei Ö3 wenig anfangen.

Warum gibt es in Österreich keine Latenight-Unterhaltung wie in den USA: Jimmy Fallon, Conan O’Brien etc. Die Leichtigkeit, mit der da professionell unterhalten wird, fehlt …​ 

DS: Ja, da haben die aber auch 100 Jahre Tradition darin. Das hatten sie immer schon im Radio und Fernsehen! 

Sorry, ist das nicht ein bisschen zu österreichisch, zu sagen: „Das haben die schon 100 Jahre. Da kann man nix machen!“ 

DS: Die Deutschen haben jetzt gar keine Latenightshow mehr. Und sie sind zehn Mal so viele wie wir.

Liegt das möglicherweise auch an unserem Kulturkreis, dass sich das nicht ausgeht?

CG: Offensichtlich, ja. Harald Schmidt hatte teilweise entsetzliche Quoten.

DS: Der Unterschied ist auch: Wenn du in L.A. oder New York produzierst, hast du jeden Tag 50 potentielle Weltstars in der Stadt, die dann auch alle gerne zu dir kommen. Es macht einen Unterschied, ob du Sia bei dir sitzen hast und mit ihr ihr Lied verarscht. Wir hätten statt Sia dann Manuel Ortega oder Markus Wadsak vom Wetter.

Erinnerungsfoto mit Talkgästen nach einer Sendung "Willkommen Österreich"

Erinnerungsfoto mit Talkgästen nach einer Sendung „Willkommen Österreich“

Warum finden unsere deutschen Nachbarn Mario Barth lustig?

DS: Das wissen sie selbst wahrscheinlich nicht. Aber sie gehen trotzdem hin.

CG: Es sind ja auch nicht alle Deutschen. Ich sage immer, dass Mario Barth Humor für die Humorlosen macht. Es gibt wahnsinnig viele humorlose Menschen, die glauben, dass das Humor ist. Darum lachen die drüber. Die haben überhaupt keine Vorstellung davon, was Humor sein kann. Das sind ganz primitive Menschen.

Wenn Sie für 24 Stunden in eine historische Persönlichkeit schlüpfen könnten, wen würden Sie sich aussuchen?

DS: Casanova.

CG: Ja, das ist gut!

Hat die Antwort möglicherweise damit zu tun, dass Sie Männer im fortgeschrittenen Alter sind? Der Wunsch nach mehr Action …

DS: Nö, es klingt gut für mich. Besser als Adolf Hitler.

Wäre es für Sie denkbar, nochmals zum Sketch-Radio zurückzukehren?

CG: Ich kann diese ganze Radioromantik nicht teilen. Alle sagen Radio ist das allerbeste. Die Sendung, die wir gemacht haben, war schon toll. Aber grundsätzlich die Arbeit im Funkhaus - ich verstehe nicht, warum die Leute so dagegen sind, dass das Funkhaus verkauft wird. Es ist doch grässlich dort. Die Kantine war Scheiße, die Studios waren uncharmant.

DS: Na ja, aber die Kollegen, die jetzt zum Küniglberg raus müssen? Das ist doch noch hässlicher dort.

CS: Das ist weiter draußen, aber doch nicht hässlich. Es gibt keinen hässlicheren Bau als das Funkhaus. Dass sich da Leute anketten lassen, damit das Funkhaus bleibt ..

DS: Die, die sich dort anketten lassen, lassen sich für alles anketten. (Beide lachen.)

CS: Nein, also Radio ist vorbei. Bald ist auch Fernsehen vorbei. 

DS: Dann wird Christoph reiner Internetkünstler: Twitter-Komiker!

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02 2016 Red Bulletin.com

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