The Playlist

The Playlist: Matt Berninger

Matt Berninger, Frontmann (oben rechts) von The Natio­nal erzählt uns, welche Songs ihn geprägt haben.

2013 erschien das sechste Album der Indie-Rock-­Titanen von The Natio­nal. „Trouble Will Find Me“ schaffte eine Grammy-Nominierung und Top-3-­Plätze in den US- und UK-Charts, es folgte eine 18-monatige Welttournee.

Statt dann Pause zu machen, ging Frontmann Matt Berninger ins Studio und arbeitete gemeinsam mit Musikerkollege Brent Knopf (oben links) am Nebenprojekt EL VY. Im Gegensatz zur melancholischen The-National-Musik gibt es auf dem Debüt „Return to the Moon“ zackige New-Wave-Riffs und optimistische Disco-Rhythmen. Uns erzählt der 44-Jäh­rige, welche Songs ihn geprägt haben.

Minutemen: „This Ain’t No Picnic“ (aus: „Double Nickels on the Dime“)

„Als ich ‚Return to the Moon‘ schrieb, sah ich ‚We Jam Econo‘, eine Doku über die US-Punkband Minutemen und die Freundschaft zwischen deren Mitgliedern D. Boon und Mike Watt. Es geht um Liebe, Schmerz und diesen ganzen Jugendscheiß. Der Film war eine große Inspiration für die ­Figuren meiner Songs. Was die Musik von Minutemen angeht, gehört das mit zum Besten.“

© Samguitar27 // YouTube

Olivia Newton-John: „Hopelessly Devoted to You“

„Als kleiner Junge war ich wahnsinnig in Olivia Newton-John verliebt. Ich glaube, sie war meine erste große Liebe, entweder sie oder Annette Funicello vom ­Mickey Mouse Club. Aber auch ihre Musik war großartig. Es liegt so viel Romantik in einem Song wie ‚Hopelessly Devoted to You‘, und mit zwölf geht das einem echt nah. Es ist unmöglich, sich nicht in Olivia zu verlieben.“

© QuestionAuthority2 // YouTube

The Smiths: „Bigmouth Strikes Again“

„Wie alle meine Schulfreunde hörte ich Van Halen, Rush und AC/DC. Das änderte sich, als meine Schwester diese Single nach Hause brachte. Mit dem Song formte ich so was wie eine Identität. Zum ersten Mal merkte ich, dass Musik mehr als Unterhaltung sein kann, dass es Musiker gibt, die in hässliche und unsichere Regionen ihres Herzens vordringen und damit großartige Popsongs schaffen.“

© Tiendas Peru // YouTube

Leonard Cohen: „Famous Blue Raincoat“ (aus: „Songs of Love and Hate“)

„Ich versuche seit Jahren eher vergeblich, Liedtexte zu schreiben, die es mit denen Leonard Cohens aufnehmen können. Mein Cohen-Moment auf dem EL‑VY-Album ist ‚Sleeping Light‘, da kehre ich den Frauenhelden in mir hervor. Keine Ahnung, wie überzeugend das ist. Dieser ­wundervolle Cohen-Klassiker war meine Referenz, aber Matt Berninger ist wohl nicht so sexy wie Leonard Cohen.“

© Frank Lyalone // YouTube

Duran Duran: „Rio“

„Ich liebe den Song. Und erst das Video! Simon Le Bon und Band mit Supermodels auf einer fetten Yacht. Auch das versteh ich ­unter dem guten Rockstar-Leben, von dem ich immer geträumt hab. Und was habe ich erreicht? Ich bin verheiratet, habe Kinder und bin Frontmann von The ­National, einer Band, die nie im Leben auf ein Boot steigen würde. Ich finde, ich bin ein gottverdammter Loser.“

© Eagle Rock  // YouTube

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01 2016 The Red Bulletin

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