Zutaten für einen Sommerhit

So gelingt dir ein Sommerhit

Fotos: Getty Images
Text: Inma Sánchez Trejo

Ob „Macarena“, „Ai se eu te pego“ oder „Cheerleader“ - Sommerhits folgen ständig dem gleichen Prinzip. Also: Präge dir diese 5 Schritte gut ein, um gerüstet zu sein.

Alle Jahre wieder dasselbe Phänomen. Du hörst zu Beginn eines Sommers einen Song das erste Mal im Radio. Die Melodie gefällt dir, sie geht dir nicht mehr aus dem Kopf. Das Lied entwickelt sich zum Dauerbrenner und begleitet dich wohlwollend über die warmen Monate. So lange bis der Punkt erreicht ist, an dem du es nicht mehr hören kannst, an dem es dir die Nackenhaare aufstellt und du beginnst, den Interpreten für sein Werk zu hassen. Dürfen wir vorstellen: der Sommerhit.

Der Herbstbeginn ist daher für viele ein Segen, denn damit endet offiziell die Zeit der sonnigen Rhythmen. Was bleibt, ist die Erinnerung an die zurückliegenden Monate. Eine Erinnerung, die für immer gekoppelt sein wird an diesen einen Hit. Diese „Schäden“ in Hirn und Herz (Ach, der Sommerflirt!) sind leider großteils irreparabel.

Der inoffizielle Titel des Sommerhits 2015 gehört OMI für sein Opus „Cheerleader“. Dabei griff der Jamaikaner auf einige altbekannte Tricks zurück, die wir gerne enthüllen. Denn eines steht fest: 2016 kannst du es schaffen und selbst einen Sommerhit landen. Mixe einfach diese 5 Zutaten!

1. CHOREOGRAPHIE

Damit dein Song ein Hit wird, brauchst du einen passenden Tanz dazu. Aber keine Angst, du musst dir nicht wirklich viel überlegen. Je einfacher, desto besser! Warum? Weil das Mitmachen jedem ermöglicht werden muss (also auch jenen, deren härteste Tanzeinlage normalerweise das Nicken des Kopfes an der Theke ist) und so auch die lernschwächsten Feinmotoriker durch simples Nachahmen - “Follow da Leader” - in der Gruppe auftrumpfen können. 

Tausend mal gehört, tausend mal getanzt: „Macarena“. Wer es noch sommerlicher will, hier die Original-Version.

© YouTube / Music☆STSPb

Wichtiger Hinweis!

Hilf den Hörern auf die Sprünge! Wenn du willst, dass der dazugehörige Tanz auch wirklich ausgeführt wird, sing einfach darüber, wie er geht! King Africa hat das bei “Bomba” ebenso gemacht wie Don Omar bei seinem Hit “Danza Kuduro”. Der Vorteil: Du musst dir keinen Text überlegen. Der Nachteil: Die Leute müssen Fremdsprachen beherrschen.

2. KUNSTWÖRTER

Wenn dir ein fremdsprachiger Text zu schwer fällt, dann kreiere doch einfach deine eigene Sprache. Nimm ein paar Anleihen bei Esperanto (genau, diese Kunstsprache, die kaum einer mehr spricht), füge ein paar knackige Silben zusammen und schon funktionieren deine Lyrics weltweit. Als besonders erfolgreich haben sich in letzter Zeit übrigens zweisilbige Wörter erwiesen. Am besten auch noch zweimal hintereinander ausgesprochen. Also so etwas wie Waka Waka oder Wegue Wegue. Klingt doch gut, oder?

Was zum Teufel heißt eigentlich Aserejé ja de je de jebe tu de jebere sebiunouva majabi an de bugui an de buididipí?

© YouTube / AltraModaMusic

3. EINFACHHEIT

Natürlich könntest du in deiner wunderbaren Stimme über die Nachteile der Abholzung des Regenwaldes und die steigenden Heizölpreise singen, nur will das keiner hören. Drei, vier einprägsame Worte und ein bisschen Lautmalerei sind schon genug.

Darüber hinaus hast du die Möglichkeit, mit deiner einfachen Sprache auch zu erziehen. Zähl doch einfach auf, wo man überall gut essen kann! DJ Ötzi hat das so gemacht. Oder erklär den Leuten wie Gente de Zona und Marc Anthony, welche Länder Lateinamerika umfasst!

Jessy Matador zeigt uns, wie man in drei verschiedenen Sprachen jubelt.

© YouTube / Eurovision Song Contest 

Wichtiger Hinweis!

Achte darauf, bei deinen Aufzählungen niemanden zu vergessen! Wir erinnern nur an den armen Lou Bega, der bei seinem „Mambo No.5“ zwar Sandra, Mary, Jessica, Monica, Erica, Rita und Tina erwähnt, seine zahlreichen anderen Geliebten aber verschweigt. Hätte er es nur wie Ricky Martin gemacht und sich auf eine konzentriert.

 

4. INSPIRATION

Ein Hit, der zum Abfeiern gedacht ist, sollte textlich auch zum Abfeiern animieren. Du musst Erwartungen schaffen. Nichts anderes haben die Black Eyed Peas bei “I Gotta Feeling…” gemacht. Und wurde es danach nicht eine tolle Nacht? Avicii hat uns unterdessen im Sommer 2014 einfach erzählt, was sein Vater ihm geraten hat. Was für ein weiser Mann!

Ausflucht aus der Tristesse? Lass uns doch einfach zum Strand gehen!

© YouTube / Smell The Plastik TV

5. SINNLICHKEIT

Männern, so sagt man, geht es immer nur um das eine. Demnach völlig verständlich, dass sich auch so mancher Songtext genau darum dreht. Also keine Hemmungen, sing ruhig darüber, was dir durch den Kopf geht! Sei direkt, aber feinsinnig! Sei romantisch, ohne aber in antiquierte Klischees zu verfallen! Die Adressatinnen deines Songs werden es dir danken.

© YouTube / Michel Teló

Wichtiger Hinweis!

Hier empfiehlt es sich, in eine andere (vorwiegend südländische) Sprache zu wechseln. Was nett gemeint ist und auf Spanisch Frauenherzen zum Schmelzen bringt, kann im Deutschen schnell wie der Text eines Rammstein-Lieds klingen.

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09 2015 Redbulletin.com

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