Diese Angestellten-Jobs übernehmen bald Roboter

Die 5 Angestelltenjobs, die als erstes von Maschinen übernommen werden

Foto: Pixabay/marionbrun

Klar, in der Industrie übernehmen Roboter bereits eine Vielzahl von Arbeiten. Aber wenn du glaubst, dass du sicher bist, weil du Hemd oder gar Kittel trägst und in einem feinen Büro sitzt, dann hast du dich getäuscht. Technologie-Experte Shelly Palmer verrät die fünf Angestelltenjobs, die als erstes Opfer der Maschinen werden.

Schätzungen von Forschern der Oxford University zufolge könnten 47 Prozent der Jobs in den USA innerhalb der nächsten zwei Jahrzehnte automatisiert werden. Aber welche Arbeitsplätze werden Roboter als erstes übernehmen?

Shelly Palmer, CEO der Palmer Group und angesehener Technologie-Experte, hat sich dieser Frage angenommen und auf LinkedIn die fünf Jobs zusammengefasst, die sich Roboter seiner Meinung nach als erstes unter den Nagel reißen werden.

„Roboter“ definiert Palmer dabei als „Technologien, wie Machine-Learning-Algorithmen, die auf eigens gebauten Computerplattformen arbeiten und trainiert wurden, um Aufgaben zu erfüllen, die bislang den Einsatz von Menschen erfordern.“ Er appelliert an uns, zu überlegen, was wir nach unserem  Angestelltendasein tun werden. Und er gibt uns Tipps, wie wir zu den Letzten gehören können, die ihren Job an Maschinen verlieren.

Das sind seine Einschätzungen:

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1 Mittleres Management

SHELLY PALMER: „Wenn es deine Hauptaufgabe ist, Nummern von einer Excel-Zelle in eine andere zu verschieben und eine Abhandlung darüber zu verfassen, wie eine Nummer von A nach B gewandert ist, dann klopfen die Roboter bereits an deine Tür. Jeder Job, in dem dein ‚spezielles und einzigartiges‘ Wissen über die Branche darin besteht, einen kausalen Zusammenhang zwischen Zahlen in einer Matrix  zu erahnen, wird als erstes ersetzt werden. Sei bereit.“

Life After the Robot Apocalypse - Shelly Palmer

Before qualifying for assistance under the Universal Minimum Guaranteed Income Program Act of 2021 (also known as the "U-Min" bill, which guarantees workers displaced by robots a living wage), Joe was a CPA and a tax auditing partner at a Big Four accounting firm.

2 Mitarbeiter im Warenvertrieb (Anzeigenverkauf, etc.)

„Sofern du keine Träume oder Magie verkaufst oder die Verhandlung spezieller Vergünstigungen, Schmiergelder oder anderer wertvoller Zusatzleistungen führst, die nichts mit Maßangaben, Preisen und Verfügbarkeit zu tun haben, denk über deine nächste Station nach. Maschinen können aus jedem Sales-Prozess (Ausschreibung, Kalkulation, Bestellung, Vollzugssystem) so viel herausholen, dass es die treuhänderische Pflicht des CEOs und der Unternehmensgremien ist, Roboter anzustellen. Du kämpfst gegen Windmühlen an … vergiss es!“

3 Reporter, Journalisten, Autoren und Ansager

„Schreiben ist hart. Aber nicht, wenn es darum geht, Berichte zu schreiben. Maschinen können geschult werden, Daten zu lesen, Bilder oder Videos nach einem Muster anzupassen oder beinahe jede Form von Recherchematerial zu analysieren, um einen gut lesbaren (oder aussagekräftigen) Text anzufertigen.

Text-to-Speech-Systeme entwickeln sich so schnell und klingen dabei so realistisch, dass ich denke, dass sowohl Kommentatoren als auch Co-Kommentatoren/Experten relativ bald aus ihrem Job gedrängt werden – ganz zu schweigen von den gezählten Tagen jener, die über Sport und Finanzen schreiben. Du denkst gerade an den großen Roman, den du schon lange schreiben willst? Fang jetzt damit an, ehe die Maschinen das kreative Schreiben erlernen.“

© Youtube // Shelly Palmer

4 Buchhalter

„Datenverarbeitung hat vielleicht mehr Jobs geschaffen, als sie eliminiert hat, aber Machine-Learning-basierte Buchhalter werden so viel besser sein als ihre menschlichen Gegenparts. Robo-Buchhaltung steckt noch in den Kinderschuhen, aber sie liefert bereits beeindruckende Arbeit beim Umgang mit der Abrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten, Bestandskontrolle und diversen anderen Funktionen der Buchhaltung, die Menschen heute gewohnt sind, tun zu müssen. Die Big Four der umsatzstärksten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften lassen einen Umbruch erwarten, der schon bald einsetzen dürfte.“

5 Ärzte

„Das ist vielleicht der einzige, garantiert positive Aspekt an der Übernahme von Jobs durch Roboter. Die aktuelle Weltbevölkerung von 7,3 Milliarden Menschen wird sich laut eines Berichts des UN DEAS (United Nations Department of Economic and Social Affairs) bis 2030 auf 8,5 Milliarden und bis 2050 auf 9,7 Milliarden erhöhen. Im Jahr 2100 sollen wir bei 11,2 Milliarden angelangt sein. Praktisch heißt das, selbst wenn jeder, der jemals Arzt werden wollte, diesen Plan auch umsetzen würde, hätten wir nicht genug Ärzte.“

„Die gute Nachricht ist, dass Roboter ausgezeichnete Ärzte, Diagnostiker und Chirurgen sind. Laut Menoral Sloan Kettering Cancer Center, arbeitet IBMs Watson mit einem Dutzend US-Krankenhäusern zusammen, um ihnen Ratschläge für die beste Behandlung bei einer Reihe von Krebserkrankungen zu liefern und er hilft auch dabei, Hautkrebs in einem frühen Stadium zu erkennen.“

„Zudem werden hochpräzise Robo-Chirurgen bereits für allerlei Eingriffe vom Einsetzen künstlicher Kniegelenke bis zu Sehkorrekturen eingesetzt. Dieser Trend nimmt mit unglaublichem Tempo zu. Ich weiß nicht, wie gut Robodocs im persönlichen Umgang mit Patienten sein werden, aber du kannst ja einen ‚Sei einfühlsam‘-Algorithmus programmieren. (Vielleicht finde ich jemanden, der auch meinen menschlichen Arzt mit einem solchen Algorithmus ausstatten kann.)“

Mensch gegen Maschine - Ein Duell über 6 Runden

Immer wieder lehnten sich die Maschinen gegen ihre Erschaffer auf und forderten die Spezies Mensch heraus. Dabei nahmen Roboter, Computer und Co. eine Bastion nach der anderen ein.

Was zu tun ist

„In meinem Beitrag ‚What Will You Do After White-Collar Work?‘, schlage ich vor: Zu allererst; technologischer Fortschritt ist weder gut noch schlecht, er ist einfach da. Es gibt keinen Grund, sich darüber Sorgen zu machen und es gibt sicher auch keinen Grund, von den „guten alten Zeiten“ zu erzählen. Das wird niemandem helfen. Die gute Nachricht ist, dass wir wissen, was kommt. Alles, was wir tun müssen, ist uns anzupassen.“ 

„Sich an diesen Wandel anzupassen erfordert, zu verstehen, wie sich die Mensch-Maschine-Zusammenarbeit entwickelt. Das ist knifflig, aber nicht unmöglich. Wir wissen, dass Machine Learning viele, wenn nicht die meisten, Aufgaben auf niedrigem kognitiven Niveau automatisieren wird. Unser Ziel ist, unsere hohen kognitiven Fähigkeiten zu nutzen, um zu antizipieren, welche Teile unserer Arbeit voll automatisiert werden können und welche für Maschinen so schwer zu handhaben sind, dass die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine die geeignetste Lösung dafür bleiben wird.“ 

„Mit dieser Strategie können wir daran arbeiten, unsere Fähigkeiten anzupassen, um bei der Nutzung von Mensch-Maschine-Zusammenarbeit besser zu werden als unsere Kollegen. Wir waren immer Nutzer von Werkzeugen, jetzt werden wir Partner von Werkzeugen werden.“

„Ein großartiger Partner im gemeinsamen Team aus Mensch und Maschine zu werden, wird nicht jeden Job retten, aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung, deine aktuelle Karriere zu verlängern, während du herausfindest, wie sich dein Job entwickeln muss, damit du weiterhin den Wert deines persönlichen, intellektuellen Eigentums in Monetäres verwandelst.“

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04 2017 THE RED BULLETIN INNOVATOR

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