Auto aus dem 3D-Drucker

Auto, Haus und Schokolade - alles aus dem 3D-Drucker

Bild: Local Motors

Durch 3D-Printer tun sich für uns völlig neue Möglichkeiten auf. Egal ob für den Privatgebrauch oder die industrielle Produktion. Du glaubst nicht, was dank dieser Technologie so alles aus einem Drucker kommen kann.

Seit Gutenberg hat sich einiges getan, was das Drucken angeht. 3D-Printer werden bald die Norm sein – und sie können schon heute Dinge kreieren, die ganz handfest funktionieren.

3D-Drucken wird dadurch möglich, dass Schicht auf Schicht aus widerstandsfähigem Plastik oder Metall miteinander verbunden werden. Die Vorlage dazu wird über eine 3D-Design-Software erstellt. Jedes Layer ist etwa 0,1 mm dick und besteht aus Flüssigkeit, Pulver und dem jeweiligen Material. Hersteller aus der ganzen Welt produzieren die entsprechenden Vorlagen, damit die Menschen ihre eigenen ganz spezifischen Produkte ausdrucken können – und seien sie noch so abgedreht.

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Die Bandbreite der gedruckten Objekte reicht von funktionierenden Pistolen bis zu Hängelampen. Die Produzenten des James-Bond-Flicks „Skyfall“ haben sogar eine Replica-Version des 1960er Aston Martin DB5 ausgedruckt, um sie für die Leinwand effektvoll crashen und in Flammen aufgehen zu lassen. Zweifellos die eindeutig bessere Idee, als den raren Autoklassiker im Original zu opfern. Wir zeigen dir weitere höchst eindrucksvolle Beispiele, die per 3D-Drucker entstanden sind:

  • ein Gebäude
  • eine Gitarre
  • ein Auto
  • Schokolade
  • eine Drohne

 

Bürogebäude

In diesem Jahr ist ein 250-Quadratmeter-Bürogebäude in Dubai eröffnet worden, das nicht ganz alltäglich ist. Ein 3D-Printer hat das stylische Objekt Schicht für Schicht aus einer speziellen Zement-Mixtur entstehen lassen. 17 Tage dauerte der Druckvorgang, die Kosten beliefen sich auf rund 140.000 Euro. 

Die Entwickler des weltweit ersten mit 3D-Technik erstellten Gebäudes versammelten ein Team aus sorgfältig ausgewählten Experten. Eine Person überwachte und steuerte den Druckvorgang, sieben Mitarbeiter fügten die Komponenten an der Baustelle zusammen und 10 Elektriker sowie weitere Spezialisten waren für Ingenieurs-Aufgaben zuständig. Unter dem Strich war das Projekt nur halb so teuer, wie es das bei normaler Bauweise der Fall gewesen wäre – eine alarmierende Nachricht für die Baubranche und eine gewaltige Empfehlung für die Möglichkeiten von 3D-Druckverfahren. 

© BOOM // Youtube

Gitarre

Bereits 2012 hat Industriedesigner Scott Summit die erste Gitarre der Welt mit einem 3D-Printer ausgedruckt. Das revolutionäre Instrument besteht aus feinem Nylon-Pulver, das für das edle Design ähnlich einer Keramik-Basis verantwortlich ist. Doch das Instrument sah nicht nur prächtig aus, es konnte auch mit einer weiten tonalen Range und gutem Sound überzeugen.

Dank dieses genialen Experiments eröffnet sich der Musikindustrie eine neue Welt der Möglichkeiten. Auch passionierte Gitarristen dürften hocherfreut sein: Sie können künftig Replicas der Gitarren ihrer Rockidole nachdrucken lassen. 

© Olaf Diegel // Youtube

Auto

Local Motors“ produzierte 2014 fette Schlagzeilen, als es den „Strati“ vorstellte: ein Fahrzeug, das fast komplett einem 3D-Printer entsprungen war. Es gab allerdings so einige Journalisten, die das Ganze als Medien-Gag abtaten. Aber: Das Unternehmen ließ ein Jahr später den „LM3D“ folgen, ein per 3D-Drucker hergestelltes Auto, das kommerziell verfügbar ist. 

Fast alle Karosserie- und Fahrgestellteile des „LM3D“ wurden von einem 3D-Drucker erschaffen. „Local Motors“ nutzte dafür eine Mischung aus 80 Prozent Plastik und 20 Prozent Carbon. Das Ziel der Firma ist es, in Zukunft Autos zu bauen, die zu 90 Prozent vom 3D-Printer gemacht sind.  

Local Motors on Twitter

Check out our LM3D Swim #3DPrintedCar at Escape Velocity at @GaylordNational's Main Hall! #EV2016 #NationalHarborpic.twitter.com/pMEZzYA1bS

Schokolade

Stell dir eine Maschine vor, die jedes Produkt, dass du begehrst, aus Zucker herstellen kann – quasi eine Version von „Charlie und die Schokoladenfabrik“ im wahren Leben. Der US-Süßwaren-Gigant „Hershey’s“ hat genau das in die Tat umgesetzt und einen CocoJet-3D-Printer entwickelt, der Schokolade in allen möglichen Formen drucken kann. 

Naschkatzen können sich per iPad durch eine riesige Sammlung von 3D-Grafiken klicken, um der Maschine ihren Wunsch nach einem bestimmten, individuell gestalteten Design mitzuteilen. Darunter Sechsecke oder kompliziertere Strukturen. 

© TechCrunch // Youtube

Drohne

2014 hat ein Team der University of Virginia eine per 3D-Printer hergestellte, militärische Drohne präsentiert, die es im Auftrag des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums konstruierte. Drei Jahre hatte es gedauert, das Objekt in der Größe eines ferngesteuerten Flugzeugs zu entwickeln.

Da die Drohne neben dem 3D-Ausdruck aus frei käuflichen Teilen besteht, liegen die Kosten bei gerade einmal rund 2.300 Euro. Das Design kann leicht angepasst und verändert werden, um unterschiedliche Ausrüstung, wie Sensoren oder Kameras, zu transportieren oder um die Drohne für entsprechende Zwecke schneller oder langsamer zu machen.

© ESILV // Youtube

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07 2016 THE RED BULLETIN

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