Die besten Länder für Social Entrepreneurs

Die 10 besten Länder für Social Entrepreneurs

Text: Phil Hoad
Foto: Unltd.org.uk

Eine groß angelegte Studie zeigt, in welchen Ländern die Bedingungen für sozial orientierte Unternehmen am besten sind. Hier sind die Top-10.

Das Konzept, Unternehmertum als Kraft für sozialen Wandel einzusetzen, hat sich im letzten Jahrzehnt weltweit etabliert. Aber wo funktioniert Social Entrepreneurship eigentlich am besten? Die britische Organisation UnLtd, die hinter dem Global Social Entrepreneurship Network steht, führte im vergangenen Jahr gemeinsam mit der Thompson Reuters Foundation und der Deutschen Bank eine Studie durch und ermittelte ein 45 Länder umfassendes Ranking, das diese Frage beantwortet.

Das Ergebnis basiert auf Gesprächen mit je 20 Experten aus jedem Land. Dabei ging es nicht nur um rechtliche Voraussetzungen, wie Katharine Danton, Director of Strategy and Influence bei UnLtd, betont.

„Einer der Ansprüche dieser Studie war es, den Ländern ihre Stärken und Schwächen zu verdeutlichen“, sagt sie. Hier sind ihre Erkenntnisse über die Top-10.

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1. USA

„Offensichtlich verstehen die USA Entrepreneurship als wichtigen Teil ihrer Kultur – und schon seit den 1970er Jahren sind sie führend in Bezug auf das Kreieren neuer Wege, um sozialen Wandel durch andersartiges Unternehmertum zu ermöglichen. Interessant ist der stark ausgeprägte Einsatz von Risikokapital und seine Ausdifferenzierung: Es werden nicht nur breitenwirksame Social Investments getätigt, Investoren fokussieren sich auch auf spezielle Industrien und Regionen.“

Fazit: Die USA sind die natürliche Heimat der Social Entrepreneurs.

2. Kanada

„Ähnlich dem Nachbarland entwickelte sich Social Entrepreneurship auch jenseits der nördlichen US-Grenze stark. Allerdings gibt es in Kanada vielleicht noch etwas mehr finanzielle Unterstützung durch regionale Regierungen, Stiftungen und andere Einrichtungen. Die Kanadier verfolgen ihre Anstrengungen sehr ernsthaft und kontrolliert, anstatt die Dinge einfach passieren zu lassen.

Fazit: Mit bewusst gesteuerten Bemühungen versucht Kanada auf den großen Nachbarn aufzuholen.

3. Großbritannien

Großbritannien hat eine lange Tradition von Zivilcourage und viele Formen der Freiwilligenarbeit begünstigten einen starken Charity-Sektor. Gepaart mit der kürzlich entstandenen, starken Startup-Kultur, gibt es so ein ausgeprägtes Ökosystem von sozialen Unternehmen. Auch die großzügigen Zuwendungen von Regierungsseite halfen, aber nun müssen wir bessere Wege in den Markt entwickeln, um Social Entrepreneurship als Konzept in der Gesellschaft zu etablieren – nicht nur bei denen, die es bereits kennen.“

Fazit: In Großbritannien kann man auf eine ausgeprägte Neigung zur Gemeinnützigkeit bauen.

4. Singapur

„Social Entrepreneurship kam hier erst vor relativ kurzer Zeit an, aber es ist eine sehr lebendige Szene und Singapur verfügt über eine von großem Verantwortungsbewusstsein geprägte Unternehmenskultur. Die Idee, soziale Missionen miteinzubeziehen, ist hier sehr wichtig. Zudem gab es intensive Bestrebungen, mehr Innovation in die Stadt zu bringen. BLK71, ein Tech-Hub im Süden Singapurs, entwickelte sich zu einem dichten, kleinen Ökosystem.

Fazit: Ein Stadtstaat, der mehr Einfluss hat, als seine Größe vermuten lassen würde.

5. Israel

„Ehrlich gesagt war Israel eine Überraschung, weil das für uns so etwas wie ein weißer Fleck war. Aber Israel ist ein weiteres Beispiel für ein Land, dessen Stellenwert seine Größe übersteigt. Hier findet man eine sehr selbstständige Community und eine sehr starke Startup-Kultur, ein enormes Interesse an Innovation und Technik und gute Universitäten als Zentren der Forschung und Entwicklung. Es sieht so aus, als gäbe es in Israel einen starken Antrieb, die Welt zu verändern. Und das ist der Samen, aus dem Social Entrepreneurship keimt.“

Fazit: Modernste Methoden im Herzen des Nahen Ostens.

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6. Chile

„Südamerikanische Länder sind grundsätzlich auf einem guten Weg. In Chiles Öffentlichkeit und den Medien sehe ich ein sehr starkes Verständnis und Interesse für soziale Unternehmen. Den Menschen wurden gefeierte Beispiele aufgezeigt und so ein tiefes Bewusstsein für soziale Gerechtigkeit geschaffen. Etwa eine NGO mit dem Namen „Techo“, die 1997 begonnen hat, Armut zu bekämpfen. Weil das so neu war und die Menschen direkt berührt hat, wurde sie ein großer Erfolg. Vor allem Santiago de Chile ist ein starkes Zugpferd für die gute Platzierung Chiles.“

Fazit: In Sachen soziale Gerechtigkeit ist Chile die Speerspitze des Kontinents.

7. Südkorea

„Ein direkteres Eingreifen der Regierung habe ich bislang nirgendwo gesehen. Es gibt sogar eine gesetzliche Definition für soziale Unternehmen. Allerdings ist man gemischter Meinung über den Nutzen dieser Definition. Einige meinen, sie sei zu eng, andere erkennen darin einen großen Anreiz für Startups.“

Fazit: Social Entrepreneurship mit rechtlicher Grundlage.

Das komplette Ranking und detaillierte Ergebnisse

Around the world, social entrepreneurs are increasingly pioneering new ways of combining business with social purpose. We want to know which countries are actively encouraging this growing sector - and what measures have been taken.

8. Hong Kong

„Mit Hong Kong verhält es sich in vielen Bereichen wie mit Singapur. Es ist ein guter Platz, um etwas für den asiatischen Markt zu starten. Auch hier spielt die Regierung eine große Rolle und steckt schon seit 2001 viel Energie und Geld in die Finanzierung von Startups.“

Fazit: Eine regionale Startrampe.

9. Malaysia

„2015 wurde der ‚National Social Enterprise’-Entwurf aufgesetzt. Er beinhaltet die Vision eines Ökosystems und die Bereiche, die das Land weiterentwickeln muss. Eine kluge Maßnahme, die jedes Land für sich machen sollte, Großbritannien war damit etwa sehr erfolgreich. Wie Südkorea und Hong Kong ist auch Malaysia ein guter Ort für Frauen in Startups. Social Entrepreneurship war für Frauen ein natürlicher Weg, sich zu entfalten, vielleicht mehr als in traditionellen Unternehmen.  Das ist in asiatischen Ländern sehr auffallend.“

Fazit: Ein Hotspot für Unternehmerinnen.

10. Frankreich

„Hier ist die Idee stark ausgeprägt, dass allein der Staat soziale Aufgaben zu erledigen hat. Das musste man erst einmal durchbrechen. Solidarische Finanzierung ist hier heute aber wichtig: Der Bankensektor und andere Finanzinstitute haben gemeinsam ein spezielles Anlageschema entwickelt, um es Individuen zu ermöglichen, in die Gemeinschaft zu investieren. Das hat den Social-Investment-Markt geöffnet und das Interesse an neuen Wegen, Impact (einen positiven sozialen Einfluss, Anm.) zu erzielen, gesteigert.“

Fazit: Eine Million Social Investors zeigen die Wirkung dieses Anreizes.

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