Jürgen Furian

2016, das Jahr der Mobilitäts-Pioniere

Text: Jürgen Furian
Foto: Kurt Prinz

Nicht alles war 2016 schlecht. Im Bereich der Mobilität gab es etwa bedeutende Meilensteine. Jürgen Furian blickt auf die Highlights des Jahres zurück.
Jürgen Furian
Jürgen Furian

Co-Founder von Pioneers, dem Unternehmen hinter dem jährlichen Pioneers Festival.

Einer meiner Freunde arbeitet aktuell an einer faszinierenden App mit dem Namen „himoment“. Die grobe Idee: Die App soll dir helfen, dich auf die guten Momente deines Lebens zu fokussieren. Dieses Konzept soll mit einem der Fehler von uns Menschen aufräumen - wir neigen dazu, unsere Erfolge und großartigen Erlebnisse schnell zu vergessen … während die schlechten Momente an uns kleben wie ein alter Kaugummi.

2016 ist ein gutes Beispiel dafür. Es wäre einfach, auf das vergangene Jahr zurückzublicken und sich an die politischen Erdbeben wie das Brexit-Votum oder Donald Trumps Wahl zum US-Präsidenten zu erinnern. Auch der Tod von Legenden wie Muhammad Ali, David Bowie, Leonard Cohen oder Prince prägten die vergangenen zwölf Monate. 

Aber ich blicke lieber auf die unglaublichen Fortschritte zurück, die wir im vergangenen Jahr erleben durften. Es gab einige wirklich bemerkenswerte technische Meilensteine, vor allem im Bereich der Mobilität - eine Industrie, der sich auch unser Mobility.Pioneers-Event im Februar 2017 in München widmet. Um euch aufzumuntern zeige ich euch hier also meine Auswahl guter Nachrichten aus dem Jahr 2016!

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Fahrerlose Vehikel werden langsam Realität

Die Tage, in denen du Smalltalk mit deinem Taxifahrer führen musst, dürften demnächst gezählt sein! In diesem Jahr brachte Uber in Pittsburgh eine Flotte selbstfahrender Autos an den Start. Ok, im Moment werden sie noch von Menschen überwacht, aber das wird nicht mehr lange so sein. Volvo wird indes im nächsten Jahr 100 fahrerlose Autos auf die Straßen von Gothenburg loslassen. In Bezug auf Logistik gab es im vergangenen Oktober einen Meilenstein zu feiern, als ein selbstfahrender Truck eine Ladung Bier für Anheuser-Busch durch Colorado kutschierte. Es galt als die erste autonome und kommerzielle Lieferung mit einem Truck.

Fliegende Autos betreten die Bühne

Beim Verkehrschaos in unseren Städten und der Tatsache, dass Autos massig Ressourcen verschlingen, kann eine Revolution des Verkehrs nicht schnell genug kommen. Google-CEO Larry Page scheint dem zuzustimmen, denn mit seinem Zee.Aero-Unternehmen arbeitet er mit Hochdruck an einem kompakten Vehikel, das im Stande ist, vertikal zu starten. Und Page investiert seine eigenen Millionen in ein zweites Projekt: „Kitty Hawk“. Es wird geleitet von Sebastian Thrun, früher bei Google engagiert und bekannt als Godfather der selbstfahrenden Autos.

Eine erhebliche Menge Geld wird auch in Europa in VTOL (vertical take-off and landing) investiert. Erst vor einigen Wochen konnte das Münchner Startup Lilium Aviation zehn Millionen Euro lukkrieren, um den weltweit ersten VTOL-Jet zu bauen. Ebenfalls in diesem Jahr lotste das Aeromobil-Team um Juraj Vaculik führende Köpfe von McLaren, Airbus und weiteren hochkarätigen Unternehmen nach Bratislava, um seinem neuesten Prototypen den letzten Schliff zu verleihen und ihn zum nächsten fliegenden Auto auf dem Markt zu machen. Willkommen bei den Jetsons. 

Die Überschall-Flugzeuge sind zurück

Bist du auch zu jung, um die Concorde live erlebt zu haben? Ich kenne dieses Gefühl! Aber 2016 gab es gute Nachrichten für Menschen, die die erste Ära der Überschall-Jets verpasst haben. Letzten Monat enthüllte Boom Technology Details zu seinem XB-1-Flieger. Dieser süße, kleine Zweisitzer des Unternehmens aus Denver ist ein bedeutender Schritt in den Plänen, ein 45 bis 55 Personen fassendes Flugzeug zu bauen, das eine Geschwindigkeit von über 2300 km/h erreicht. Und in der Theorie ist es deutlich kosteneffizienter als es die Concorde war.

Testflüge sind für 2017 geplant, 2023 soll Boom, das von Richard Bransons Virgin Galactic unterstützt wird, mit dem Super-Flieger ins operative Geschäft einsteigen. Ich persönlich kann es nicht erwarten, in dreieinhalb Stunden von Europa nach New York zu fliegen.

Eine elektrisierende Performance

Seit dem diesjährigen Genfer Autosalon dürfen wir die Wörter „elektrisch“, „straßentauglich“ und „Hypercar“ gemeinsam in einem Satz zu verwenden - dank dem High-Performance-Car „Concept_One“ von Rimac Automobilis , das in der Schweiz vorgestellt wurde. Die Erfindung von Pioneers-All-Time-Hero Mate Rimac vereint „vier extrem leistungsstarke Elektromotoren“ - einen für jedes Rad. Das Auto erreicht Geschwindigkeiten jenseits der 300 km/h und sprintet von 0 auf 300 in 14,2 Sekunden. Man darf Kroatiens „neuem Nikola Tesla“ gratulieren.

Du fragst dich, wie es wohl sein mag, eine Fahrt im Rimac Concept_One zu machen? NASA-Star Bobak Ferdowsi wagte sich im Rahmen von Pioneers-X 2015 in den Boliden. 

© Youtube // Pioneers Festival

Große Schritte in Richtung Weltraumtourismus

Im April durften wir einen entscheidenden Schritt in puncto Weltraumtourismus miterleben. Nachdem die Falcon 9 von SpaceX ihre Ladung erfolgreich in den Orbit gebracht hatte, landete sie sicher auf dem Drohnenschiff „Of Course I Still Love You“. Zuvor wurden Trägerraketen nach dem Eintritt in den Weltraum „abgewofen“ und landeten im Meer. Da die Möglichkeit, Raketen wiederzuverwenden realistisch wurde, sieht Elon Musk, Weltraum-Enthusiast und SpaceX-CEO, Potenzial, die Kosten deutlich senken zu können. „Das ist ein weiterer Schritt zu den Sternen“, meinte Musk danach.

Und wenn du gespannt auf den „Warp“-Antrieb wartest … hier sind ein paar Updates dazu von der NASA und China.

© Youtube // The Verge

Wir haben also über Land, Luft und Weltraum gesprochen - 2016 war ein wunderbares und positives Jahr für innovative Mobilität. Und sonst? Es gibt viele gute Nachrichten, wenn du nur danach suchst.

Also schnallt euch an und freut euch auf ein aufregendes Jahr 2017!

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