NASA Space Poop Challenge: Innovative Weltraumtoiletten

NASA Space Poop Challenge: Die innovativsten Weltraumtoiletten für Astronauten

Foto: Pixabay/skeeze

Wohin damit, wenn ein Astronaut im Anzug mal muss? Die NASA hat die Lösung gefunden. Mit Hilfe eines eigens ausgeschriebenen Wettbewerbs.

Ein Problem, das wir Erdenmenschen höchstens in einem (alten) Zug oder Flugzeug mit defekter Toilette haben: wohin mit den Exkrementen, wenn du ganz dringend musst? Astronauten im All haben ganz besonders mit diesem Umstand zu kämpfen, vor allem, wenn sie längere Zeit – in einer Notfallsituation bis zu sechs Tage – in ihrem Raumanzug stecken. Schließlich können sie nicht mal eben die Hose runterziehen und im Weltraum ihr Geschäft verrichten.

Um eine Vorrichtung zu entwickeln, mit der ein Astronaut in seinem Anzug pinkeln kann, ohne gesundheitliche Schäden davon zu tragen, schrieb die NASA einen Wettbewerb aus. Nun hat die Raumfahrtorganisation die Gewinner der „Space Poop Challenge“ bekannt gegeben. Dabei wählte sie Sieger aus, deren Entwürfe von NASA-Ingenieuren in den nächsten drei oder vier Jahren umgesetzt werden könnten.

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Platz 3: Hugo Shelley (5.000 US-Dollar Preisgeld)

Die Idee: SWIMSuit – Zero Gravity Underwear

Die Hose wird unter dem Druckanzug getragen. Darin ist ein neuartiger Katheter vernäht, der sich für ausgedehnte Nutzung in Mikrogravitation eignet und mit einem speziellen Mechanismus die Feststoffabfälle verdichtet, versiegelt, keimfrei macht und im Anzug lagert. Hugo Shelley wollte so wenig elektronische Teile wie möglich verbauen. „Ich glaube, wir sind uns alle der Gefahren bewusst, wenn im Weltraum etwas schiefgeht“, erklärte er „National Public Radio“. Demnach sei ein simpleres Design sicherer. 

© Youtube // Hugo Shelley

Der Tüftler: Der Schotte Hugo Shelley studierte Physik und Philosophie an der Universität von Oxford. Er ist der Gründer von Iota Technology, einer Design- und Prototyp-Firma in London. Seit acht Jahren arbeitet er an diversen Projekten, von Industriesensoren bis zu pädagogischen Robotern für Kinder.

Platz 2: Space Poop Unification of Doctors (15.000 US-Dollar Preisgeld)

Die Idee: Air-PUSH Urinary Girdle

Bei diesem „Uringürtel“ strömt Luft durch die oberen Öffnungen, um Urin oder Menstruationsrückstände in eine anteroposteriore Richtung (medizinisch für „von vorne nach hinten“) abzuführen, wo diese durch ein größeres Röhrchen am Ende die Vorrichtung verlassen. Die Luft werde dabei laut Teamchef Louis Gonzales von aktiven und passiven Körperbewegungen des Astronauten erzeugt.

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Congrats to the winner of the NASA Space Poop Challenge, the nation's premiere poop challenge https://t.co/4KCydUaBKF

Die Tüftler: Teamleiter Jose Gonzales ist Medizintechniker, Stacey Louie arbeitet als Umwelttechnikerin, Katherine Kin ist Zahnärztin und die Illustratorin des Teams. Alle haben Verfahrenstechnik studiert.

Platz 1: Thatcher Cardon (30.000 US-Dollar Preisgeld)

Die Idee: MACES Perineal Access & Toileting System (M-PATS)

Als einziger der drei Sieger lagert dieses Modell die Ausscheidungen nicht im Raumanzug. Für seine Idee wurde Cardon von minimalinvasiven Operationstechniken inspiriert. Er designte eine kleine Luftschleuse im Schritt des Anzugs sowie eine Reihe von Gegenständen, welche durch die kleine Öffnung gesteckt und dann aufgeblasen werden können. Etwa eine Toilettenschüssel, deren Abfluss über die Luftschleuse nach draußen führt. Nach Gebrauch wird sie wieder zusammengerollt und durch die Öffnung entsorgt. Mit diesem Design könnten Astronauten sogar Unterhosen wechseln, ohne den Raumanzug auszuziehen.

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Seattle Air Force doc wins NASA's 'Space Poop Challenge' https://t.co/UGnLubROzV

Der Tüftler: Dr. Thatcher Cardon ist Haus- und Fliegerarzt. In seiner Freizeit experimentiert er gern und entwickelt unterschiedlichste Gegenstände. 

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03 2017 THE RED BULLETIN INNOVATOR

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