Vereinigten Arabischen Emirate

Ein künstlicher Berg in den Vereinigten Arabischen Emiraten - Schnapsidee oder Zukunftsvision?

Foto: Pixabay.com

Wie sich die Vereinigten Arabischen Emirate Regen kaufen möchten? Ganz einfach: indem sie einen künstlichen Berg bauen.

Was macht man, wenn man in einem Land lebt, indem nicht so wirklich viel Regen fällt? Klar, man könnte sich damit abfinden und notgedrungen in den sauren Apfel beißen.

Aber nicht mit den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dort überlegt man momentan, sich einen künstlichen Berg zuzulegen, um die Bildung von Wolken zu begünstigen.

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Erste Recherchen sind gestartet

Wie das News-Portal „Arabian Business“ unlängst berichtet hat, wurde dafür auch schon einmal eine Stange Geld in die Hand genommen. Demnach hat die Föderation von sieben Emiraten schon einmal schlappe 400.000 US-Dollar an den „National Center for Atmospheric Research“ (NCAR), das in den USA beheimatet ist, überwiesen.

Die Wetter-Experten sollen nun untersuchen, wie solch ein von Menschenhand geschaffener Berg das Wetter beeinflussen würde. Und all der Aufwand natürlich „nur“, um ein regnerisches Happy End zu haben.

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Wie teuer kann es werden?

Das größte Fragezeichen setzen die Gipfelstürmer in spe allerdings noch bei den Kosten. Noch weiß niemand so genau, was für einen finanziellen Aufwand so eine künstliche Wolkenmaschine nach sich ziehen würde.

Eine kleine Referenz: Im Jahr 2011 sorgten Pläne aus den Niederlanden im Netz für Aufregung. Ein neu geschaffener Berg inklusive Sportmöglichkeiten sollte im flachen Land Touristen und Einnahmen generieren. Damals kursierten Summen von 72 bis zu 432 Milliarden US-Dollar als geschätzter Kostenfaktor. Na, ob die Vereinigten Arabischen Emirate so viel Geld in die Hand nehmen wollen?

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Schon jetzt geben die VAE allerdings bis zu 560.000 US-Dollar pro Jahr aus, um Wolken mit Silberjodid anzureichern, damit sich der Niederschlag erhöht.

Wettermanipulation als Allheilmittel?

Die Sinnhaftigkeit dieser Cloud-Seeding-Projekte ist nach wie vor umstritten, die Wissenschaft ist sich nicht einig, ob es dadurch tatsächlich mehr regnet. Trotzdem setzen manche Länder immer wieder auf diese Art der Wettermanipulation.

So stattete China zu den Olympischen Spielen 2008 in Peking Bauern rund um die Millionenmetropole mit Kanonen aus, deren Geschosse Regenwolken frühzeitig abregnen lassen sollten, damit diese nicht ausgerechnet während der Eröffnungszeremonie für eine unliebsame Überraschung sorgen.

Die Wolken, die an dem in den Vereinten Arabischen Emiraten geplanten künstlichen Berg hoffentlich entstehen werden, sollen dank des gleichen Verfahrens vermehrten Niederschlag nach sich ziehen.

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Die VAE stehen vor einer großen Aufgabe

Bei aller Skepsis, der Hintergrund dieses Vorhabens ist ein ernster. Die VAE zählen zu den trockensten Ländern auf der Erde – der geringe Niederschlag in Kombination mit den hohen Temperaturen und einem hohen Pro-Kopf-Wasserverbrauch sorgen in dem Land dafür, dass das Grundwasser innerhalb der nächsten 50 Jahre versiegt sein könnte. 

Zwar wurde der Verschwendung des kostbaren Nass schon durch staatliche Vorgaben Einhalt geboten, doch der Trend lässt sich Stand jetzt nicht mehr umkehren. Daher ist es nicht verwunderlich, dass kein Versuch zu abwegig erscheint, dem kargen Land mehr Regen zu verschaffen.

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05 2016 The Red Bulletin

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