Hyperloop

Hype um Hyperloop One: Was kann der neue Superzug?

Photo: Hyperloop One/Youtube

Mit 1.200 km/h in einer Röhre durch die Gegend reisen könnte die Zukunft unseres Transportwesens sein. Was als kühne Idee begann, wird immer realer - der Hyperloop.

Auf dem Landweg von Hamburg nach München in einer Dreiviertelstunde? Mit dem vom Unternehmen Hyperloop One entwickelten Rohrpostzug kein Problem. Das futuristische Transportmittel soll Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 1.200 Kilometern pro Stunde erreichen. Kein Wunder also, dass sich alle Welt um die Technologie der Zukunft reißt.

Am 11. Mai dieses Jahres hat der Hyperloop ein neues Kapitel der Transportgeschichte aufgeschlagen: Auf einer Teststrecke nahe Las Vegas wurde ein Schlitten auf Schienen gebracht, der in nur einer Sekunde von 0 auf 160 km/h beschleunigte und damit nicht nur den heißen Wüstensand, sondern auch die bisherige Rangordnung der Verkehrsmittel ordentlich durcheinandergewirbelt haben dürfte.

Das Konzept des Hyperloops entstammt der Gedankenwelt von Milliardär Elon Musk.

© Hyperloop One // YouTube

Mit 1.200 Kilometern pro Stunde rasant reisen

Als kleine Referenz: Das schnellste Elektroauto der Welt, mit dem Stuttgarter Studenten im vergangenen Jahr den Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft haben, präsentiert sich im Vergleich relativ behäbig: Ganze 1,779 Sekunden braucht die Karre, um aus dem Stand auf 100 Kilometer pro Stunde zu beschleunigen.

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Doch nicht nur auf den ersten Metern macht das futuristische Transportmittel jeden Sportwagen und ICE nass. Auch die geplante Reisegeschwindigkeit ist mit bis zu 1.200 Kilometern pro Stunde mehr als beeindruckend. Um dabei den Luftwiderstand zu überwinden, wird der zu einer Art Kapsel verkleidete Zug der Moderne auf Luftkissen schwebend durch riesige Röhren mit gesenktem Luftdruck geschickt. Daher rührt im Übrigen auch der Name Rohrpostzug. Ein großer Propeller an der Front soll zusätzlich Luft beiseite schaufeln, um den Vortrieb weiter zu optimieren.

Sieht aus wie in einem Science-Fiction-Film, ist aber wohl die Zukunft des Transportwesens.

© Hyperloop One // YouTube

Um diese Vision zu realisieren, plant Hyperloop One bereits die nächsten Schritte. So wird aktuell an einer Verlängerung der Teststrecke gearbeitet, auf der die maximale Endgeschwindigkeit ausprobiert werden kann. Gleichzeitig wird an einer rund drei Kilometer langen Röhre geschraubt, in der Antriebs-, Schwebe- und Vakuumtechnik auf Herz und Nieren geprüft werden. Geht der Zeitplan auf, soll das letztgenannte Projekt noch in diesem Jahr zum Abschluss gebracht werden. Mit ersten Tests in der Röhre darf dann spätestens zu Beginn des kommenden Jahres gerechnet werden.

Die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten des Rohrpostzugs

Angesichts der rasanten Beschleunigung und der hohen Reisegeschwindigkeit ergeben sich verschiedene Nutzungsszenarien für den Hyperloop. Dabei ist zunächst die Mittelstrecken-Verbindung zweier Städte über eine Distanz von bis zu 1.000 Kilometer zu nennen. Hierzulande könnte zum Beispiel ein Münchener der Perle des Nordens einen kurzfristigen Besuch abstatten und Hamburg in gerade einmal einer Dreiviertelstunde erreichen.

Konkret wird aktuell außerdem eine Hyperloop-Verbindung zwischen Finnland und Schweden geprüft. Eine entsprechende Trasse, die über die Åland-Inseln führt, könnte Stockholm und Helsinki auf gerade einmal eine halbe Stunde zusammenrücken lassen. Zum Vergleich: Eine Fährfahrt über die Ostsee verschlingt mit 16 Stunden momentan fast einen ganzen Tag.

Alternativ bietet sich der Rohrpostzug aber zum Beispiel auch als schnelle Verbindung zwischen Flughafen und Stadt an, wie beispielsweise in Shanghai, wo ein Magnetschwebezug den Flughafen Pudong in nur sieben Minuten mit dem Stadtrand verbindet. Der Hyperloop wäre also auch eine denkbare Option für die Verbindung des Franz-Josef-Strauß-Flughafens mit dem Münchener Hauptbahnhof, wo eine Transrapidverbindung in der Vergangenheit angedacht, aber gescheitert war.

© Hyperloop One // YouTube

Natürlich ist der Einsatz der Hyperloop-Technologie aber nicht nur im Personenverkehr, sondern auch für den Gütertransport angedacht. Fest steht, dass auch die Bahngesellschaften an dem neuen Transportmittel interessiert sind. So unterstützen zum Beispiel die Deutsche Bahn oder auch die französische Eisenbahngesellschaft die Entwicklung des Rohrpostzugs.

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06 2016 The Red Bulletin 

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