WARR-Hyperloop-Team

WARR: Ein deutsches Team ist Elon Musks schnellster Trumpf im Hyperloop-Rennen

Foto: TU München/Andreas Heddergott

Die Vision von Elon Musks Hochgeschwindigkeitstransport lebt. Und eine deutsche Entwicklergruppe mischt beim Hyperloop fleißig mit.

Das „Hyperloop“-Projekt befindet sich noch im Anfangsstadium, doch langsam nimmt die Idee, welche der Unternehmer Elon Musk 2013 vorstellte, Formen an. Ende Januar testeten handverlesene Teams auf dem SpaceX-Gelände in den USA die ersten Modelle. 

Die schnellste Kapsel, die während des „Hyperloop Competition Weekend I“ durch die Röhre schoss, stammt aus den Händen von Mitgliedern der „Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft für Raketentechnik und Raumfahrt“, kurz WARR, der Technischen Universität München.

„Wir wollten beweisen, dass die Hyperloop Technik funktioniert“, sagt Projektleiterin Mariana Avezum vom WARR Hyperloop Team. Wie sie The Red Bulletin Innovator erklärt, gelte es für die 37-köpfige Gruppe nun, ihre Entwicklung zu verbessern. Doch der Reihe nach.

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Das Projekt

Der Hyperloop ist ein offenes Designprojekt. Das bedeutet, jeder kann seine Ideen beisteuern. Bei dieser Art der Fortbewegung sollen – ähnlich einem Rohrpostsystem – irgendwann Passagiere und Frachten in Transportkapseln mit hohen Geschwindigkeiten von über 1.000 Stundenkilometern durch Unterdruckröhren geschickt werden. Diese Methode soll schneller und günstiger sein, als die etablierten Arten der Fortbewegung. Vor allem soll sie aber eines sein: umweltfreundlich.

© Youtube // SpaceX

Das „Hyperloop Competition Weekend I“

27 Teams traten die Reise nach Kalifornien an und absolvierten auf dem SpaceX-Gelände in Hawthorne mit ihren Hightech-Maschinen mehrere Tests. Im Anschluss durften nur drei Teams ihre „Pods“ in die Röhre schicken und eine Fahrt unter Wettkampfbedingungen absolvieren: das weltberühmte Massachusetts Institute of Technology (MIT), die niederländischen Vertreter von der Technischen Uni Delft und das WARR Hyperloop Team.

© Youtube // SCHUAVISUALS

WARR Hyperloop Team rast allen davon

Zwar gewann die Uni Delft die Gesamtwertung, in der Design, Sicherheit und Geschwindigkeit bewertet wurden. Den schnellsten Pod hatte aber das WARR Hyperloop Team im Gepäck. Die Münchner Tüftler erreichten bei ihrem Lauf auf der kurzen Teststrecke, den SpaceX-Gründer Musk als einzigen live vor Ort begutachtete, einen Topspeed von 94 Stundenkilometern.

One day later it's still hard to wrap... - WARR Hyperloop Team | Facebook

One day later it's still hard to wrap our heads around what we achieved. Check out this video to see our run, our reactions and how Elon himself watched our Pod glide through the Hyperloop tube while standing right next to us!

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Leistungsdaten des WARR-Pods

  • Höchstgeschwindigkeit: 350 Km/h
  • Gesamtgewicht: 600 kg
  • Kapazität: 100 kg
  • Größe: 4,2m x 1m x 1,1m
  • Levitation: elektrodynamische Federung
  • Bremsen: Wirbelstrombremse und Reibungsbremse
  • Widerstandsverminderungs-System: Aktives System – Kompressor (80 kW)
  • Druck in der Röhre: 860 Pa (0,009 bar)

© Youtube // swagelok

Wie geht es für WARR Hyperloop Team weiter?

Im Sommer plant SpaceX die „Hyperloop Pod Competition II”. Dann ist auch das Team der TU München wieder am Start. „Wir werden am zweiten Wettbewerb teilnehmen und unsere Entwicklung verbessern“, bestätigte Projektleiterin Mariana Avezum. Der Fokus liege bei der Weiterentwicklung und hier vor allem auf dem Kompressor. Dieser saugt in der Röhre verbleibende Luft an und reduziert den Luftwiderstand.

„Der Kompressor macht einen wesentlichen Unterschied, was die Skalierbarkeit des Konzeptes angeht“, erklärt Avezum, warum das Team auf diesen setzt. In Los Angeles gesammelte Daten hätten dessen Nutzen bewiesen.

Für das WARR Hyperloop Team steht noch eine Menge Arbeit auf dem Programm, wenn die Vertreter der TU München auch beim kommenden Wettbewerb, der rein auf Geschwindigkeit ausgelegt ist, mit ihrem Pod überzeugen wollen.

Die ersten Schritte zur Entwicklung eines neuen und vielleicht revolutionären Hochgeschwindigkeits-Transportmittels sind in jedem Fall getan. Auch dank der Siebenmeilenstiefel des WARR Hyperloop Team aus München.

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02 2017 The Red Bulletin

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