Edward Snowden

Edward Snowden verrät: So surfst du anonym im Internet  

Bild: Getty Images

Gespeicherte Chatverläufe und abgehörte Telefonate gehören der Vergangenheit an: NSA-Rebell Edward Snowden verrät, wie man im Internet keine Spuren hinterlässt.

Sicher im Internet unterwegs sein – geht das überhaupt? Wird nicht überall mitgelesen und mitgetrackt? Werden nicht all unsere virtuellen Spuren auf immer und ewig gespeichert?

Jein, sagt Edward Snowden. Der Mann, der als NSA-Rebell eine ganze Nation (oder zumindest eine Menge Entscheidungsträger) in Aufruhr versetzte und seitdem im Exil in Moskau lebt, kennt Mittel und Wege – legale wohlgemerkt! –, um sich mehr Privatsphäre im WWW zu verschaffen. Im Interview mit „The Intercept“ hat er seine Tipps verraten. Wir fassen zusammen.

Doppelt hält besser

Und zwar in Sachen Anmeldung. Snowden empfiehlt, sich immer mit einer „Zwei-Faktor-Authentifizierung“ anzumelden. Also einerseits mit einem herkömmlichen Passwort, andererseits mit einem sich regelmäßig verändernden Code, der per SMS aufs Handy kommt. Es gibt auch Apps, die diesen Code automatisch am Smartphone kreieren. Wird also dein Passwort geknackt, fehlt dem Übeltäter immer noch der Code. Bei prominenten Anbietern wie Apple, Google, Twitter oder PayPal kannst du die doppelte Anmeldung problemlos nutzen.

Vielfalt ist wichtig

Ein großer und gängiger Fehler, der immer wieder gemacht wird: Viele benützen ein Passwort für alle Logins. Dabei gibt es praktische Passwort-Manager, die für sämtliche Dienste Passwörter erstellen. Und das Gute dabei ist: Man muss sie sich nicht einmal merken. Sehr empfehlenswert ist laut „The Intercept“-Sicherheitschef Micah Lee das Open-Source-Programm KeePassX. Wer gerne auf Apps zurückgreift, kann mit 1Password, MiniKeePass oder Enpass nichts falsch machen.

Der wirkliche Privat-Chat

Wer vermeiden will, dass vertrauliche Informationen an die Öffentlichkeit gelangen, sollte laut Snowden auf „Signal“ umsteigen. Die wirklich sichere Variante für Telefonie und Chats. Kryptografie-Experten sorgen mit einem Verschlüsselungstool dafür, dass Angriffe sinnlos sind und keiner mithören bzw. -lesen kann.

Das „Tor“ zur Sicherheit

Wer im Internet wirklich anonym surfen will, dem empfiehlt Snowden den „Tor-Browser“. Er selbst schwört auf dieses Gratis-Programm, über das User weitestgehend unerkannt bleiben. Nachrichten, Website-Aufrufe oder Datei-Versand werden verschlüsselt ins WWW geschickt, Angriffe oder Nachverfolgung praktisch unmöglich gemacht. Selbst die NSA musste die Sicherheit des Netzwerks bereits anerkennen: „Tor stinks“ ist in einem von Snowden geleakten Dokument zu lesen.

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11 2015 The Red Bulletin

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