Las Vegas bei Nacht

Diese kultigen Orte muss man (wieder) sehen

Fotos: Pixabay

Sie galten bereits als ausgelutscht, nun feiern Las Vegas, Kuba oder Italien ein Comeback. Von in zu out zu in: Warum diese Reiseziele wieder knallen.

Reiseziele sind wie Stars: Mal total im Trend, dann wieder von der Bildfläche verschwunden. Urlaub in Italien zum Beispiel. Einst der große Traum, dann wieder echt spießig. Oder Acapulco. Erst per Ohrwurm auf Dauerflug aus den Boxen, schon bald wieder out bis an die Grenze zur Vergessenheit.

Man sieht sich im Leben aber bekanntlich immer zweimal, wieso soll das also nicht auch für Reiseziele gelten? Gebt zwischenzeitlich glanzlosen Destinationen bei der Planung eures nächsten Trips eine Chance, sie haben es verdient.

Weshalb sie sich wieder lohnen? Weil sie cool, grandios und bereichernd sind – wir wissen, warum.

Acapulco: Der Mix stimmt wieder 

Einst gaben sich hier Hollywoods Player wie Elizabeth Taylor oder Frank Sinatra die Klinke in die Hand und ließen die Puppen tanzen. Irgendwann wollte jeder an den magischen Ort, den „The Four Tops“ in „Loco down in Acapulco“ Ende der 80er besangen. 

Steigende Kriminalität durch Territorialkämpfe rivalisierender Drogenkartelle und neue Urlaubs-Hot-Spots wie die Region von Cancún an der Karibik machten dem Traum vom Ferienparadies ein Ende. Vorerst. Denn die Tourismusbehörde hat mächtig Gas gegeben und einiges erreicht: Slums wurden entfernt und Dealer vertrieben. Die einst fliegenden Händler finden sich nun in eigenen Ständen und Läden wieder, die Strände werden regelmäßig sauber gehalten. Der Mix stimmt wieder: Wassersport-Action, belebte Promenaden, familientaugliche Strände und krasses Nachtleben. Nicht genug Nervenkitzel? Ab zu den legendären Klippenspringern am 40 Meter hohen Felsen La Quebrada. Nicht vergessen: Beten und bekreuzigen, denn das machen die Springer auch …

© Youtube // wearyoldman

Las Vegas: Nirgends wird so schön Ja gehaucht wie hier 

Es gab eine Zeit, da wollte jeder nach Las Vegas. Die einen zum Zocken, die anderen zum Heiraten, die nächsten ins Casino und danach vor den Altar oder umgekehrt. Der Trend wurde zum Klischee: Filme, Bücher, Werbespots – nichts in der Popkultur war mehr sicher vor der blinkenden Wüstenstadt mit Suchtpotenzial. Es folgte eine Phase cooler Ignoranz. Cool ist aber inzwischen wieder etwas anderes: Las Vegas ist zurück, vibrierender, strahlender und unterhaltsamer denn je.

 Las Vegas ist zurück, vibrierender, strahlender und unterhaltsamer denn je.

Um mit der Liebe und nichts als der Liebe zu beginnen: Es wird wieder geheiratet. Im Hubschrauber, in der Fastfood-Bude oder in der Sauna, nirgends wird so schön Ja gehaucht wie in Las Vegas. Bliebe neben einem Nightlife, das ziemlich edgy ist, die Frage: Roulette, Poker, Black-Jack in Luxus-Hotels? Vom Bausparfuchs zum Dollar-Millionär? Die Antwort ist simpel wie eh und je: Schick mich in die Wüste.

Goa: Angebot im Überfluss

Goa, drei Buchstaben, die in den 60ern und den folgenden Jahren als Inbegriff von Nichtstun, Hippieleben und Bewusstseinserweiterung galten. Was folgte, war in etwa so wie ein Kater nach einer allzu langen Nacht. Plötzlich hatten Sonne, Sand und fantastische Strände eine Bürde zu tragen: So viel Hippie wollte dann doch nicht jeder sein.

Strand in Goa

Es folgten Pauschaltouristen und Besucherströme, vom Ausverkauf einer Idylle war die Rede und auch die Sicherheitslage wurde zeitweise in Frage gestellt. Wer heute aber coole Beach Clubs, feinkörnigen Strand mit Palmen und entspannende Massagen mit Meerblick sucht: Goa, der kleinste indische Bundesstaat, bietet all das im Überfluss. Doch eher das Aussteiger-Feeling von vor 40 Jahren im Sinn? In den Buchten von Agonda oder Patnem geht es weiterhin tropisch-idyllisch zu. 

Kuba: Trip durch alle Sinne 

Kuba, kaum ein Name, der in der Vergangenheit mehr zum Träumen angeregt hätte, wenn sich Menschen ihre Reisen ausmalten. Auch die zum großen Teil über-romantisierten Bilder aus Filmen sind jedem eingebrannt. Allerdings galt auch: Ein halbes Jahrhundert war Fidel Castro das kubanische Maß der Dinge. Zunächst war es die Aussicht, in ein kommunistisches Land zu reisen, dann die Angst vor Armut und fehlender Infrastruktur, die vielen Reisenden Kuba als Ferienparadies entrückte. Schluss mit alledem.

Wer heute den Inselstaat besucht, sollte sich auf eine wilde Mischung gefasst machen: Latin Lovers, die durch Havannah stolzieren, Bastler mit ihren zusammengeschraubten russisch-amerikanischen Autos oder ältere Damen, die innerhalb von Minuten besser kochen als die gesamte Sterneküche Europas nach stundenlangen Vorbereitungen. Dazu Strände, Buchten, Berge, Rum, Zigarren, Musik und grüne Landschaften. Mach dich bereit für einen Trip durch all Sinne.   

Gitarrenspieler auf Kuba

Italien: Betörende Bergdörfer und extrem coole Locations im Nachtleben

Es sind die Klassiker unter den Urlaubsträumen: Ab im VW-Käfer Richtung Süden, ab an die Adria, ab nach Rimini, Capri und Riccione. Die Preise waren moderat und ermöglichten vielen ihren ersten Urlaub am Meer. Doch: Alles wurde teurer und die Reisenden suchten sich Alternativen in Spanien oder machten plötzlich wieder Ferien auf dem Bauernhof.

Italien galt plötzlich als nicht sonderlich angesagt. Die Antwort? Betörende Bergdörfer im Hinterland, extrem coole Locations im Nachtleben von Rom und Co.

Es folgte eine Phase, in der neben idyllischen Trips in die Toskana vor allem Städtereisen der letzte Schrei waren: Rom, Venedig, Mailand oder Florenz – Hauptsache, Italien. Zu viele Touristen und bröckelnde Gemäuer: Auch hier ging die Leidenschaft wieder zurück, Italien galt plötzlich als nicht sonderlich angesagt. Die Antwort? Betörende Bergdörfer im Hinterland, extrem coole Locations im Nachtleben von Rom und Co. und ein Mix aus Speisen und Wein der jeweiligen Region, der seinesgleichen sucht. Nichts wie hin; falls möglich, unbedingt im altersschwachen VW-Käfer. 

Küstenort in Italien
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03 2016 THE RED BULLETIN

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