Noel Gallagher

Noel Gallagher: „Ray Davies ist mein Held“

Bilder: Lawrence Watson

Ex-Oasis-Kopf Noel Gallagher über jene fünf Songs, die aus ihm einen der erfolgreichsten Musiker der Pop-Geschichte machten.

Noel Gallagher

„Chasing Yesterday“

Sein zweites Studioalbum als Solist, welches im Februar 2015 veröffentlicht wurde.

 

In den 1990er Jahren waren Oasis die Hohepriester des Britpop: ausverkaufte Stadionkonzerte, fünfzig Millionen verkaufte Alben, ihre Singles hielten sich in Summe 765 Wochen in den britischen Charts. Trotz des Erfolgs löste sich die Gruppe aus Manchester 2009 auf – weil der Zwist zwischen Bandoberhaupt Noel Gallagher und seinem singenden Bruder Liam unerträglich wurde.

Seither ist Ersterer als Solist unterwegs. Mit „Chasing Yesterday“ veröffentlicht der 47-Jährige nun sein zweites Soloalbum. Die zehn neuen Songs vereinen Gallaghers geniales Songwriting im Beatles-Stil mit für ihn neuen Elementen – von Klarinetten- bis Waschbrett-Solos. Welche Stücke sein Leben geprägt haben, erzählt er hier.

1 The Kinks: „Waterloo Sunset“

Alle Songs, die ich in letzter Zeit geschrieben habe, sind von Ray Davies’ Art des Geschichten­erzählens beeinflusst. Er ist mein Held. Seine Texte sind so gut, dass man sie in einem Buch abdrucken sollte. Obendrein sollte er zum Ritter geschlagen werden. Ich liebe Lennon und McCartney, aber Davies’ Song­writing ist noch eine Spur besser.

 

2 The Beatles: „Hey Jude“

Die Beatles haben so viele tolle Songs, dass es fast unmöglich ist, einen zu wählen. „Hey Jude“ ist nicht einmal mein Favorit, aber das Stück hatte in der ­Oasis-Zeit großen Einfluss auf mich als Songwriter. Heute kann ich den Song nicht mehr hören, weil ich ihn zu Tode gespielt habe. Trotzdem halte ich ihn für einen der besten aller Zeiten.

3 Sex Pistols: „Pretty Vacant“

Wo wären wir heute ohne die Sex Pistols? Sie sind die wichtigste Band überhaupt. Weil sie eine Form der wilden ­Jugendkultur wiedererweckten, die zuvor von den Hippies ermordet worden war. Mein Favorit ist „Pretty Vacant“, das Gitarrenriff ist der Wahnsinn. Und ­„Never Mind the Bollocks“ war die erste Platte, die ich mir gekauft habe.

4 The Smiths: „Nowhere Fast“

Die Smiths ­haben mein Leben geprägt wie kaum eine andere Band. Ihre Songs sind so genial, dass es fast frevelhaft wäre, zu behaupten, von ihnen beeinflusst zu sein. Derzeit stehe ich auf „Nowhere Fast“ vom zweiten The-Smiths-Album „Meat Is Murder“. Die Energie und der Rock-’n’-Roll-Vibe dieses Meisterwerks sind bis heute unübertroffen. 

5 Rhythim Is Rhythim: „Strings of Life“

Der letzte Song ist rein elektronisch – weil ich auch auf Dance-Musik stehe. Was viele Fans gar nicht wissen. Dieser gran­diose Track erschien 1987, produziert von Derrick May, einem Techno-Pionier aus Detroit. Und wer genau hinhört, wird erkennen, dass mich dieses Stück zum Song „AKA … What a Life“ auf meinem ersten Soloalbum inspiriert hat.

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04 2015 The Red Bulletin

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