Pilot Fighter

Hier wirst du zum Kampfpiloten

Fotos: Alan De Herrera

Werde Kampfpilot in einer italienischen SIAI-Marchetti SF-260 in der kalifornischen Luftkampfschule Air Combat USA und besiege deine Feinde.

„Du sitzt in einer Militärmaschine und suchst den Himmel nach feindlichen Fliegern ab“, doziert der ehemalige U. S.-Navy-Kampfpilot Thomas H. Smith, Rufzeichen „Spartan“. „Da taucht einer auf drei Uhr auf. Du fliegst eine schnelle, enge Wende, los geht der Fight. Rauf, runter, ein paar ‚g‘ ziehen, binnen Sekundenbruchteilen Entscheidungen treffen, den Gegner ausmanövrieren, ins Visier nehmen. Auslösen. Zusehen, wie er sich in Rauch auflöst. Abdrehen.“

Zwei Jahrzehnte verbrachte Smith damit, in Militärjets von Flugzeugträgern abzuheben. Heute ist er Chefpilot von Air Combat USA. Und brieft im kalifornischen Orange County Piloten-Rookies vor ihrem ersten Luftkampf. Wobei die Definition für „Rookie“ in diesem Fall zumeist heißt: keinerlei Vorkenntnisse als Pilot.

Pilot Fighter

Unvergesslich: der erste gewonnene Dogfight am Himmel

„Jeder, der mal einen Luft-Kampf erleben will, ist bei uns willkommen“, sagt „Spartan“. Er und seine Crew erfahrener Ex-Militärpiloten lassen einen zwar nicht hinter den Steuerknüppel einer F-14 „Tomcat“ aus „Top Gun“, aber an die eigenen Grenzen bringen sie einen allemal. Und zwar in einer SIAI Marchetti SF-260. Die voll kunstflugtaugliche italienische Maschine wurde und wird als Trainingsflugzeug eingesetzt, und zwar von zahlreichen Luftwaffen von Abu Dhabi bis Zaire. Mit dem kompakten Zweisitzer lassen sich Körper und Geist in denselben Ausnahmezustand versetzen wie bei einem echten Luftkampf.

Tatsächliche Kampfpiloten müssen ­monatelang physische und psychische Tests absolvieren, bevor sie überhaupt in ein Cockpit steigen dürfen. Bei Air Combat USA werden Rookies eine knappe Stunde gebrieft. „Dann setzen wir sie ins Cockpit der Marchetti. Und kurz nach dem Start ­beginnen wir, ihnen die Kontrolle zu übertragen“, sagt Smith. „Der Rookie steuert die Maschine unter Anleitung des Instruktors während 90 Prozent des Flugs tatsächlich selbst.“ 

„Es ist eine erbitterte Jagd, mit Loopings, Fassrollen und allem, was ­dazugehört.“
Mike Rogers

© Air Combat USA // YouTube

Sobald man in der Luft ist, wird die Mission an Erfahrung, Kompetenz und Angriffslust des Gastes angepasst: Die Dogfights am Himmel mit bis zu 6 g und maximal einer Stunde Dauer „können so realistisch sein, wie du es willst“, sagt Smith. „Manche schlagen sich erstaunlich gut.“

Das patentierte elektronische Tracking-System von Air Combat USA reagiert auf Treffer mit Sound-Effekten und Rauchschwaden. Drei Cockpit-Kameras zeichnen die Action auf – darunter eine auf der Visiereinrichtung, sie hält die Abschüsse in Bild und Ton fest.

„Es ist eine erbitterte Jagd, mit Loopings, Fassrollen und allem, was dazugehört“, erklärt Mike Rogers, Fighter-Rookie, nach seinem Flug. „Aufregend und anstrengend.“ So anstrengend, dass es einen ausknocken kann, wenn man nicht aufpasst. „In einem vertikalen Manöver zog ich 5,5 g und wurde beinahe ohnmächtig.“

 

Insider-Tipp

„Bei vielen Manövern wird das Blut in die Beine gepresst. Spann mit aller Kraft die Bein- und Bauchmuskulatur an. Das hilft, das Blut dort zu halten, wo du es brauchst: im Gehirn und bei den Augen.“

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05 2016 The Red Bulletin

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