Aloe Blacc

Sonne, Soul und soziales Bewusstsein

Text: Florian Obkircher
Bild: Brian Dowling/Retna Ltd.

Den Positiven Geist hat er von Stevie Wonder, die politische Haltung von Joni Mitchell: Aloe Blacc über die Songs seines Lebens.

Es war ein gutes Jahr für Aloe Blacc: Sein Hit „Wake Me Up“ verkaufte sich drei Millionen Mal und stand in 22 Ländern an der Spitze der Charts. Nach diesem Ausflug in die Welt des Dance Pop kehrt der kalifornische Musiker mit seinem neuen Album „Lift Your Spirit“ nun aber wieder in jenes ­Genre zurück, für das sein Herz am höchsten schlägt: Soul-Musik im Geist von Al Green und Marvin Gaye.

Der 34-Jährige sieht sich ­dabei als Vermittler: So wie er in seiner Jugend durch Hip-Hop seine Soul-Helden fand, hofft er heute, dass Kids durch seine Musik die „Klassiker“ entdecken. Fünf solcher Klassiker stellt Blacc hier vor.

Stevie Wonder - You Are the Sunshine of My Life

Als ich ein Kind war, lief seine Musik bei uns daheim ständig. Sie ist virtuos und eingängig gleichzeitig. Außerdem lernte ich von Stevie, dass es okay ist, gut gelaunte Songs zu schreiben. Gerade dieser Hit sprüht vor Positivität. Mein künstlerisches Credo basiert darauf: Mach eine Person mit deinen Songs glücklich, und sie wird dieses Glück weitergeben.

Eugene McDaniels - Headless Heroes of the Apocalypse

Ohne es zu ­ahnen, kannte ich McDaniels seit meiner Jugend: Seine Musik wurde von Hip-Hoppern wie A ­Tribe Called Quest gesampelt. Diese Platte entdeckte ich aber erst vor zwei Jahren. Ein Freund gab sie mir, als ich auf Inspirationssuche war. Ich verliebte mich in diesen psychedelischen Soul-Jazz, den ich in Ansätzen für mein neues Album adaptierte.

Joni Mitchell - Big Yellow Taxi

Meine große Heldin. Die Art, wie Joni Mitchell Popgespür und politischen Geist in ihren Songs vereint, ist toll. Allein in diesem Stück greift sie Themen wie Konsumkultur und Verstädterung auf. Themen, mit denen auch ich mich auf meinem letzten Album „Good Things“ beschäftigte. Denn: Echt gute Popmusik hat auch ein soziales Bewusstsein.

Cat Stevens - Father and Son

Ich entdeckte den Song als Kind in einem TV-Spot. Cat Stevens blickte bei diesem Auftritt ernst in die Kamera. Sein Gesang und vor allem der Text zogen mich sofort in ihren Bann. Bis heute kenne ich keinen schöneren Song über die Eltern-Kind-Beziehung. Mein eigenes Stück „Mama Hold My Hand“ schrieb ich als Hommage an dieses Meisterwerk.

D.J. Rogers - It’s Good to Be Alive

Der Song schallte aus dem Zimmer meines Mitbewohners. Und ich war so begeistert, dass ich ihn mir von Vinyl auf MP3 überspielte. Leider kennen Rogers viel zu wenige. In diesem Soul-Juwel singt er von sozialen Missständen – um am Ende festzustellen: Und trotzdem ist es gut, am Leben zu sein. Ein Satz, den ich mir zum Lebensmotto gemacht habe.

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12 2013 - 01 2014 THE RED BULLETIN

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